Nie mehr Schnee schaufeln:
Forscher entwickeln selbstheizenden Beton

In den USA hat ein Forscherteam einen Straßenbelag entwickelt, der sich bei niedrigen Temperaturen aufheizt und so Schnee und Eis schmilzt. Damit könnte in Zukunft zum Beispiel die Bildung von Glatteis verhindert werden.
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Schnee: Mal Freud, mal Leid

Die deutschen Skigebiete klagen schon seit einigen Jahren über zu wenig Schnee. Während sich manche auf der Piste mehr von der weißen Pracht wünschen, ist sie an vielen anderen Stellen eher ein lästiges Übel.

Jeder Autobesitzer kennt das, wenn das eigene Fahrzeug morgens im Winter bei Dunkelheit erst freigeräumt werden muss, bevor es zur Arbeit gehen kann. Auch die Straßen müssen geräumt werden. Darum kümmert sich hoffentlich die Stadt beziehungsweise die Kommune. Das könnte in Zukunft jedoch nicht mehr nötig sein.

Selbstheizender Beton entwickelt

Denn ein US-Forscherteam an der Drexel University in Philadelphia hat in den letzten fünf Jahren einen Beton entwickelt und getestet, der Schnee und Eis von ganz alleine zum Schmelzen bringt.


Das Geheimnis des Straßenbelags ist das darin enthaltene Paraffin. Bei Temperaturen über vier Grad Celsius ist das Material fest und speichert thermische Energie aus der Luft in seiner Umgebung. Fällt das Thermometer unter vier Grad, verflüssigt sich das Paraffin und beginnt, die gespeicherte Wärme wieder an seine Umwelt abzugeben und den Beton aufzuheizen.

Material schmilzt den Schnee

Während einer zweieinhalbjährigen Testphase, die im Dezember 2021 begann, beobachteten die Forscher mit Kameras und Wärmesensoren die Wirkung der speziellen Betonmischung unter realen Bedingungen. Mehrere Asphaltplatten wurden dazu unter freiem Himmel den Elementen ausgesetzt. In dieser Zeit kam es zu 32 Frostereignissen.

Die Platten heizten sich auf bis zu 13 Grad Celsius auf und konnten so bis zu 1 ¼ Zentimeter der Schneedecke pro Stunde schmelzen. Die Wärme hielt dabei bis zu zehn Stunden lang. Die Forscher sehen dies als Erfolg: "Das ist zwar nicht warm genug, um einen starken Schneefall zu schmelzen, bevor ein Schneepflug benötigt wird, aber es kann dazu beitragen, die Straßenoberfläche zu enteisen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, selbst bei starkem Schneefall."

Auch benötigt der Beton nach dem Abgeben der gespeicherten thermischen Energie wieder eine Periode mit wärmerem Wetter, damit sich das Paraffin abermals "aufladen" kann. Bei Dauerfrost ist die Asphaltmischung also momentan noch wirkungslos.

Anwendung noch Zukunftsmusik

Ist es in der Zukunft möglich, ein solches Material ökonomisch sinnvoll herzustellen, könnte es in vielen Regionen, in denen es nicht dauerhaft zu Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommt, die Sicherheit auf den Straßen - zum Beispiel durch die Vermeidung von Glatteis - durchaus erhöhen.

Zusammenfassung
  • US-Forscher entwickeln schneeschmelzenden Beton
  • Paraffin im Beton speichert Wärme und schmilzt Eis
  • Testphase zeigt, Beton schmilzt Schnee bis zu 10h lang
  • Beton braucht warme Perioden zum Wiederaufladen
  • Neuer Beton könnte Straßensicherheit verbessern

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