Magdeburg wird auf Eis gelegt:
Intel verschiebt Pläne für Chipwerk

Intel legt seine Pläne für den Neubau von zwei großen Chipwerken an dem neuen deutschen Standort in Magdeburg auf Eis. Intel-CEO Pat Gelsinger kündigte an, dass dieses und andere Vorhaben um zwei Jahre verschoben werden sollen.
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Intel

Gelsinger verkündet Verschiebung um zwei Jahre

Weil Intel derzeit unter massivem Druck steht und die Kosten senken will, wird der Beginn des Baus eines neuen Werks in Magdeburg um zwei Jahre verschoben. Dies verkündete Intels Konzernchef Gelsinger jetzt in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das auf der Website des Unternehmens veröffentlicht wurde.

Gelsinger erwähnte die Maßnahme beinahe beiläufig und erklärte, dass auch die Pläne für ein neues Packaging-Werk in Polen, in dem die in Magdeburg verarbeiteten Wafer zu fertigen Chips "verpackt" werden sollen, ebenfalls für zwei Jahre nach hinten verschoben werden. Als Grund dafür nannte Gelsinger die zu erwartende Nachfrage aus dem Markt.


Intel legt Werke in Deutschland und Polen auf Eis

Intel will in Magdeburg eigentlich gleich zwei große Werke hochziehen, in denen künftig hochmoderne Halbleiterprodukte vom Band laufen sollen. Der Konzern will damit seine Fertigungskapazitäten ausbauen, um langfristig zu einem Konkurrenten von TSMC bezüglich Auftragsproduktion von High-End-Chips zu werden.

Derzeit muss Intel aber, so jedenfalls die Einschätzung des oberen Managements, die Kosten massiv senken. Weil der Chipriese aufgrund diverser Verzögerungen bei der Einführung neuer Produkte in den letzten Jahren und den jüngsten Problemen mit den letzten beiden Generationen von PC-Chips massiv unter Druck geraten ist, wägt man derzeit diverse Maßnahmen ab.

Fertigungssparte soll eigenständig werden

Eine davon sind die kürzlich erfolgten Entlassungen, die rund 15 Prozent der weltweiten Belegschaft betreffen. Aktuell habe man diesen Prozess, der letztlich rund 15.000 Mitarbeiter ihre Jobs kosten wird, bereits zur Hälfte abgeschlossen. Als eine neue Maßnahme kündigte Gelsinger an, dass man die Fertigung von Chips künftig vollständig in eine eigenständige Entität für Intel Foundry abspalten will.

Das heißt also, Intel gründet für seine Fertigungssparte ein eigenes, externes Unternehmen. Intel vollzieht damit einen Schritt, den AMD schon vor vielen Jahren mit der Abspaltung seiner Fertigungssparte in Form von GlobalFoundries vorgenommen hatte. Intel Foundry soll dennoch ein Subunternehmen von Intel selbst bleiben.

Insgesamt will sich Intel stärker auf das Geschäft mit x86-kompatiblen Prozessoren konzentrieren und dabei einen größeren Mehrwert bieten, was sowohl Client- und Edge- als auch Data-Center-Produkte angeht. Dazu werden unter anderem die Edge- und Automotive-Sparten jetzt zur Client-Computing-Gruppe gehören.

Intel-Chef Gelsinger gab in seinem Schreiben auch bekannt, dass Amazon in großem Stil bei Intel Chips fertigen lassen will, die der US-Gigant für seine Rechenzentren rund um Amazon Web Services nutzen soll. Diese sogenannten "AI Fabric Chips" sollen für Amazon in Intels 18A-Node produziert werden, also mit einer Strukturbreite von nur noch 1,8 Nanometern. Amazon wolle langfristig auch noch weitere Chips in anderen Strukturbreiten bei Intel ordern, hieß es weiter.

Zusammenfassung
  • Intel verschiebt den Bau seines Werks in Magdeburg um zwei Jahre
  • Auch das geplante Packaging-Werk in Polen wird um zwei Jahre verschoben
  • Grund für die Verzögerung ist der Druck, Kosten zu senken und die Marktnachfrage
  • Intel plant, seine Fertigungskapazitäten auszubauen, um mit TSMC zu konkurrieren
  • Entlassungen betreffen 15 Prozent der globalen Belegschaft, 15.000 Jobs fallen weg
  • Intel will Foundry-Sparte abspalten
  • Amazon plant, AI Fabric Chips bei Intel in der 18A-Technologie fertigen zu lassen

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