Kuriose Geldwäsche-Masche mit Bahn-Gutscheinen fliegt auf

Auf die Idee muss man erst einmal kommen: In Berlin sind Strafverfolger durch die Auswertung eines Servers auf einen kuriosen Geldwäschefall gestoßen. Über Jahre hatte ein Mann Gutscheincodes der Deutschen Bahn genutzt, um insgesamt 190.000 Euro umzusetzen.
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Geldwäsche mit Bahn-Gutscheinen

Bei Geldwäsche ist das Prinzip immer das gleiche: Ein illegaler Euro soll mit möglichst wenig Verlust in einen legalen Euro umgewandelt werden. Die Staatsanwaltschaft Berlin berichtet jetzt über einen kuriosen Fall rund um einen 50-jährigen Mann, der sich eine besonders kuriose und nicht besonders effektive Masche hatte einfallen lassen.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte für die Ermittler 2019. Da war dem Landeskriminalamt Brandenburg eine Kopie eines Servers zugefallen. Der Inhalt: umfassende Daten des damals größten deutschen "Underground-Economy-Forums" crimenetwork.co. Die Plattform sei seit 2018 "fast ausschließlich" für die Organisation von Straftaten genutzt worden. Unter den rund 31.000 Mitgliedern war auch der jetzt Beschuldigte.


Wie der Ermittler beschreiben, hatte der zwischen November 2018 und Oktober 2021 hunderte falscher Gutscheincodes der Deutschen Bahn auf der Plattform erworben, die dort weit unter Nennwert angeboten wurden und aus "Computerbetrugstaten" stammen. Diese Codes wurden von dem Beschuldigten dann wiederum an Fahrkartenautomaten genutzt, um Zeitkarten zu erwerben. Mit diesen Zeitkarten soll er dann über drei Jahre einen Umsatz von 190.000 Euro erzielt haben.

Nun sieht sich der Mann mit einer Klage vor dem Amtsgericht Tiergarten konfrontiert, der Vorwurf: "161 Fälle der gewerbsmäßigen Geldwäsche und vier Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs".

Von Geldwäsche spricht man hier, weil der Mann wissentlich illegale Gutscheincodes erwarb und verwendete, um diese in legale Güter (Zeitkarten) umzuwandeln. Durch deren Verkauf an unwissentliche Dritte wird der illegale Ursprung des Geldes dann verschleiert. Ob schon das Geld für den Erwerb der Gutscheine in diesem Fall aus illegalen Quellen stammt, ist nicht bekannt.

Zusammenfassung
  • Berliner Ermittler entdeckten kuriosen Geldwäschefall durch Serverauswertung
  • Mann setzte 190.000 Euro mit Bahn-Gutscheincodes um
  • Landeskriminalamt Brandenburg erhielt 2019 Serverkopie von crimenetwork.co
  • Plattform crimenetwork.co diente seit 2018 zur Organisation von Straftaten
  • Beschuldigter kaufte zwischen 2018 und 2021 Hunderte falscher Gutscheincodes
  • Gutscheincodes wurden für Zeitkarten an Fahrkartenautomaten genutzt
  • Zeitkarten wurden dann an Dritte verkauft
  • Klage vor Amtsgericht Tiergarten wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche und Betrugs

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