Piraterie: Spanische Fußball-Liga will Google strafrechtlich verklagen
LaLiga plant strafrechtliche Anzeigen gegen Google: Der Fußballverband wirft dem Suchmaschinenriesen vor, mit Piraten zu kollaborieren. LaLiga-Chef Javier Tebas fordert entschiedenes Handeln gegen illegale Streams und warnt vor Folgen für den Profifußball.
Laut TorrentFreak arbeitet LaLiga durchaus erfolgreich mit Google zusammen. So wurden in der Saison 2020/21 über eine Million Videos auf YouTube entfernt und mehr als 75.000 Websites aus den Suchergebnissen gelöscht. Auch die hauseigene Anti-Piraterie-Einheit Sportian nutzt dabei Googles Trusted Copyright Removal Programme.
Tebas' aggressive Rhetorik steht im Kontrast zu diesen Erfolgen. Möglicherweise verfolgt LaLiga hier eine "Good Cop, Bad Cop"-Strategie, vermutet das renommierte Filesharing-Blog. Denn einerseits lobt man die Zusammenarbeit, andererseits droht man mit rechtlichen Konsequenzen. Das Ziel ist es natürlich, Google zu noch härterem Vorgehen gegen Piraterie zu bewegen.
Siehe auch:
Spanische Liga gegen Streaming-Piraterie - und Google
Die spanische Fußballliga LaLiga geht in die Offensive gegen illegale Streams ihrer Spiele. Präsident Javier Tebas kündigte an, strafrechtliche Anzeigen gegen Google in Spanien, Frankreich, Brasilien und Ecuador einzureichen. Der Vorwurf: Der Suchmaschinenriese kollaboriere mit Piraten und könne die illegale Verbreitung von LaLiga-Inhalten um 80 Prozent reduzieren - wenn er nur wolle.40 % der spanischen Bevölkerung sind Piraten. Wir werden in Spanien, Frankreich und Brasilien eine Beschwerde gegen Google einreichen. Genug ist genug.Der LaLiga-Chef sieht in der Piraterie als "die größte Herausforderung in der Welt des Fußballs und der Sportindustrie im Allgemeinen". Sollte sich daran in den nächsten zwei bis drei Jahren nichts ändern, befürchtet er drastische Folgen: sinkende TV-Einnahmen, Gehaltskürzungen und sogar das Verschwinden einiger Vereine.
Urteil in Argentinien als Präzedenzfall?
Tebas Vorstoß kommt wenige Tage nach einem Urteil in Argentinien, das Google dazu verpflichtet, die Streaming-App MagisTV von Android-Geräten zu entfernen - und das, obwohl diese nur per Sideloadings installiert werden kann. Ob und wie der Konzern das technisch umsetzen kann, ist allerdings unklar.Laut TorrentFreak arbeitet LaLiga durchaus erfolgreich mit Google zusammen. So wurden in der Saison 2020/21 über eine Million Videos auf YouTube entfernt und mehr als 75.000 Websites aus den Suchergebnissen gelöscht. Auch die hauseigene Anti-Piraterie-Einheit Sportian nutzt dabei Googles Trusted Copyright Removal Programme.
Tebas' aggressive Rhetorik steht im Kontrast zu diesen Erfolgen. Möglicherweise verfolgt LaLiga hier eine "Good Cop, Bad Cop"-Strategie, vermutet das renommierte Filesharing-Blog. Denn einerseits lobt man die Zusammenarbeit, andererseits droht man mit rechtlichen Konsequenzen. Das Ziel ist es natürlich, Google zu noch härterem Vorgehen gegen Piraterie zu bewegen.
Rechtliche Hürden und finanzielle Risiken
Ob die angekündigten Klagen Erfolg haben würden, ist fraglich. Strafrechtlich gegen Google vorzugehen, dürfte sich als überaus schwierig erweisen. Zumal der Konzern bei der Entfernung von urheberrechtlich geschützten Inhalten durchaus kooperativ ist.Piraterie im spanischen Fußball
Piraterie ist im spanischen Fußball (und auch vielen anderen Ländern) alles andere als neu. Bereits 2019 schätzte LaLiga den jährlichen Schaden durch illegale Streams auf über 400 Millionen Euro. Die Liga hat in den letzten Jahren massiv in Technologien zur Erkennung und Bekämpfung von Piraterie investiert. Trotzdem bleibt das Problem hartnäckig, was den aggressiven Vorstoß von Tebas erklären könnte.
Zusammenfassung
- LaLiga kündigt Klagen gegen Google in mehreren Ländern an
- Vorwurf der Kollaboration mit Piraten und mangelndes Eingreifen
- 40 % der Spanier nutzen laut Tebas illegale Streaming-Dienste
- Drohende Folgen wie sinkende TV-Einnahmen und Vereinsschließungen
- Erfolge in der Zusammenarbeit mit Google bei der Löschung von Inhalten
- Kontrastreiche Rhetorik könnte auf strategisches Vorgehen hindeuten
- Unklarheit über den Erfolg der strafrechtlichen Maßnahmen gegen Google
Siehe auch:
- Gericht ordnet an, dass Google Sideloaded-Android-Apps löschen muss
- Filesharing: Studie entlarvt Schwächen von Anti-Piraterie-Drohungen
- Massiver Dominoeffekt nach Aus für große Piraterie-Filmseite
- 17-Jähriger legt geheime Piraterie-Blockliste deutscher Provider offen
- Europäische Fußballligen: X ist "Heimat der Social Media-Piraterie"
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