Climeworks: CO2-Abscheider kompensiert nicht einmal die eigene Arbeit
Microsoft und andere Tech-Unternehmen wollen ihren nominellen CO₂-Ausstoß senken, indem sie Verträge mit Climeworks abgeschlossen haben. Doch der Anbieter von CO₂-Abscheidung schafft es nicht einmal, seine eigenen Emissionen zu kompensieren.
Im Jahr 2023 belief sich der CO₂-Ausstoß des Unternehmens durch eigene Aktivitäten allerdings auf etwa 1700 Tonnen - deutlich mehr als es im selben Zeitraum aus der Luft entfernen konnte. Damit ist Climeworks bislang nicht in der Lage, seinen eigenen CO₂-Fußabdruck zu kompensieren. Seit der Inbetriebnahme wurde in keinem Jahr mehr als 1000 Tonnen CO₂ eingefangen.
Ein weiteres Problem: Die neue Anlage "Mammoth", die seit 2022 gebaut und 2023 teilweise in Betrieb genommen wurde, sollte bis zu 36.000 Tonnen CO₂ jährlich abscheiden - das Neunfache der bisherigen Leistung. Tatsächlich wurden in den ersten zehn Monaten lediglich 105 Tonnen gebunden. Der Baufortschritt hinkt dem Zeitplan hinterher, und auch die hohe Energieintensität der Anlagen wirft Fragen auf. So sind laut Unternehmensangaben 5000 bis 6000 Kilowattstunden Strom nötig, um eine Tonne CO₂ aus der Atmosphäre zu holen.
Finanziell ist die Situation des Unternehmens entsprechend angespannt. Der Wert der bestehenden Orca-Anlage wurde 2023 um 1,4 Millionen Dollar abgeschrieben, da die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Die isländische Tochtergesellschaft weist ein negatives Eigenkapital von knapp 30 Millionen Dollar aus und ist auf Finanzspritzen aus der Schweiz angewiesen.
Kritik kommt im Zuge dessen nicht nur von enttäuschten Kunden, sondern auch von Wissenschaftlern. Ein Stanford-Professor bezeichnete die Branche der direkten CO₂-Abscheidung als "Täuschung", die echten Klimaschutz verzögere.
Siehe auch:
Ziele bleiben unerreicht
Seit dem Start seiner CO₂-Abscheideanlage in Hellisheiði, Island, im Jahr 2021, wurden durch Climeworks laut aktuellen Zahlen lediglich rund 2400 Tonnen Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt. Damit bleibt das Unternehmen weit hinter seinen selbst gesteckten Zielen zurück. Geplant war ursprünglich, jährlich bis zu 4000 Tonnen abzuscheiden, berichtete das isländische Magazin Heimildin.Im Jahr 2023 belief sich der CO₂-Ausstoß des Unternehmens durch eigene Aktivitäten allerdings auf etwa 1700 Tonnen - deutlich mehr als es im selben Zeitraum aus der Luft entfernen konnte. Damit ist Climeworks bislang nicht in der Lage, seinen eigenen CO₂-Fußabdruck zu kompensieren. Seit der Inbetriebnahme wurde in keinem Jahr mehr als 1000 Tonnen CO₂ eingefangen.
Ein weiteres Problem: Die neue Anlage "Mammoth", die seit 2022 gebaut und 2023 teilweise in Betrieb genommen wurde, sollte bis zu 36.000 Tonnen CO₂ jährlich abscheiden - das Neunfache der bisherigen Leistung. Tatsächlich wurden in den ersten zehn Monaten lediglich 105 Tonnen gebunden. Der Baufortschritt hinkt dem Zeitplan hinterher, und auch die hohe Energieintensität der Anlagen wirft Fragen auf. So sind laut Unternehmensangaben 5000 bis 6000 Kilowattstunden Strom nötig, um eine Tonne CO₂ aus der Atmosphäre zu holen.
Finanziell ist die Situation des Unternehmens entsprechend angespannt. Der Wert der bestehenden Orca-Anlage wurde 2023 um 1,4 Millionen Dollar abgeschrieben, da die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Die isländische Tochtergesellschaft weist ein negatives Eigenkapital von knapp 30 Millionen Dollar aus und ist auf Finanzspritzen aus der Schweiz angewiesen.
Echter Klimaschutz nötig
Trotz aller Schwierigkeiten verkauft Climeworks weiter CO₂-Zertifikate - auch für zukünftige Einsparungen, die bisher nicht realisiert wurden. Ein Drittel der prognostizierten CO₂-Bindung der Mammoth-Anlage für die kommenden 25 Jahre ist bereits verkauft. Mehr als 20.000 Kunden zahlen monatlich für CO₂-Kompensation, viele müssen jedoch mit jahrelanger Wartezeit rechnen.Kritik kommt im Zuge dessen nicht nur von enttäuschten Kunden, sondern auch von Wissenschaftlern. Ein Stanford-Professor bezeichnete die Branche der direkten CO₂-Abscheidung als "Täuschung", die echten Klimaschutz verzögere.
Zusammenfassung
- Climeworks schafft seit 2021 nur 2400 Tonnen CO₂-Abscheidung statt 4000 Tonnen jährlich
- Das Unternehmen stößt mehr CO₂ aus als es entfernt und verfehlt eigene Klimaziele
- Die neue Mammoth-Anlage erreicht nur einen Bruchteil der angestrebten Leistung
- Hoher Energieverbrauch von 5000 bis 6000 Kilowattstunden pro Tonne CO₂-Bindung
- Finanzielle Schieflage mit negativem Eigenkapital von fast 30 Millionen Dollar
- Verkauf von CO₂-Zertifikaten auch für zukünftige, bisher nicht realisierte Einsparungen
- Wissenschaftler kritisieren die direkte CO₂-Abscheidung als Verzögerung echten Klimaschutzes
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