Apple zahlt 95 Millionen Dollar für gebrochenes Siri-Versprechen

Der Computerkonzern Apple wird 95 Millionen Dollar an Kunden zahlen, die sich aufgrund des Bruchs eines zentralen Versprechens des Unternehmens zu einer Sammelklage zusammengeschlossen hatten. Die Summe ist Bestandteil einer außergerichtlichen Einigung.
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Datenschutz auf Abwegen

In der Sache ging es darum, dass der Sprachassistent Siri private Gespräche heimlich aufzeichnete. Diese Aufnahmen seien dann Dritten zugänglich gemacht und für personalisierte Werbung genutzt worden, hieß es in der Klage. Dies ist insbesondere deshalb pikant da Apple immer wieder damit wirbt, den Schutz der Privatsphäre in seinen Geräten deutlich besser umzusetzen als die Konkurrenz.

In dem Vergleich, der nach fünf Jahren Rechtsstreit erreicht wurde, räumt Apple allerdings kein Fehlverhalten ein, berichtete Ars Technica. Vielmehr wird auf "unbeabsichtigte" Siri-Aktivierungen hingewiesen, die seit der Einführung der "Hey Siri"-Funktion im Jahr 2014 auftraten. Dabei wurden Sprachaufnahmen ausgelöst, obwohl Nutzer die Aktivierungsworte nie ausgesprochen hatten.


Whistleblower berichteten, dass Siri manchmal aktiviert wurde, wenn etwa eine Apple Watch angehoben und Sprache erkannt wurde. Nutzer bemerkten dies oft erst durch auffällig präzise Werbung für Produkte, die sie zuvor nur in Gesprächen erwähnt hatten - ein Vorwurf, den Apple bestreitet.

Laut des Vergleichs können betroffene Kunden aus den USA, die zwischen dem 17. September 2014 und dem 31. Dezember 2024 Apple-Geräte mit Siri gekauft haben, bis zu 20 Dollar pro Gerät beantragen. Dazu zählen iPhones, iPads, Apple Watches, MacBooks, HomePods und andere Siri-fähige Geräte. Pro Nutzer können Ansprüche für bis zu fünf Geräte geltend gemacht werden.

Der sichere Weg

Der Vergleich muss noch gerichtlich genehmigt werden, eine Anhörung ist für den 14. Februar angesetzt. Sollte er bestätigt werden, erhalten betroffene Kunden Benachrichtigungen und können Entschädigungen beantragen. Zudem verpflichtet sich Apple, versehentlich gespeicherte private Gespräche dauerhaft zu löschen.

Obwohl der Vergleich für Apple-Nutzer als Erfolg erscheint, könnte er das Unternehmen vergleichsweise günstig davonkommen lassen. Hätte ein Gericht die Klage verhandelt, hätte Apple laut dem Wiretap Act potenziell mehr als 1,5 Milliarden Dollar Strafe zahlen müssen. Die Klägeranwälte entschieden sich jedoch für den Vergleich, da Datenschutzgesetze in den USA ein sich entwickelndes Rechtsgebiet sind und ein Gerichtsverfahren erhebliche Risiken für den Ausgang birgt.

Parallel zu Apples Fall läuft eine ähnliche Klage gegen Google. Hier geht es um unbeabsichtigte Aufnahmen durch den Google Assistant auf Geräten wie Google Home und Pixel-Smartphones. Dieses Verfahren könnte im Herbst 2025 abgeschlossen werden und ebenfalls weitreichende Folgen für Nutzer und den Datenschutz in der Technologiebranche haben.

Zusammenfassung
  • Apple zahlt 95 Millionen Dollar für heimliche Aufnahmen durch Siri
  • Kunden warfen Apple Verletzung der Privatsphäre durch Siri vor
  • Unbeabsichtigte Aktivierungen seit Einführung von 'Hey Siri' 2014
  • US-Kunden können bis zu 20 Dollar pro Gerät beantragen
  • Vergleich muss noch gerichtlich genehmigt werden
  • Apple verpflichtet sich, versehentlich gespeicherte Gespräche zu löschen
  • Ähnliche Klage gegen Google läuft parallel

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