Tausende iPhones erbeutet:
Raffinierte Bande 'hackt' Lieferkette

Eine Verbrecherbande hat in den USA durch eine raffinierte Vorgehensweise tausende iPhones erbeutet. Die Kriminellen entwickelten spezielle Software und bestachen sogar Mobilfunk-Mitarbeiter, um Geräte während der Zustellung per Post zu stehlen.
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Kreative Kriminelle

Immer wieder gibt es organisierte Verbrecherbanden, die sich auf Apple-Produkte spezialisieren. Sie brechen in Apple Stores ein, entführen Lkws oder täuschen Apple jahrelang mit gefälschten iPhones. Jetzt ist in den USA eine weitere Bande aufgeflogen, die bei ihren Diebstählen besonders dreist war.

Eine internationale Gruppierung hatte ein ausgeklügeltes System entwickelt, um gezielt per Post versendete Elektronik von Apple zu stehlen. Sie entwendeten die Geräte direkt bei der Lieferung aus den Hausfluren und von den Verandas der Empfänger, wo sie die Postboten abgestellt hatten. Die Diebe kombinierten dabei modernste Technik mit klassischer Bestechung und erbeuteten so tausende iPhones.


Bestechung und Scraping-Software

Um die Geräte direkt nach der Lieferung abzugreifen, bestachen sie zum einen Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters AT&T. Die fotografierten mit ihren Dienstzugängen vertrauliche Kundendaten wie Namen und Adressen von Kunden ab, die sich gerade ein iPhone bestellt hatten und ließen sie den Kriminellen zukommen. Zum anderen setzten sie eine Scraping-Software ein, um entsprechende Tracking-Nummern von der Webseite des Lieferunternehmens FedEx automatisiert auszulesen. Mit diesen Informationen war es ihnen möglich, die Pakete zu verfolgen und den genauen Lieferzeitpunkt zu bestimmen.

Dem Wall Street Journal zufolge zahlte die Bande den korrupten AT&T-Mitarbeitern zwischen 2000 und 2500 Dollar für das Anwerben weiterer Komplizen. Ein einziger Mitarbeiter soll Hunderte von Lieferungen überwacht und die Daten an die Diebe weitergegeben haben.

Die eigentlichen Diebstähle führten sogenannte "Runner" durch. Die reisten quer durch die USA und griffen dank der zuvor erlangten Informationen die in Hausfluren oder auf der Veranda abgestellten Pakete oft nur Minuten nach der Zustellung ab. Die Beute wurde dann in Sammelpunkten wie etwa kleinen Elektronikläden gebündelt. Von dort aus verschifften die Kriminellen die Geräte ins Ausland.

Dreiste Vorgehensweise

Die Dreistigkeit der Bande war zum Teil bemerkenswert. So versuchten zwei "Runner in einem Fall, gestohlene iPhones per FedEx zu verschicken und behaupteten, es sei "Babykleidung" in dem Paket. Als FedEx die Sendung kontrollierte und die gestohlenen Smartphones beschlagnahmte, beschwerte sich einer der Diebe am nächsten Tag nach Erhalt des leeren Pakets beim Kundenservice darüber, dass sein iPhone gestohlen worden sei.

An der Aufklärung waren neben dem FBI und Heimatschutzministerium auch internationale Behörden beteiligt. Ein Hauptverdächtiger, der unter dem Pseudonym "CookieNerd" die Scraping-Software entwickelt haben soll, wird noch in der Dominikanischen Republik gesucht. Den Verhafteten drohen nun Haftstrafen von bis zu zwanzig Jahren.

Zusammenfassung
  • Verbrecherbande stiehlt tausende iPhones durch raffinierte Methoden
  • Kriminelle bestachen AT&T-Mitarbeiter für vertrauliche Kundendaten
  • Scraping-Software las automatisch Tracking-Nummern von FedEx aus
  • 'Runner' griffen Pakete kurz nach Zustellung in ganz USA ab
  • Gestohlene Geräte wurden in Sammelpunkten gebündelt und exportiert
  • Diebe zeigten teils bemerkenswerte Dreistigkeit bei ihrem Vorgehen
  • Internationale Ermittlungen führten zur Aufdeckung des Verbrecherrings

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