Klimacode entschlüsselt: Wenn Pinguine koten, wird die Antarktis kühler
Ein kleiner Tritt in den Schnee, ein großer Effekt in der Luft: Wo Pinguine ihr Geschäft verrichten, entstehen Gase, die neue Partikel formen - mit direkter Wirkung aufs Klima. Forscher haben ein kurioses Geheimnis der Antarktis gelüftet.
Pinguinkolonien wirken in der Antarktis wie biologische Chemiewerke: Immer dann, wenn der Wind aus ihrer Richtung wehte, stieg der Ammoniakgehalt in der Luft deutlich an. Und selbst nachdem die Tiere ihre Brutplätze verlassen hatten, blieben die Werte erhöht - der mit Guano durchsetzte Boden funktioniert offenbar als natürlicher Gasspeicher.
"Wir konnten zeigen, dass Pinguinkolonien rund um die Küsten der Antarktis lokale Hotspots für Aerosolbildung sein können - mit Ammoniakwerten, die man sonst von landwirtschaftlich genutzten Flächen kennt", heißt es in der Studie.
Ein zweiter Effekt verstärkt den Prozess: Dimethylamin - vermutlich ebenfalls aus dem Guano - beschleunigt die Partikelbildung laut Labormodellen um bis zu dem Faktor 10.000. Diese gasförmige Verbindung ist zwar in sehr geringen Mengen vorhanden, wirkt aber hocheffizient als Stabilisator in den Anfangsstadien der Partikelbildung.
Die Messungen wurden in der Nähe der argentinischen Forschungsstation Marambio auf der Seymour-Insel durchgeführt und kombinierten modernste Techniken - darunter Massenspektrometrie und Laserabsorptionsmessungen. Die Studie, veröffentlicht in Communications Earth & Environment, zeigt erstmals unter realen Bedingungen, wie stark biologische Prozesse in der Antarktis die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre beeinflussen.
Denn wie die Autoren betonen, könnten rückläufige Pinguinpopulationen - ein wahrscheinliches Szenario angesichts schwindenden Meereises - diesen natürlichen Partikelstrom unterbrechen. Die Wolkenbildung würde abnehmen, und damit möglicherweise auch ein kühlender Effekt der Antarktis verloren gehen.
Siehe auch:
Pinguinkot als Klimahilfe: Forscher entdecken Effekt
Wenn sich Zehntausende Adeliepinguine zum Brüten versammeln, hinterlassen sie mehr als nur Spuren im Schnee: Ihr Kot reichert den Boden mit stickstoffhaltigen Stoffen an, die auch nach dem Abzug der Tiere Ammoniakgas freisetzen. Dieses Gas reagiert mit Schwefelsäure, die aus marinem Phytoplankton stammt, zu winzigen Partikeln, die zu Wolkenkeimen heranwachsen können.Pinguinkolonien wirken in der Antarktis wie biologische Chemiewerke: Immer dann, wenn der Wind aus ihrer Richtung wehte, stieg der Ammoniakgehalt in der Luft deutlich an. Und selbst nachdem die Tiere ihre Brutplätze verlassen hatten, blieben die Werte erhöht - der mit Guano durchsetzte Boden funktioniert offenbar als natürlicher Gasspeicher.
"Wir konnten zeigen, dass Pinguinkolonien rund um die Küsten der Antarktis lokale Hotspots für Aerosolbildung sein können - mit Ammoniakwerten, die man sonst von landwirtschaftlich genutzten Flächen kennt", heißt es in der Studie.
Ein zweiter Effekt verstärkt den Prozess: Dimethylamin - vermutlich ebenfalls aus dem Guano - beschleunigt die Partikelbildung laut Labormodellen um bis zu dem Faktor 10.000. Diese gasförmige Verbindung ist zwar in sehr geringen Mengen vorhanden, wirkt aber hocheffizient als Stabilisator in den Anfangsstadien der Partikelbildung.
Die Messungen wurden in der Nähe der argentinischen Forschungsstation Marambio auf der Seymour-Insel durchgeführt und kombinierten modernste Techniken - darunter Massenspektrometrie und Laserabsorptionsmessungen. Die Studie, veröffentlicht in Communications Earth & Environment, zeigt erstmals unter realen Bedingungen, wie stark biologische Prozesse in der Antarktis die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre beeinflussen.
Klimaregulator-Kot
Die Konsequenz ist erheblich: Je mehr Partikel entstehen, desto mehr Wolkentröpfchen können sich bilden - was wiederum die Strahlungseigenschaften und Lebensdauer von Wolken verändert. In einem Klima, das sich rasant wandelt, ist dieser biologische Rückkopplungseffekt , der mit den Hinterteilen der Pinguine beginnt, eine ernst zu nehmende Variable im globalen Klimasystem.Denn wie die Autoren betonen, könnten rückläufige Pinguinpopulationen - ein wahrscheinliches Szenario angesichts schwindenden Meereises - diesen natürlichen Partikelstrom unterbrechen. Die Wolkenbildung würde abnehmen, und damit möglicherweise auch ein kühlender Effekt der Antarktis verloren gehen.
Ist die Antarktis bewohnt?
Die Antarktis hat keine permanente menschliche Bevölkerung. Allerdings halten sich in den Forschungsstationen der verschiedenen Nationen während des Sommers bis zu 4000 Wissenschaftler und Logistiker auf. Die Stationen liegen hauptsächlich in den eisfreien Küstenregionen.
Im Winter, wenn Temperaturen bis -89,2 °C erreicht werden, sinkt die Zahl auf etwa 1000 Menschen. Aufgrund des Antarktisvertrags darf die Antarktis nicht militärisch genutzt werden und wird ausschließlich der friedlichen Forschung gewidmet.
Vor der Entdeckung der Antarktis im Jahr 1820 war der Kontinent völlig unberührt von menschlichem Einfluss. Seitdem stieg die Präsenz von Forschern stetig, die die einzigartigen geologischen, biologischen und klimatischen Bedingungen untersuchen.
Im Winter, wenn Temperaturen bis -89,2 °C erreicht werden, sinkt die Zahl auf etwa 1000 Menschen. Aufgrund des Antarktisvertrags darf die Antarktis nicht militärisch genutzt werden und wird ausschließlich der friedlichen Forschung gewidmet.
Vor der Entdeckung der Antarktis im Jahr 1820 war der Kontinent völlig unberührt von menschlichem Einfluss. Seitdem stieg die Präsenz von Forschern stetig, die die einzigartigen geologischen, biologischen und klimatischen Bedingungen untersuchen.
Wie kalt wird es in der Antarktis?
Die Antarktis ist der kälteste Kontinent der Erde. Im Inneren des Kontinents liegen die Durchschnittstemperaturen im Winter bei -40 bis -70 °C. An der Küste ist es mit etwa -20 °C etwas milder, aber immer noch extrem kalt.
Die tiefste jemals gemessene Temperatur auf der Erde wurde in der Antarktis registriert: -89,2 °C an der russischen Station Wostok im Juli 1983. Selbst im Sommer steigen die Temperaturen in der Antarktis selten über den Gefrierpunkt.
Die extreme Kälte entsteht durch die permanente Dunkelheit im Winter, die hohe Lage des Kontinents und die isolierende Wirkung des Eisschilds. Der starke, kalte Wind, auch Katabatischer Wind genannt, verstärkt den Kälteeffekt zusätzlich.
Die tiefste jemals gemessene Temperatur auf der Erde wurde in der Antarktis registriert: -89,2 °C an der russischen Station Wostok im Juli 1983. Selbst im Sommer steigen die Temperaturen in der Antarktis selten über den Gefrierpunkt.
Die extreme Kälte entsteht durch die permanente Dunkelheit im Winter, die hohe Lage des Kontinents und die isolierende Wirkung des Eisschilds. Der starke, kalte Wind, auch Katabatischer Wind genannt, verstärkt den Kälteeffekt zusätzlich.
Welche Tiere leben in der Antarktis?
Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen gibt es eine faszinierende Tierwelt in der Antarktis. Zu den bekanntesten Bewohnern zählen Pinguine, von denen sieben Arten auf dem Kontinent und den umliegenden Inseln vorkommen, darunter Kaiserpinguine und Adeliepinguine.
In den antarktischen Gewässern leben zudem verschiedene Robbenarten wie Weddellrobben, Krabbenfresser und Seeleoparden. Der größte Räuber ist jedoch der Schwertwal (Orca), der sich hauptsächlich von Robben und Pinguinen ernährt.
Insgesamt ist die biologische Vielfalt in der Antarktis geringer als in anderen Regionen, aber die vorkommenden Arten sind perfekt an die extremen Bedingungen angepasst. Die Tiere spielen eine wichtige Rolle im empfindlichen Ökosystem des Kontinents.
In den antarktischen Gewässern leben zudem verschiedene Robbenarten wie Weddellrobben, Krabbenfresser und Seeleoparden. Der größte Räuber ist jedoch der Schwertwal (Orca), der sich hauptsächlich von Robben und Pinguinen ernährt.
Insgesamt ist die biologische Vielfalt in der Antarktis geringer als in anderen Regionen, aber die vorkommenden Arten sind perfekt an die extremen Bedingungen angepasst. Die Tiere spielen eine wichtige Rolle im empfindlichen Ökosystem des Kontinents.
Was ist der Antarktisvertrag?
Der Antarktisvertrag ist ein internationales Abkommen, das die Nutzung der Antarktis regelt. Er wurde 1959 von 12 Nationen unterzeichnet und trat 1961 in Kraft. Heute haben ihn 53 Staaten ratifiziert.
Der Vertrag legt fest, dass die Antarktis ausschließlich für friedliche Zwecke genutzt werden darf, insbesondere für wissenschaftliche Forschung. Militärische Aktivitäten sind verboten. Territorialansprüche der Unterzeichnerstaaten werden ausgesetzt.
Zudem regelt der Vertrag den Umweltschutz, den Austausch von Forschungsergebnissen und die Zusammenarbeit der Nationen. Er gilt als Meilenstein der internationalen Diplomatie und sichert den einzigartigen Status der Antarktis als Kontinent für Frieden und Wissenschaft.
Der Vertrag legt fest, dass die Antarktis ausschließlich für friedliche Zwecke genutzt werden darf, insbesondere für wissenschaftliche Forschung. Militärische Aktivitäten sind verboten. Territorialansprüche der Unterzeichnerstaaten werden ausgesetzt.
Zudem regelt der Vertrag den Umweltschutz, den Austausch von Forschungsergebnissen und die Zusammenarbeit der Nationen. Er gilt als Meilenstein der internationalen Diplomatie und sichert den einzigartigen Status der Antarktis als Kontinent für Frieden und Wissenschaft.
Wem gehört die Antarktis?
Die Antarktis gehört keinem einzelnen Staat. Sieben Länder (Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Neuseeland, Norwegen und das Vereinigte Königreich) erheben zwar Ansprüche auf Teile des Kontinents, doch sind diese international nicht anerkannt.
Mit dem Antarktisvertrag von 1959 einigten sich die Unterzeichnerstaaten darauf, alle Gebietsansprüche ruhen zu lassen. Seitdem gilt die Antarktis als internationales Gebiet, das keiner einzelnen Nation untersteht.
Stattdessen wird der Kontinent gemeinschaftlich verwaltet und für friedliche Forschungszwecke genutzt. Entscheidungen werden im Konsens der Vertragsparteien getroffen. Dieses Modell der internationalen Kooperation hat sich bewährt und sichert den Schutz der einzigartigen Antarktis.
Mit dem Antarktisvertrag von 1959 einigten sich die Unterzeichnerstaaten darauf, alle Gebietsansprüche ruhen zu lassen. Seitdem gilt die Antarktis als internationales Gebiet, das keiner einzelnen Nation untersteht.
Stattdessen wird der Kontinent gemeinschaftlich verwaltet und für friedliche Forschungszwecke genutzt. Entscheidungen werden im Konsens der Vertragsparteien getroffen. Dieses Modell der internationalen Kooperation hat sich bewährt und sichert den Schutz der einzigartigen Antarktis.
Wie groß ist der antarktische Eisschild?
Der antarktische Eisschild ist die größte zusammenhängende Eismasse der Erde. Er bedeckt eine Fläche von fast 14 Millionen Quadratkilometern - das entspricht der 1,6-fachen Fläche der USA. An manchen Stellen ist das Eis über 4,7 km dick.
Insgesamt speichert der Eisschild rund 26,5 Millionen Kubikkilometer Eis. Das entspricht etwa 90% des gesamten Eisvorkommens und 70% der globalen Süßwasserreserven. Würde das gesamte Eis schmelzen, könnte der Meeresspiegel um 58 Meter ansteigen.
Der Eisschild ist ein Archiv der Klimageschichte. Durch Analyse tief gebohrter Eiskerne gewinnen Wissenschaftler Erkenntnisse über Temperaturen und Treibhausgaskonzentrationen der letzten 800.000 Jahre. Der Zustand des Eisschilds ist zudem ein wichtiger Indikator für den Klimawandel.
Insgesamt speichert der Eisschild rund 26,5 Millionen Kubikkilometer Eis. Das entspricht etwa 90% des gesamten Eisvorkommens und 70% der globalen Süßwasserreserven. Würde das gesamte Eis schmelzen, könnte der Meeresspiegel um 58 Meter ansteigen.
Der Eisschild ist ein Archiv der Klimageschichte. Durch Analyse tief gebohrter Eiskerne gewinnen Wissenschaftler Erkenntnisse über Temperaturen und Treibhausgaskonzentrationen der letzten 800.000 Jahre. Der Zustand des Eisschilds ist zudem ein wichtiger Indikator für den Klimawandel.
Wie wurde die Antarktis entdeckt?
Obwohl der Glaube an einen unbekannten Südkontinent schon in der Antike existierte, wurde die Antarktis als letzter Kontinent erst im Jahr 1820 entdeckt. Damals sichteten Expeditionen des Russen Fabian Gottlieb von Bellingshausen und des Briten Edward Bransfield erstmals die Küste des Kontinents.
Der erste Mensch, der nachweislich die Antarktis betrat, war 1895 der Norweger Carsten Borchgrevink. 1911 erreichte der Norweger Roald Amundsen als Erster den Südpol, dicht gefolgt vom Briten Robert Falcon Scott.
Seitdem gab es zahlreiche Forschungsexpeditionen auf den Kontinent, doch große Teile des Inneren blieben bis zur Einführung moderner Technologien wie Flugzeuge und Satelliten unerforscht. Die vollständige Kartierung der Antarktis gelang erst durch satellitengestützte Radarmessungen Ende des 20. Jahrhunderts.
Der erste Mensch, der nachweislich die Antarktis betrat, war 1895 der Norweger Carsten Borchgrevink. 1911 erreichte der Norweger Roald Amundsen als Erster den Südpol, dicht gefolgt vom Briten Robert Falcon Scott.
Seitdem gab es zahlreiche Forschungsexpeditionen auf den Kontinent, doch große Teile des Inneren blieben bis zur Einführung moderner Technologien wie Flugzeuge und Satelliten unerforscht. Die vollständige Kartierung der Antarktis gelang erst durch satellitengestützte Radarmessungen Ende des 20. Jahrhunderts.
Warum ist die Antarktis wichtig?
Die Antarktis spielt eine entscheidende Rolle für das globale Klima und die Wissenschaft. Der gewaltige Eisschild reflektiert einen Großteil der Sonneneinstrahlung und kühlt so die Erde. Zudem speichert er riesige Mengen an Süßwasser und beeinflusst die Meeresströmungen.
Der isolierte Kontinent bietet einzigartige Bedingungen für die Forschung. Wissenschaftler untersuchen hier unter anderem die Erdgeschichte, Meteoriten, Atmosphärenphysik und Astrophysik. Zudem dient die Antarktis als Frühwarnsystem für den Klimawandel.
Das empfindliche Ökosystem der Antarktis beheimatet speziell angepasste Arten und ist ein wichtiger Lebensraum für Meerestiere. Der Kontinent hat zudem große geopolitische Bedeutung: Der Antarktisvertrag gilt als Vorbild für friedliche internationale Zusammenarbeit. Der Schutz und Erhalt der Antarktis liegen im Interesse der gesamten Menschheit.
Der isolierte Kontinent bietet einzigartige Bedingungen für die Forschung. Wissenschaftler untersuchen hier unter anderem die Erdgeschichte, Meteoriten, Atmosphärenphysik und Astrophysik. Zudem dient die Antarktis als Frühwarnsystem für den Klimawandel.
Das empfindliche Ökosystem der Antarktis beheimatet speziell angepasste Arten und ist ein wichtiger Lebensraum für Meerestiere. Der Kontinent hat zudem große geopolitische Bedeutung: Der Antarktisvertrag gilt als Vorbild für friedliche internationale Zusammenarbeit. Der Schutz und Erhalt der Antarktis liegen im Interesse der gesamten Menschheit.
Zusammenfassung
- Pinguinkot setzt Ammoniakgas frei, das mit Schwefelsäure zu Partikeln reagiert
- Diese Partikel können als Wolkenkeime fungieren und die Atmosphäre beeinflussen
- Pinguinkolonien wirken wie biologische Chemiewerke mit erhöhten Ammoniakwerten
- Dimethylamin aus dem Guano beschleunigt die Partikelbildung um bis zu Faktor 10.000
- Die Wolkenbildung durch Pinguinkot könnte einen kühlenden Effekt auf die Antarktis haben
- Rückläufige Pinguinpopulationen könnten diesen natürlichen Kühlungsprozess gefährden
Siehe auch:
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