Spiele auf neuen ARM-PCs: Riesenlücke zwischen Anspruch & Realität
Der Hype um die neuen ARM-basierten Laptops mit Snapdragon-Prozessoren war groß, doch mittlerweile sind die ersten Geräte im Handel gelandet. Qualcomm versprach im Vorfeld "fehlerfreie" Kompatibilität mit Windows-Spielen, doch die Realität sieht deutlich anders aus.
Bei US-Publikationen wie PCWorld und Tom's Hardware beschäftigt man sich derzeit ausführlich mit der Spielekompatibilität und -leistung der neuen Snapdragon X-basierten ARM-Laptops mit Windows 11 - mit teilweise stark enttäuschenden Ergebnissen und der klaren Erkenntnis, dass Anspruch und Wirklichkeit bisher kaum zu vereinbaren sind.
Qualcomm bewirbt vor allem die theoretische Performance der Adreno-Grafikeinheit in den Snapdragon X-Chips. Diese kann tatsächlich mit bis zu 4,6 TFLOPS Leistung in Benchmarks wie 3DMark Wild Life Extreme deutlich höhere Werte erzielen als der oft als Vergleich herangezogene Intel Core Ultra 155H, den man zumindest in diesem einen Benchmark um 36 Prozent schlägt. Allerdings ist dies auch nur möglich, weil hier eben die Optimierung auf diesen Benchmark erfolgt ist.
Die Schwachstelle ist und bleibt wohl auch noch lange die Kompatibilität und Treiberoptimierung. So hat etwa das Valve Steam Deck eine mit 1,6 Teraflops im Vergleich sehr schwache Grafikeinheit, doch liefert dieser Teil der AMD "Van Gogh"-APU im Alltag eine deutlich bessere Performance als die Qualcomm-Grafik. Grund dafür ist der Erfahrungsvorsprung von AMD im Hinblick auf Treiberentwicklung und die nativ auf der x86-Architektur laufenden Spiele, für die keine Emulation benötigt wird.
Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis Qualcomm in der Lage ist, bei der Gaming-Performance mit den integrierten GPUs von Intel und AMD mitzuhalten, was den Realbetrieb angeht. Man muss sich im Grunde nur vor Augen führen, wie sich Intels seit 2022 angebotenen Arc-GPUs bisher so im Markt entwickelten. Gleichzeitig ist offen, wie die Entwicklung bei Qualcomm weitergeht, denn AMD & Intel schlafen natürlich auch nicht.
So steht mit "Strix Point" derzeit die nächste Generation der AMD-Plattformen in den Startlöchern, deren integrierte Grafikeinheit schon jetzt deutlich mehr Gaming-Performance liefert - sowohl auf dem Papier als auch real. Und auch bei Intel ist die Entwicklung nicht stehen geblieben. Innerhalb der nächsten Monate kommt mit der Lunar Lake-Plattform auch vom größten x86-Hersteller eine neue Laptop-Plattform auf den Markt, die einen ordentlichen Schub bei der GPU-Performance mitbringt.
Natürlich sind kompakte und leichte Notebooks generell nicht unbedingt als Gaming-Geräte zu betrachten. Allerdings wurde Qualcomm eben auch nicht müde, für seine Chips unter anderem mit den Spiele-Benchmarks zu trommeln und muss sich nun auch daran messen lassen. Immerhin scheint der Chipgigant aus San Diego aber gewillt, kräftig in die Einhaltung seiner Versprechen zu investieren. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl Microsoft und letztlich auch die Endkunden ebenfalls einen langen Atem beweisen.
Siehe auch:
Ganz so einfach ist es dann doch nicht
Wegen der Emulation, fehlender Optimierungen und diversen anderen Faktoren klafft zwischen dem Anspruch bzw. den theoretischen Möglichkeiten und der Performance-Realität gerade im Vergleich zu den konkurrierenden integrierten Grafikeinheiten von AMD und Intel eine riesige Lücke. Außerdem ist die Zahl der Spiele, die eben nicht mit den Snapdragon-Chips und ihrer Adreno-Grafikeinheit kompatibel sind, noch immer riesig.Bei US-Publikationen wie PCWorld und Tom's Hardware beschäftigt man sich derzeit ausführlich mit der Spielekompatibilität und -leistung der neuen Snapdragon X-basierten ARM-Laptops mit Windows 11 - mit teilweise stark enttäuschenden Ergebnissen und der klaren Erkenntnis, dass Anspruch und Wirklichkeit bisher kaum zu vereinbaren sind.
Qualcomm bewirbt vor allem die theoretische Performance der Adreno-Grafikeinheit in den Snapdragon X-Chips. Diese kann tatsächlich mit bis zu 4,6 TFLOPS Leistung in Benchmarks wie 3DMark Wild Life Extreme deutlich höhere Werte erzielen als der oft als Vergleich herangezogene Intel Core Ultra 155H, den man zumindest in diesem einen Benchmark um 36 Prozent schlägt. Allerdings ist dies auch nur möglich, weil hier eben die Optimierung auf diesen Benchmark erfolgt ist.
Selbst Intels iGPU ist oft mehr als dreimal schneller
Bei PCWorld zeigten sich in Tests aber deutliche Defizite. Viele Spiele laufen auf den Snapdragon-PCs bisher genauso wenig wie wichtige, oft genutzte andere Software, darunter zum Beispiel Adobe Premiere und Adobe After Effects. In bestimmten Spielen zeigten sich aber auch massive Schwächen. So läuft Civilization VI zwar, doch bietet selbst die iGPU des Intel Core Ultra 7 155H eine um das 3,5-fache höhere Performance als die Qualcomm Adreno X1 im Snapdragon X Elite.Die Schwachstelle ist und bleibt wohl auch noch lange die Kompatibilität und Treiberoptimierung. So hat etwa das Valve Steam Deck eine mit 1,6 Teraflops im Vergleich sehr schwache Grafikeinheit, doch liefert dieser Teil der AMD "Van Gogh"-APU im Alltag eine deutlich bessere Performance als die Qualcomm-Grafik. Grund dafür ist der Erfahrungsvorsprung von AMD im Hinblick auf Treiberentwicklung und die nativ auf der x86-Architektur laufenden Spiele, für die keine Emulation benötigt wird.
1.300 Spiele sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein
Wie viel Qualcomm und seine Partner tatsächlich noch zu tun haben, zeigt auch ein Vergleich der Kompatibilitätslisten für die neuen ARM-PCs und das Steam Deck. So sind auf der offiziellen Liste der Spiele, die für Windows on ARM geeignet sind, aktuell 1.373 Titel verzeichnet, von denen ein guter Teil auch einfache Indie- oder 2D-Spiele sind. Beim Steam Deck sind es, auch dank des Linux-Kompatibilitäts-Tools Proton, laut der SteamDB fast 15.400 unterstützte Spiele.Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis Qualcomm in der Lage ist, bei der Gaming-Performance mit den integrierten GPUs von Intel und AMD mitzuhalten, was den Realbetrieb angeht. Man muss sich im Grunde nur vor Augen führen, wie sich Intels seit 2022 angebotenen Arc-GPUs bisher so im Markt entwickelten. Gleichzeitig ist offen, wie die Entwicklung bei Qualcomm weitergeht, denn AMD & Intel schlafen natürlich auch nicht.
So steht mit "Strix Point" derzeit die nächste Generation der AMD-Plattformen in den Startlöchern, deren integrierte Grafikeinheit schon jetzt deutlich mehr Gaming-Performance liefert - sowohl auf dem Papier als auch real. Und auch bei Intel ist die Entwicklung nicht stehen geblieben. Innerhalb der nächsten Monate kommt mit der Lunar Lake-Plattform auch vom größten x86-Hersteller eine neue Laptop-Plattform auf den Markt, die einen ordentlichen Schub bei der GPU-Performance mitbringt.
Natürlich sind kompakte und leichte Notebooks generell nicht unbedingt als Gaming-Geräte zu betrachten. Allerdings wurde Qualcomm eben auch nicht müde, für seine Chips unter anderem mit den Spiele-Benchmarks zu trommeln und muss sich nun auch daran messen lassen. Immerhin scheint der Chipgigant aus San Diego aber gewillt, kräftig in die Einhaltung seiner Versprechen zu investieren. Es bleibt zu hoffen, dass sowohl Microsoft und letztlich auch die Endkunden ebenfalls einen langen Atem beweisen.
Zusammenfassung
- Erste ARM-Laptops mit Snapdragon X Elite sind im Handel, Hype war groß
- Qualcomm versprach fehlerfreie Windows-Spiele-Kompatibilität, Realität enttäuscht
- Emulation und fehlende Optimierungen führen zu großen Leistungslücken
- Zahlreiche Spiele sind inkompatibel mit Snapdragon-Chips und Adreno-Grafikeinheit
- Tests zeigen massive Defizite bei Spieleleistung und Software-Kompatibilität
- Intel und AMD bieten derzeit deutlich bessere Performance und Treiberoptimierung
- Qualcomm muss noch viel tun, um bei Gaming-Performance mitzuhalten
Siehe auch:
- Snapdragon X: Update soll Gaming verbessern, mehr Spiele unterstützen
- PCs mit High-End ARM-CPUs: Snapdragon X Elite auch in Linux-Laptops
- Snapdragon X ARM-PCs mit Windows 11: Zweite Welle startet im August
- Snapdragon X Elite Demo: So schnell sollen aktuelle Top-Spiele laufen
- ARM-Power im Mini-Format? Snapdragon X Elite bald in neuen Desktops
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