Tschüss, App Store: Streaming-Riese Disney+ umgeht Apple-Gebühren

Disney+ und Tochter Hulu verabschieden sich von In-App-Käufen im App Store von Apple. Grund dafür ist, dass der Streamingdienst nicht länger die berühmte "Apple-Steuer" zahlen will. Neue Nutzer müssen ihr Abonnement nun über die Webseite von Disney+ und Co. abschließen.
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Streaming-Gigant ändert Kurs

Disney hat eine bedeutende Änderung für seine Streaming-Dienste Disney+ und Hulu vorgenommen. Wie zahlreiche Nutzer am Wochenende bemerkten, ist es nun nicht mehr möglich, Abonnements für die beiden beliebten Plattformen direkt über die iOS-Apps abzuschließen (Anmerkung: Hulu ist bei uns nicht direkt erhältlich, die meisten Inhalte sind in Disney+ integriert). Stattdessen werden Interessenten auf die jeweiligen Websites verwiesen, um dort ein Konto zu erstellen und zu bezahlen.

Bestehende Kunden, die ihre Abonnements bislang über den App Store verwaltet haben, müssen sich nicht umstellen. Laut Disney bleiben ihre Zahlungsmethoden unverändert, und sie können den Dienst wie gewohnt nutzen. Die Änderung betrifft ausschließlich Neukunden und jene, die ihr Abonnement reaktivieren möchten. Hinweis am Rande: Es ist in der Regel aber günstiger, die Abos direkt beim Anbieter abzuschließen, da die meisten Unternehmen die dank Apple entstehenden Mehrkosten teilweise oder ganz an die Kunden weitergeben (müssen). 100 Jahre Disney: Die Meilensteine von Micky Maus bis Star Wars100 Jahre Disney: Die Meilensteine von Micky Maus bis Star Wars MacRumors schreibt, dass sich Disney damit in eine wachsende Liste von Unternehmen einreiht, die sich von Apples In-App-Kaufsystem abwenden. Der Schritt erfolgt zeitgleich mit einer Preiserhöhung für beide Streaming-Dienste, die am 17. Oktober in Kraft trat. Die unterschiedlichen Abos von Disney+ und Hulu wurden in den USA zuletzt um ein bis zwei Dollar teurer.

Es geht natürlich ums Geld

Der Hauptgrund für diesen Schritt dürfte finanzieller Natur sein. Bislang musste Disney bei In-App-Käufen eine Provision von 15 bis 30 Prozent an Apple abführen. Durch die Umleitung auf die eigenen Websites kann das Unternehmen diese Gebühren einsparen. Disney profitierte bisher vom "Video Partner Program" von Apple, das die Provision auf 15 Prozent reduzierte und zusätzliche Vorteile bot.

Für Nutzer bedeutet das unter dem Strich "nur" einige zusätzliche Schritte beim Abonnieren der Dienste. Statt direkt in der App zu bezahlen, müssen sie nun den Browser öffnen und sich auf der entsprechenden Website registrieren. Nach der Anmeldung können sie die Apps jedoch wie gewohnt nutzen, um Inhalte zu streamen.

Die "Apple-Steuer"

Apples App Store-Provision ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen dem Technologieriesen und App-Entwicklern. Die Gebühr, die Apple für In-App-Käufe erhebt, wurde oft als "Apple-Steuer" kritisiert. Im Jahr 2021 senkte Apple die Provision für Entwickler mit einem Jahresumsatz unter einer Million Dollar auf 15 Prozent, um kleinere Unternehmen zu unterstützen.

Zusammenfassung
  • Disney+ und Hulu beenden In-App-Käufe im Apple App Store
  • Neue Nutzer müssen Abonnements über die Webseiten abschließen
  • Bestehende Kunden können ihre Abos wie gewohnt weiternutzen
  • Preiserhöhung für beide Streaming-Dienste am 17. Oktober 2023
  • Disney spart 15 bis 30 Prozent Provision für In-App-Käufe
  • Nutzer müssen nun zusätzliche Schritte beim Abonnieren durchführen
  • Apples App Store-Provision ist seit Jahren ein Streitpunkt

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