Krypto-Millionen im US-Wahlkampf:
Branche setzt auf Trump
Vom Skandal zur Wahlkampfmacht: Die Kryptobranche investiert mehr denn je in die US-Politik. Warum setzen selbst ehemals demokratische Tech-Größen nun auf Trump? Ein Blick hinter die Kulissen des digitalen Goldrausches im US-Wahlkampf 2024.
Die Kryptowährungsbranche mischt den aktuellen US-Wahlkampf kräftig auf. Wie Bloomberg berichtet, haben Unternehmen und Investoren aus dem Bereich der digitalen Vermögenswerte bereits mehr Geld in den Wahlkampf 2024 gepumpt als in allen vorherigen Wahlzyklen zusammen. Und das, obwohl die Zahlen für das zweite Quartal noch gar nicht vollständig erfasst sind.
Doch mit der jüngsten Rally des Bitcoin-Kurses auf neue Rekordhöhen haben sich auch die Kassen der Kryptounternehmen wieder gefüllt. Gleichzeitig ist der Druck gestiegen, politischen Einfluss zu nehmen.
Denn die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) hat in den vergangenen Jahren mehrere Klagen gegen Kryptofirmen eingereicht, die wichtige Geschäftsmodelle bedrohen. Auch Bankenaufseher erschweren es Kryptounternehmen zunehmend, Bankkonten in den USA zu eröffnen und zu unterhalten.
Auch abseits dieses Treffens fließen die Gelder. Die Krypto-Lobbygruppe Fairshake und zwei verbündete Super-PACs (Political Action Committees, die unbegrenzt Spenden sammeln und ausgeben dürfen, solange sie nicht direkt mit Kandidaten zusammenarbeiten) haben in diesem Wahlzyklus bereits 170 Millionen Dollar eingesammelt.
Zu den Geldgebern gehören Schwergewichte wie die Kryptobörse Coinbase, das Blockchain-Unternehmen Ripple und die Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz.
Auch Tesla-Chef Elon Musk, bekannt für seine Vorliebe für die Spaßwährung Dogecoin, hat Geld an ein Pro-Trump Super-PAC gespendet. Und die Winklevoss-Zwillinge, die durch ihre Rolle bei der Gründung von Facebook bekannt wurden und nun die Gemini-Kryptobörse betreiben, unterstützen den Herausforderer von Elizabeth Warren im Senatsrennen. Warren, eine demokratische Senatorin aus Massachusetts, ist bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber der Kryptoindustrie und ihre Forderungen nach stärkerer Regulierung.
Tyler Winklevoss brachte es am 20. Juni 2024 auf X (vormals Twitter) auf den Punkt, als er eine Bitcoin-Spende von 1 Million Dollar (entspricht ca. 15,47 BTC) an Trump verkündete:
"Es ist ein Wahnsinn", beschreibt Lobbyist Todd White die aktuelle Situation. "Sie wissen, wenn sie in diesem Jahr nicht politisch aktiv werden, werden viele von ihnen möglicherweise nicht überleben, zumindest nicht in den Vereinigten Staaten."
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob diese massive Investition in politischen Einfluss Früchte trägt. Für die Kryptobranche steht dabei viel auf dem Spiel - nicht weniger als ihre Zukunft im wichtigen US-Markt.
Was haltet ihr von diesem massiven Engagement der Kryptobranche im US-Wahlkampf? Ist es legitim, dass Unternehmen so viel Geld in die Politik pumpen? Oder seht ihr die Gefahr einer zu starken Einflussnahme? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!
Siehe auch:
Comeback nach FTX-Skandal
Dabei sah es nach dem spektakulären Zusammenbruch der Kryptobörse FTX Ende 2022 zunächst so aus, als würde sich die Politik von der Kryptobranche distanzieren. Viele Abgeordnete gaben damals Spendengelder zurück, die sie von FTX-Gründer Sam Bankman-Fried und seinen Mitarbeitern erhalten hatten. Der Skandal hatte die gesamte Branche in Verruf gebracht. Infografik Bitcoin is back: Der wilde Kursverlauf der letzten vier Jahre
Doch mit der jüngsten Rally des Bitcoin-Kurses auf neue Rekordhöhen haben sich auch die Kassen der Kryptounternehmen wieder gefüllt. Gleichzeitig ist der Druck gestiegen, politischen Einfluss zu nehmen.
Denn die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) hat in den vergangenen Jahren mehrere Klagen gegen Kryptofirmen eingereicht, die wichtige Geschäftsmodelle bedrohen. Auch Bankenaufseher erschweren es Kryptounternehmen zunehmend, Bankkonten in den USA zu eröffnen und zu unterhalten.
Millionen für Trump und Co.
In dieser Situation setzt die Branche verstärkt auf Donald Trump, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten für 2024, und andere Politiker, die als kryptofreundlich gelten. Trump trifft sich heute mit wohlhabenden Unterstützern am Rande einer Bitcoin-Konferenz in Nashville. Für einen Platz am Tisch mit Trump werden dabei stolze 844.600 US-Dollar fällig.Auch abseits dieses Treffens fließen die Gelder. Die Krypto-Lobbygruppe Fairshake und zwei verbündete Super-PACs (Political Action Committees, die unbegrenzt Spenden sammeln und ausgeben dürfen, solange sie nicht direkt mit Kandidaten zusammenarbeiten) haben in diesem Wahlzyklus bereits 170 Millionen Dollar eingesammelt.
Zu den Geldgebern gehören Schwergewichte wie die Kryptobörse Coinbase, das Blockchain-Unternehmen Ripple und die Risikokapitalfirma Andreessen Horowitz.
Unterstützung aus der Tech-Szene
Bemerkenswert ist dabei, dass selbst ehemals demokratisch gesinnte Tech-Unternehmer nun auf die Republikaner setzen. Marc Andreessen und Ben Horowitz, die Gründer der einflussreichen Venture-Capital-Firma a16z, haben kürzlich in einem Podcast ihre Unterstützung für Trump erklärt. Andreessen, der nach eigenen Angaben früher Demokraten wie Bill und Hillary Clinton sowie Barack Obama unterstützt hatte, zeigte sich begeistert von Trumps Krypto-freundlicher Plattform.Auch Tesla-Chef Elon Musk, bekannt für seine Vorliebe für die Spaßwährung Dogecoin, hat Geld an ein Pro-Trump Super-PAC gespendet. Und die Winklevoss-Zwillinge, die durch ihre Rolle bei der Gründung von Facebook bekannt wurden und nun die Gemini-Kryptobörse betreiben, unterstützen den Herausforderer von Elizabeth Warren im Senatsrennen. Warren, eine demokratische Senatorin aus Massachusetts, ist bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber der Kryptoindustrie und ihre Forderungen nach stärkerer Regulierung.
Regulierung als Schlüsselthema
Der Hintergrund für dieses massive Engagement: Die Kryptobranche hofft auf regulatorische Erleichterungen unter einer möglichen zweiten Trump-Regierung. Viele Unternehmen sehen die aktuelle Politik der Biden-Administration als existenzbedrohend an.Tyler Winklevoss brachte es am 20. Juni 2024 auf X (vormals Twitter) auf den Punkt, als er eine Bitcoin-Spende von 1 Million Dollar (entspricht ca. 15,47 BTC) an Trump verkündete:
In den letzten Jahren hat die Biden-Administration dem Krypto-Sektor offen den Krieg erklärt. Sie hat mehrere Regierungsbehörden instrumentalisiert, um die seriösen Akteure in unserer Branche zu schikanieren und zu verklagen, mit dem Ziel, sie zu zerstören.
Mehrstufige Strategie
Die Wahlkampfspenden sind dabei nur ein Teil einer umfassenderen Strategie. Wie Kristin Smith, CEO der Blockchain Association, erklärt, investiert die Branche auch in Kampagnen zur Mobilisierung der Basis, um kryptofreundliche Wähler zu aktivieren. Gleichzeitig besuchen Krypto-Manager Politiker in Washington und engagieren Lobbyisten, um ihre Agenda in Gesetzesvorhaben einzubringen."Es ist ein Wahnsinn", beschreibt Lobbyist Todd White die aktuelle Situation. "Sie wissen, wenn sie in diesem Jahr nicht politisch aktiv werden, werden viele von ihnen möglicherweise nicht überleben, zumindest nicht in den Vereinigten Staaten."
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob diese massive Investition in politischen Einfluss Früchte trägt. Für die Kryptobranche steht dabei viel auf dem Spiel - nicht weniger als ihre Zukunft im wichtigen US-Markt.
Was haltet ihr von diesem massiven Engagement der Kryptobranche im US-Wahlkampf? Ist es legitim, dass Unternehmen so viel Geld in die Politik pumpen? Oder seht ihr die Gefahr einer zu starken Einflussnahme? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Kryptoindustrie investiert 2024 massiv in US-Wahlkampf
- FTX-Skandal warf zunächst schlechtes Licht auf Branche
- Bitcoin-Rally füllt Kassen für politisches Engagement
- SEC und Bankenaufsicht erhöhen Druck auf Kryptofirmen
- Trump gilt als Hoffnungsträger für weniger Regulierung
- Krypto-Lobbygruppen sammeln 170 Millionen Dollar
- Ehemalige Demokraten-Unterstützer wenden sich GOP zu
Siehe auch:
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