Hype um Sucht-Gadget: E-Zigaretten bei Jugendlichen auf dem Rückzug

Der jüngste Versuch der Tabak-Industrie, junge Menschen in die Sucht zu treiben, ist offenbar nur von kurzem Erfolg. Aktuelle Daten aus den USA zeigen, dass die Nutzung von E-Zigaretten unter Jugendlichen in letzter Zeit massiv abstürzt.
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Zahlen sinken massiv

Seit Jahrzehnten nimmt der Tabak-Konsum unter Jugendlichen nun schon spürbar ab. Es gehört schlicht nicht mehr zum guten Ton, regelmäßig in den Entzug zu fallen, das Umfeld mit dem Qualm zu belästigen und ständig schlecht zu riechen. Die Industrie versucht entsprechend neue Trends zu platzieren, um zumindest einen Teil der Kundschaft zu erhalten.

Ein bisher recht erfolgreiches Instrument hierfür waren die E-Zigaretten, die als coole Gadgets vermarktet werden, die mit schicken Designs scheinbar perfekt zu Smartphone, Bluetooth-Ohrhörer und Co. passen. Der Hype rund um die elektrischen Nikotin-Systeme ist in den letzten Monaten aber wieder deutlich am Abflauen - zumindest nach Zahlen aus den USA.


Laut einer aktuellen Umfrage und nachfolgenden Hochrechnungen nutzen dort derzeit etwa 1,6 Millionen Schüler E-Zigaretten - das sind rund 6 Prozent aller Jugendlichen, berichtet CNN. Damit ist die Zahl der E-Zigaretten-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr immerhin um eine halbe Million gesunken, was einem Rückgang von fast 25 Prozent entspricht. Die Zahl fiel auf den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre.

"Auch wenn diese Zahlen ermutigend sind, sind wir besorgt über jedes Tabakprodukt, das für Jugendliche attraktiv ist", sagte Deirdre Lawrence Kittner, Direktorin des Office on Smoking and Health der US-Gesundheitsbehörde CDC. Insbesondere die steigenden Verkaufszahlen von Nikotinbeuteln, die zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert werden und sich dort auflösen, bereiten den Experten Sorgen. Laut der Umfrage nutzen derzeit etwa 1,8 Prozent der Schüler Nikotinbeutel, ein leichter Anstieg gegenüber 1,5 Prozent im Vorjahr.

Immer neue Ideen

Nikotinbeutel und E-Zigaretten enthalten Nikotin, das hochgradig süchtig macht und die Entwicklung des Gehirns bei jungen Menschen beeinträchtigen kann. Von den Jugendlichen, die E-Zigaretten verwenden, nutzen mehr als ein Viertel diese täglich; bei den Nutzern von Nikotinbeuteln ist es mehr als ein Fünftel. "Dies deutet stark darauf hin, dass viele Jugendliche bereits nikotinabhängig sind", erklärte Yolonda C. Richardson, Geschäftsführerin der Kampagne für tabakfreie Kinder.

Eine Mehrheit der jugendlichen Nutzer bevorzugt aromatisierte Produkte, wobei fruchtige Geschmacksrichtungen bei E-Zigaretten und Minze bei Nikotinbeuteln am beliebtesten sind. Diese Geschmacksrichtungen und zielgerichtetes Marketing tragen maßgeblich dazu bei, dass junge Menschen zu Tabakprodukten greifen.

Zusammenfassung
  • E-Zigaretten-Nutzung bei US-Jugendlichen sinkt um 25 Prozent
  • Rückgang auf niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre
  • 1,6 Millionen Schüler nutzen E-Zigaretten
  • Anstieg der Nikotinbeutel-Nutzung auf 1,8 Prozent
  • Nikotin macht stark abhängig und schädigt das Gehirn
  • Mehr als ein Viertel der jugendlichen E-Zigaretten-Nutzer dampfen täglich
  • Beliebteste Aromen sind fruchtige Geschmacksrichtungen bei E-Zigaretten

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