Unbeliebte Telefonie: Schon ein Viertel der Jüngeren ruft nie zurück

Über Jahrzehnte war die Telefonie der Inbegriff der Telekommunikation. Allerdings zeigt sich jetzt unter jüngeren Nutzern, dass die Fern­ge­sprä­che wohl überwiegend auch daher genutzt wurden, weil alle anderen Methoden noch weniger angenehm waren.
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Geh doch mal ran!

Als die einzige Alternative zum Anruf das Verschicken von Briefen oder Postkarten war, fiel die Wahl nicht besonders schwer. Inzwischen gibt es aber viele andere Optionen und die Telefonie gerät zunehmend ins Hintertreffen. Eine aktuelle Umfrage aus Großbritannien zeigt, dass viele junge Menschen das Telefonieren zunehmend vermeiden.

Laut einer Erhebung der Verbraucher-Plattform Uswitch antwortet etwa ein Viertel der 18- bis 34-Jährigen nie auf Anrufe. Stattdessen ignorieren sie das Klingeln, antworten per Textnachricht oder suchen die Nummer online, wenn sie sie nicht erkennen. Die Studie ergab zudem, dass fast 70 Prozent der jungen Erwachsenen generell Textnachrichten einem Anruf vorziehen.


Für ältere Generationen ist das Telefonieren ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Viele erinnern sich daran, wie sie in ihrer Jugend um die Nutzung des Festnetzanschlusses kämpften, während die gesamte Familie mithörte. Jüngere Generationen hingegen sind mit Textnachrichten aufgewachsen. Mit dem ersten Handy begann die Leidenschaft fürs Tippen: Jedes Wort musste sorgfältig abgewogen werden, um in der frühen SMS-Zeit in die begrenzten 160 Zeichen zu passen und zusätzliche Gebühren zu vermeiden.

Die Psychologin Elena Touroni erklärte, dass junge Menschen heute kaum noch Gewohnheiten rund um das Telefonieren entwickelt haben. "Es fühlt sich jetzt komisch an, weil es nicht die Norm ist", sagte sie. Für viele junge Leute ist ein unerwarteter Anruf gleichbedeutend mit schlechten Nachrichten. Über die Hälfte der Befragten aus der Uswitch-Umfrage gab an, dass ein Anruf oft mit einem Gefühl der Vorahnung verbunden ist.

Kurzer Text ist toll

Das Bedürfnis nach flexibleren Kommunikationswegen zeigt sich auch in der zunehmenden Beliebtheit von Gruppenchats und Sprachnachrichten, die die traditionelle Telefonie ersetzen. Während 37 Prozent der 18- bis 34-jährigen Sprachnachrichten bevorzugen, liegt diese Präferenz bei den älteren Generationen nur bei einem Prozent. Andere hingegen empfinden das Abhören langer, unstrukturierter Sprachnachrichten als mühsam und bevorzugen kurze Texte, wie sie in klassischen Textnachrichten der Messenger zu finden sind.

Trotz der Kritik an der "Telefonphobie" der jüngeren Generationen handelt es sich weniger um eine grundsätzliche Abneigung als vielmehr um eine Anpassung an moderne Kommunikationsgewohnheiten. So wie einst das Faxgerät durch E-Mails ersetzt wurde, könnten auch traditionelle Telefonate allmählich durch textbasierte Alternativen abgelöst werden.

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Zusammenfassung
  • Telefonie war lange Zeit Hauptform der Telekommunikation
  • Junge Nutzer meiden Anrufe, bevorzugen Textnachrichten
  • Viele unter 34 reagieren nicht auf Telefonklingeln
  • Studie zeigt, 70% der jungen Erwachsenen bevorzugen Texte
  • Ältere Generationen sahen Telefon als Alltagswerkzeug
  • Junge Menschen empfinden Telefonate oft als unangenehm
  • Sprachnachrichten und Gruppenchats gewinnen an Beliebtheit

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