E-Autos & Hybrid: Nissan hat die Trends verpennt, streicht 9000 Jobs

Der japanische Autokonzern Nissan rutscht voll in die Krise und ergreift drastische Maßnahmen. Das Unternehmen streicht rund 9000 Jobs und senkt Produktionskapazitäten weltweit um ein Fünftel. Das Unter­neh­men tut sich vor allem in China und den USA schwer.
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Nissan

Massiver Stellenabbau als Reaktion auf Gewinneinbruch

Nissan hat ein Problem: Die Verkaufszahlen des japanischen Autoherstellers sind zuletzt gesunken. Vor allem in China ging es in der ersten Jahreshälfte um mehr als 14 Prozent abwärts, obwohl man dort seit geraumer Zeit versucht, trotz der massiven Konkurrenz lokaler Hersteller ein Comeback zu erreichen.

Weltweit sanken die Stückzahlen um knapp vier Prozent und auch in den USA ging es mit drei Prozent weniger verkauften Fahrzeugen in einem halben Jahr abwärts, sodass man nur noch rund 450.000 Autos absetzte. Gemeinsam machen China und die USA fast die Hälfte der weltweiten Verkäufe von Nissan aus, so der US-Wirtschaftssender CNBC.


Nissan will flexibler werden

Gleichzeitig brachen die Gewinne massiv ein, wodurch Nissan zuletzt nach einem Rückgang von 85 Prozent nur noch umgerechnet rund 200 Millionen Euro Profit machte und selbst damit die Erwartungen der Finanzwelt um mindestens die Hälfte verfehlte. Daher wurde die Gewinnerwartung für das Gesamtjahr um 70 Prozent gesenkt und liegt nun bei weniger als einer Milliarde Euro.

Nissan ergreift deshalb heftige Maßnahmen, um sich gesund zu sparen. Weltweit werden 9000 Arbeitsplätze gestrichen, und der Hersteller will die Produktionskapazitäten gleichzeitig um 20 Prozent senken. Laut dem Management will man so widerstandsfähiger werden, schneller handeln können und flexibler auf Veränderungen reagieren können. Gleichzeitig soll Nissan aber nicht "schrumpfen", hieß es.

Die Probleme sind zum größten Teil hausgemacht. Nachdem man den E-Auto-Boom weitestgehend verschlafen hatte, ist man aktuell nicht in der Lage, die wachsende Nachfrage rund um Hybrid-Fahrzeuge zu bedienen, weil es schlicht an den entsprechenden Modellen mangelt. Gerade in den USA sind Hybrid- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge sehr gefragt, doch Nissan kann selbst bei seinen populärsten Fahrzeugen keine derartigen Modelle bieten.

Zusammenfassung
  • Nissan streicht 9000 Arbeitsplätze und senkt Produktion um 20 Prozent
  • Verkaufszahlen in China und USA stark rückläufig
  • Gewinn um 85 Prozent eingebrochen, Jahresprognose um 70 Prozent gesenkt
  • Mangel an Hybrid- und Elektromodellen verschärft die Krise
  • Unternehmen will durch Sparmaßnahmen flexibler und widerstandsfähiger werden
  • Nissan verpasste den E-Auto-Boom und kann Hybrid-Nachfrage nicht bedienen
  • Trotz Kürzungen soll das Unternehmen laut Management nicht schrumpfen

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