Chance verpasst: Intel wollte Nvidia vor Jahren für 20 Mrd. Dollar kaufen

Der frühere Intel-Chef Paul Otellini hatte 2005 offenbar eine große Idee. Laut einem Bericht der New York Times wollte er ein Übernahmeangebot für den Grafikspezialisten Nvidia abgeben und dabei bis zu 20 Milliarden Dollar zahlen.
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Ex-Intel-Chef sah Chance, Vorstand lehnte ab

Wie die New York Times (NYT) unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld von Intel berichtet, die mit den Diskussionen in der Führungsspitze von Intel zum damaligen Zeitpunkt vertraut sein sollen, ging man damals davon aus, dass Nvidia-Chips einmal eine große Rolle in Rechenzentren spielen könnten.

Zwar hat sich dies mittlerweile im Zuge des seit einiger Zeit andauernden Booms rund um Künstliche Intelligenz bewahrheitet, doch der Vorstand war vor mittlerweile fast 20 Jahren gegen den Vorschlag von Otellini. Damals wäre es die teuerste Übernahme in der Geschichte von Intel gewesen, zumal es diverse Bedenken über den möglichen Verlauf einer Integration von Nvidia in das bestehende Unternehmen Intel gegeben haben soll.

Larabee-Flop und weitere verpasste Chancen

Statt also, wie von Otellini angedacht, bis zu 20 Milliarden Dollar in die Übernahme von Nvidia zu investieren - und sich damit aus heutiger Sicht einen Goldesel zu angeln - entschied man sich bei Intel, lieber in die Entwicklung eigener Grafiklösungen zu investieren. Es entstand "Larabee", eine Art Hybrid aus CPU und GPU, bei dem Intel x86-Technologie zum Einsatz kam. Bekanntermaßen stellte Intel das Projekt später ein, bietet aber heute wieder eigene Grafiklösungen mit den Xe- und Arc-GPUs an.

Heute ist Nvidia erheblich mehr wert als Intel, dessen Marktwert bei weniger als 100 Milliarden Dollar liegt. Zwar integriert Intel mittlerweile eigene Neural Processing Units (NPU) zur Erledigung von KI-Aufgaben in seine Plattformen, die sich im Hinblick auf Performance durchaus sehen lassen können, doch hat man im Vergleich zum KI-Chiplieferanten Nr.1, Nvidia, deutlich den Kürzeren gezogen.

Nvidia ist nicht der einzige Fall, in dem Intel offenbar eine Chance verpasst hat, stark vom aufkommenden KI-Boom zu profitieren. So hatte man bereits 2017 bzw. 2018 die Möglichkeit, in OpenAI zu investieren. Doch auch bei OpenAI kam es nicht zu einem Deal, weil der damalige Intel-Chef Bob Swan dem Vorhaben eine Absage erteilte. Er glaubte schlicht nicht daran, dass KI-Modelle bald ein großer Markt werden könnten.

Zusammenfassung
  • Intel erwog 2005 Übernahme von Nvidia für bis zu 20 Mrd. Dollar
  • Intels Vorstand lehnte den Vorschlag des damaligen CEOs Otellini ab
  • Intel investierte stattdessen in eigene Grafiklösungen wie 'Larabee'
  • Heute ist Nvidia deutlich wertvoller als Intel
  • Intel verpasste auch die Chance, 2017/2018 in OpenAI zu investieren
  • Damaliger Intel-Chef Swan glaubte nicht an das Potenzial von KI-Modellen
  • Intel bietet heute eigene KI-Lösungen, liegt aber hinter Nvidia zurück

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