Kameras am Ende? - Teure Modelle boomen und ziehen den Markt mit

Smartphones haben zwar den Markt für Kompaktkameras nahezu aus­radiert, trotz ihrer immer weiter steigenden Qualität sorgen sie aber nicht für Absatzeinbußen bei den teuren Kamera-Modellen - im Gegenteil, deren Absatz boomt.
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Leica ausverkauft

In einer Zeit, in der Smartphones die Fotografie dominieren, sehen scheinbar nur noch wenige den Bedarf für eine dedizierte Kamera. Gute Fotos können heute mit dem Smartphone aufgenommen, bearbeitet und direkt in sozialen Medien geteilt werden. 2011 empfahl Annie Leibovitz in einem Interview sogar ihr iPhone 4s als "die Schnappschusskamera von heute". Seit diesen Worten ist der Anteil der mit Smartphones aufgenommenen Fotos von 25 Prozent auf über 90 Prozent gestiegen.

Der Absatz digitaler Kameras ist im gleichen Zeitraum um 93 Prozent eingebrochen. Besonders Einstiegsmodelle verschwinden allmählich vom Markt. Dennoch trotzen Premium-Kameras diesem Abwärtstrend, berichtet The Economist. Als die Leica Q3 im letzten Jahr auf den Markt kam, betrugen die Wartezeiten zunächst sechs Monate - trotz des enormen Preises von über 6000 Euro. Der Erfolg dieser Kamera trug zu einem Rekordjahr für das 110-jährige Unternehmen bei.


Auch Fujifilms neueste X100-Kamera war seit ihrer Veröffentlichung im Februar ausverkauft und wird nun online zu einem Vielfachen ihres ursprünglichen Preises von rund 1800 Euro gehandelt. Konkurrenten wie Nikon setzen ebenfalls verstärkt auf hochpreisige Modelle, was dazu führt, dass sich der Durchschnittspreis einer Kamera laut des Branchenverbandes Camera and Imaging Products Association (CIPA) in den letzten sechs Jahren verdreifacht hat.

Absatz steigt wieder

Professionelle Fotografen verlassen sich weiterhin auf hochwertige Kameras: Kaum ein Brautpaar würde sich wünschen, dass die Hochzeitsfotos mit einem iPhone gemacht werden. Weder waren Einstiegsmodelle je ein Ersatz für Premium-Kameras, noch sind es Smartphones. Tatsächlich fördern Smartphones die Nachfrage nach High-End-Kameras, indem sie immer mehr Menschen für die Fotografie begeistern. Besonders unter den hippen Generationen sind Premium-Kameras zu einem Statussymbol geworden. Videos, die Fujifilms X100 zeigen, haben auf TikTok bereits Millionen von Aufrufen.

Das wachsende Interesse an High-End-Geräten trägt dazu bei, dass die Gesamtzahl der in diesem Jahr verkauften Kameras erstmals seit 2017 wieder zunimmt. Für die weltweit angeschlagenen Kamerahersteller zahlt sich dieser Fokus auf Premium-Produkte aus.

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Zusammenfassung
  • Smartphones dominieren die Fotografie, doch Premium-Kameras boomen weiterhin
  • Trotz Smartphones steigt die Nachfrage nach teuren Kameramodellen
  • Leica Q3 und Fujifilms X100 sind trotz hoher Preise sehr gefragt
  • Durchschnittspreis für Kameras hat sich in den letzten sechs Jahren verdreifacht
  • Professionelle Fotografen bevorzugen weiterhin hochwertige Kameras
  • Premium-Kameras gelten besonders bei jungen Generationen als Statussymbol
  • Interesse an High-End-Kameras führt zu steigenden Verkaufszahlen seit 2017

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