Gatekeeper Edge: Opera fordert Rückkehr der Browserwahl für Windows
Microsoft entging mit seinem Browser Edge bisher der Einstufung als "Gatekeeper" nach dem in der EU gültigen Digitalmärktegesetz. Geht es nach dem Konkurrenten Opera, sollte die EU ihre Einstufung für den Edge-Browser wegen Microsofts zweifelhafter Marketing-Taktik ändern.
Opera wirft Microsoft nun aber vor, dass der Softwarekonzern es den Nutzern von Windows weiterhin schwer macht, einen alternativen Browser zu nutzen. Außerdem behandele Microsoft den hauseigenen Edge-Browser unter Windows weiterhin bevorzugt, wodurch die Wettbewerbslage deutlich verzerrt werde, behauptet jedenfalls Opera.
Die bisherige Einschätzung der EU berücksichtige die von Microsoft für Edge unter Windows geschaffene "gefestigte und privilegierte Position" auf Windows-Geräten nicht in ausreichendem Maße, argumentiert Opera. Die EU müsse deshalb ihre zuletzt getroffene Entscheidung, Edge nicht als "Gatekeeper"-Produkt einzustufen, dringend überdenken.
Unter Windows war das Browser-Auswahlmenü mehrere Jahre Standard, nachdem Microsoft wegen seiner Versuche, die Nutzer an den Internet Explorer zu binden, einst zu Zeiten von Windows XP von der EU eine Milliardenstrafe erhielt. Seit 2010 musste Microsoft eine Browserwahl anbieten, doch die Verpflichtung dazu lief bereits 2014 aus, woraufhin diese Praxis wieder eingestellt wurde.
Opera legt nun Berufung gegen die im Februar 2024 gefällte Entscheidung, Edge nicht als Gatekeeper einzustufen, vor dem Europäischen Gerichtshof ein. Ein Gatekeeper ist nach der Definition des DMA ein großer Technologieanbieter, der einen "Kernplattformdienst" anbietet und durch die Art des Betriebs Einfluss auf die Entwicklung der Online-Nutzung und den Erfolg von Firmen im Internet nehmen kann.
Microsoft wird zwar von der EU als Gatekeeper eingestuft, Edge gehört aber nicht zu den Produkten, die man als "Kernplattformdienst" ansieht - anders als etwa Google Chrome.
Siehe auch:
Opera: Und Edge ist doch ein Gatekeeper-Produkt
Nach Auffassung des Browser-Herstellers Opera macht die EU mit dem Verzicht der Einstufung von Microsoft Edge als sogenanntes "Gatekeeper"-Produkt einen Fehler. Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union hatten darauf verzichtet, weil Edge unter Windows keine für die entsprechende Einstufung relevanten Nutzerzahlen hat, schließlich dominiert Google Chrome weltweit als meistgenutzter Browser.Opera wirft Microsoft nun aber vor, dass der Softwarekonzern es den Nutzern von Windows weiterhin schwer macht, einen alternativen Browser zu nutzen. Außerdem behandele Microsoft den hauseigenen Edge-Browser unter Windows weiterhin bevorzugt, wodurch die Wettbewerbslage deutlich verzerrt werde, behauptet jedenfalls Opera.
Edge wird für Download anderer Browser benötigt
Edge sei weiterhin der "Gatekeeper", den die Nutzer von Windows überwinden müssten, um einen alternativen Browser wie Opera herunterzuladen, so das Unternehmen weiter. Im Grunde agiere Edge somit genau so, wie es die EU in ihren Vorgaben für die Einstufung als Gatekeeper im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) vorsehen, heißt es weiter.Die bisherige Einschätzung der EU berücksichtige die von Microsoft für Edge unter Windows geschaffene "gefestigte und privilegierte Position" auf Windows-Geräten nicht in ausreichendem Maße, argumentiert Opera. Die EU müsse deshalb ihre zuletzt getroffene Entscheidung, Edge nicht als "Gatekeeper"-Produkt einzustufen, dringend überdenken.
Opera fordert die Rückkehr der Browserwahl
Opera fordert nach eigenen Angaben, dass es auch unter Windows eine Art Menü für die Auswahl des bevorzugten Browsers geben muss, aus dem der Anwender selbst einen gewünschten Browser wählen kann. Ein solches Menü gibt es seit einiger Zeit unter Android und sogar auf Apples iOS.Unter Windows war das Browser-Auswahlmenü mehrere Jahre Standard, nachdem Microsoft wegen seiner Versuche, die Nutzer an den Internet Explorer zu binden, einst zu Zeiten von Windows XP von der EU eine Milliardenstrafe erhielt. Seit 2010 musste Microsoft eine Browserwahl anbieten, doch die Verpflichtung dazu lief bereits 2014 aus, woraufhin diese Praxis wieder eingestellt wurde.
Opera legt nun Berufung gegen die im Februar 2024 gefällte Entscheidung, Edge nicht als Gatekeeper einzustufen, vor dem Europäischen Gerichtshof ein. Ein Gatekeeper ist nach der Definition des DMA ein großer Technologieanbieter, der einen "Kernplattformdienst" anbietet und durch die Art des Betriebs Einfluss auf die Entwicklung der Online-Nutzung und den Erfolg von Firmen im Internet nehmen kann.
Microsoft wird zwar von der EU als Gatekeeper eingestuft, Edge gehört aber nicht zu den Produkten, die man als "Kernplattformdienst" ansieht - anders als etwa Google Chrome.
Zusammenfassung
- Microsoft Edge bisher nicht als "Gatekeeper" nach EU-Gesetz eingestuft
- Opera kritisiert EU für Nicht-Einstufung von Edge als Gatekeeper
- Microsoft bevorzugt eigenen Browser Edge unter Windows
- Opera behauptet, Edge behindere Nutzung alternativer Browser
- EU soll Entscheidung bezüglich Edge revidieren, fordert Opera
- Opera schlägt Browserwahl-Menü für Windows vor
- Opera legt gegen EU-Entscheidung Berufung ein
Siehe auch:
- Neue Kritik an Microsoft von Vivaldi zur Browser-Auswahl in Windows 11
- Mozilla: Lob und Kritik für Änderungen an Windows 11-Browser-Wahl
- Windows 11: Wahl des Standardbrowsers wird deutlich einfacher
- Google ist das neue Microsoft: Android jetzt mit Menü zur Browserwahl
- EU-Forderung: Android bekommt Browser- und Suchmaschinen-Wahl
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