3D Pipes & Co.: So entstanden die kultigen Windows-Bildschirmschoner

Es ist Jahre, ja sogar Jahrzehnte her, dass Bildschirmschoner ein Thema waren. Das lag vor allem daran, dass Röhren-Monitore die Tendenz zum Einbrennen hatten. Heute sind sie dank LCD und Co. nicht mehr nötig. Nostalgiker erinnern sich aber dennoch gerne zurück.
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Die Ära der Bildschirmschoner ist lange vorbei

Kein Windows-Rechner ohne Screensaver bzw. Bildschirmschoner: Dieses Motto galt viele Jahre in Bezug auf PCs und Heimcomputer, doch heutzutage sind sie allenfalls noch ein Scherz oder eine nostalgische Spielerei. Microsoft hatte allerdings diverse Bildschirmschoner im Angebot, die man als kultig bezeichnen kann und muss. Dazu zählt etwa "The Maze", das ein Wolfenstein 3D-artiges Labyrinth bot, Mystify und seine rotierenden Vierecke, dazu kommen verspielte Varianten wie "The Astronaut Adrift" oder "The Haunted House".

Wer eine Liste der besten Screensaver erstellt, der wird nicht umhinkommen, "3D Pipes" in der Top-3 der Bildschirmschoner aufzunehmen: Die bunten Rohre, die immer wieder neu auf dem Display generiert werden, gehörten zweifellos zu den besten Lösungen auf diesem Gebiet.

Der Microsoft-Veteran Raymond Chen, der auf seinem Microsoft Dev-Blog The Old New Thing regelmäßig spannende Blicke in die Vergangenheit der Redmonder Konzerns wirft, widmet dem 3D-Pipes-Screensaver einen eigenen Beitrag und erzählt, wie es zu diesem überhaupt gekommen ist.

Der vielleicht kultigste Microsoft-Bildschirmschoner: 3D Pipes

"Einer meiner alten Freunde hat mir erzählt, wie er 3D Pipes zu Windows hinzugefügt hat", schreibt Chen. "Zu dieser Zeit war er im Windows OpenGL-Team. Sie hatten die API erfolgreich mit Hardware-Beschleunigung implementiert, aber es gab nichts, womit sie das zeigen konnten." Er schreibt, dass damals Windows NT 3.5 kurz vor der Veröffentlichung stand, aber es nichts gab, das die Benutzer darauf hinweist, dass dieses Feature überhaupt existierte.

Screensaver als "Werbung"

Chen erinnert sich, dass sein Freund einen Weg finden musste, wie er diese Funktion bewerben kann, ohne die Systemstabilität zu gefährden. "Da kam ihm die Idee, einen Bildschirmschoner zu verwenden" so Chen. So konnte er die Aufmerksamkeit der Benutzer auf seine Arbeit lenken, und das Risiko war relativ gering, denn wenn es ein Problem gab, konnte er den Benutzern einfach sagen: "Sorry, benutzt diesen Bildschirmschoner nicht".

Also wurde ein interner Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem auch zahlreiche Bildschirmschoner entstanden: 3D Text, 3D Maze, 3D Flying Objects und natürlich auch 3D Pipes. Eine Abstimmung sollte herausfinden, welches man Windows NT hinzufügen wird. Doch dann sah ein Mitglied aus dem Marketing die Screensaver, war begeistert und schrieb: "Du kannst die Abstimmung abbrechen. Wir nehmen alle in das Produkt auf!"

Zusammenfassung
  • Bildschirmschoner waren wegen Einbrennen bei Röhren-Monitoren notwendig
  • Heute sind Bildschirmschoner dank LCD-Technologie nicht mehr nötig
  • Microsoft bot kultige Bildschirmschoner wie "The Maze" und "Mystify" an
  • "3D Pipes" gehört zu den besten und beliebtesten Bildschirmschonern
  • Raymond Chen beschreibt die Entstehung des 3D-Pipes-Screensavers
  • Bildschirmschoner zeigten OpenGL-Hardware-Beschleunigung in Windows NT
  • Ein Marketingmitglied entschied, alle Bildschirmschoner in Windows NT aufzunehmen

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