Studie belegt: Apple Watch liegt bei wichtiger Messung oft weit daneben

Laut einer neuen Studie misst die Apple Watch Herzfrequenz und Schritte erstaunlich präzise, doch bei einem anderen entscheiden­den Gesundheitswert liegt die beliebte Smartwatch oft erschreckend weit daneben. Nutzer sollten die Grenzen ihrer Uhr daher kennen.
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Smartwatch mit Grenzen

Im März hatte Apple mit einem Update den Weckerklingelton im Stumm-Modus bei seinen Apple Watches repariert. Nach einem zuvor mysteriösen Rückzug veröffentlichte man zuletzt dann watchOS 11.4. Mit jeder dieser Aktualisierungen werden die Geräte ein Stück besser. Sie bieten Nutzern mit ihren Gesundheitsfunktionen mittlerweile zudem einen guten Überblick über ihre körperliche Aktivität und Verfassung. Sie sind aber immer noch keine professionellen medizinischen Geräte. Das zeigt jetzt eindrücklich eine Studie, die der Apple Watch bei der Messung eines entscheidenden Aktivitätswertes ein ernüchterndes Zeugnis ausstellt.

Die Forscher der University of Mississippi analysierten in einer Meta-Analyse die Ergebnisse von 56 verschiedenen Studien, die die Genauigkeit der Apple Watch im Vergleich zu medizinischen Referenzgeräten untersuchten. Dabei konzentrierten sie sich auf drei zentrale Messwerte: Herzfrequenz, Schrittzahl und Kalorienverbrauch. Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild der beliebten Smartwatch.

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Zweimal hui, einmal pfui

Bei der Messung der Herzfrequenz weicht die Apple Watch nur 4,43 Prozent von Referenzgeräten ab - ein hervorragendes Ergebnis. Auch bei der Schrittzählung liegt die Smartwatch mit 8,17 Prozent Abweichung noch in einem hervorragenden Bereich. Experten betrachten bei Fitness-Trackern Fehlerraten unter zehn Prozent als ausgezeichnet.

Doch bei der Berechnung des Kalorienverbrauchs - einem Wert, auf den viele Nutzer ihre Ernährung und ihr Trainingspensum abstimmen - liegt die Apple Watch erschreckend weit daneben. Laut der Studie beträgt die Abweichung hier satte 27,96 Prozent. Das bedeutet, dass die Angaben zum Kalorienverbrauch fast dreimal so ungenau sind wie die anderen gemessenen Werte.

Diese Geräte sind großartig, um Gewohnheiten zu verfolgen und motiviert zu bleiben. Aber man sollte nicht jede Zahl als 100-prozentige Wahrheit betrachten, besonders nicht die Kalorien. [...] Betrachten Sie es als hilfreichen Leitfaden, nicht als diagnostisches Werkzeug. Es ist nützlich, aber nicht perfekt.
Professor Minsoo Kang, Studienleiter
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Die hohe Ungenauigkeit bei der Kalorienberechnung zeigte sich durchgängig bei allen untersuchten Aktivitäten - ob Gehen, Laufen, Radfahren oder bei anderen Work-outs mit gemischter Intensität. Das Problem ist dabei aber nicht auf die Apple Watch beschränkt. Andere Studien haben gezeigt, dass auch die Smartwatches und Fitness-Tracker der Konkurrenz bei der Kalorienberechnung ähnlich ungenau sind.

Neuere Modelle werden allmählich besser

Die Forscher stellten jedoch fest, dass neuere Apple Watch-Modelle tendenziell genauer messen als ältere Versionen. "Obwohl wir nicht sagen können, dass jedes Update ein großer Sprung nach vorn ist, gibt es einen erkennbaren Trend zu allmählichen Verbesserungen im Laufe der Zeit", sagt Doktorand Ju-Pil Choe, der an der Studie beteiligt war, gegenüber CNET.

Die Kalorienberechnung ist besonders komplex, da sie von vielen individuellen Faktoren abhängt. Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Muskelmasse und der individuelle Stoffwechsel beeinflussen den tatsächlichen Energieverbrauch erheblich. Smartwatches können diese persönlichen Variablen nur begrenzt berücksichtigen und müssen sich auf allgemeine Algorithmen verlassen.

Eine sinnvolle Ergänzung

Für Nutzer bedeutet dies, dass die Apple Watch ein hervorragendes Werkzeug ist, um Aktivitäten zu tracken und die eigene Fitness zu überwachen - solange man die Grenzen der Technologie kennt. Wer seine Ernährung streng nach den angezeigten Kalorienwerten ausrichtet, sollte die erhobenen Daten aber mit Vorsicht genießen.

Die Forscher betonen, dass ihre Analyse nicht dazu dient, den Nutzen von Wearables infrage zu stellen, sondern vielmehr ihre Grenzen aufzuzeigen und sowohl Verbraucher als auch Hersteller zu informieren. "Indem wir zeigen, wo die Schwächen liegen, können wir Entwicklern echtes Feedback geben", sagt Kang. "Wenn sie wissen, was behoben werden muss, können sie bessere Sensoren oder Algorithmen entwickeln."

Was sind eure Erfahrungen mit den Gesundheitsmesswerten auf eurer Smartwatch? Vertraut ihr ihnen oder nehmt ihr sie nur als grobe Orientierung? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

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Zusammenfassung
  • Apple Watch misst Herzfrequenz und Schritte präzise, Kalorien jedoch nicht
  • Studie analysierte 56 Untersuchungen zu Messgenauigkeit der Smartwatch
  • Kalorienverbrauch weicht fast 28 Prozent von medizinischen Geräten ab
  • Neuere Apple-Watch-Modelle messen tendenziell genauer als ältere
  • Experten raten, Kalorienwerte nur als Orientierung zu betrachten
  • Komplexe individuelle Faktoren erschweren genaue Kalorienberechnung
  • Forscher sehen Ergebnisse als konstruktives Feedback für Entwickler

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