Bitcoin Fog: Gericht sieht Angeklagten als Betreiber - dieser wehrt sich

Ein US-Bezirksgericht hat einen Mann als Betreiber des Krypto-Mixing-Services Bitcoin Fog wegen verschiedener Straftaten verurteilt. Dieser beteuert allerdings bis heute, dass ihm der Dienst gar nicht gehört und er nur ein einfacher Nutzer sei.
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Ist er es wirklich?

Für Kryptowährungen gibt es in der Hauptsache aktuell nur zwei große Anwendungsbereiche: Für Spekulationsanlagen und als Währungssystem in kriminellen Geschäften. Im letzteren Fall sind Mixing-Dienste unverzichtbar, da Transaktionen in der Blockchain immer rückverfolgbar sind. Wer seine Finanzströme also verschleiern möchte, kommt um die Geldwäsche durch solche Angebote nicht herum.

Entsprechend intensiv wird seitens der Ermittlungsbehörden nach den Betreibern solcher Services gefahndet. Im Falle von Bitcoin Fog war man sich aufgrund diverser Indizien sicher, dass man die Person hinter dem Angebot identifiziert hat. Es folgte die Anklage wegen Geldwäsche, der Verschwörung zur Geldwäsche, des Betriebs eines nicht lizenzierten Geldübermittlungsgeschäfts und der Verletzung des D.C. Money Transmitters Act, berichtet das Magazin CoinTelegraph.


Laut den im Prozess vorgelegten Beweisen betrieb der 35-Jährige von Oktober 2011 bis April 2021 Bitcoin Fog, das als Geldwäschedienst für "Kriminelle, die ihre illegalen Erlöse vor den Strafverfolgungsbehörden verstecken wollten", diente. In dieser Zeit sollen Transaktionen im Wert von rund 400 Millionen Dollar über die Plattform geschleust worden sein.

Berufung scheint sicher

Der Großteil der Kryptowährungen soll dabei von Darknet-Marktplätzen stammen, die mit Drogen, Computerbetrug und Identitätsdiebstahl in Verbindung stehen, so die Staatsanwaltschaft. Bitcoin Fog diente aber auch der Verschleierung von Geldströmen beim Vertrieb von Material über sexuellen Kindesmissbrauch.

Die Beweise, die zur Verurteilung herangezogen wurden, zeigten, dass die "große Mehrheit" der Kryptowährungen, die auf die Krypto-Börsenkonten des Beschuldigten eingezahlt wurden, von "Bitcoin-Clustern" stammten, die mit Bitcoin Fog verbunden waren. "Die bei der Verhandlung vorgelegten Beweise zeigten eindeutig, dass der Angeklagte Hunderte von Millionen illegaler Gelder aus dem Dark Web über Bitcoin Fog gewaschen hat, um die Herkunft dieser Gelder zu verschleiern", sagte der Leiter der strafrechtlichen Ermittlungen des Internal Revenue Service (IRS), Jim Lee.

Das Gericht entschied in allen Anklagepunkten auf schuldig. Die genaue Strafe soll am 15. Juli festgesetzt werden. Der Angeklagte teilte allerdings bereits mit, auf jeden Fall gegen die Entscheidung in Berufung gehen zu wollen.
Zusammenfassung
  • US-Gericht verurteilt Betreiber von Bitcoin Fog
  • Angeklagter bestreitet Eigentum am Dienst
  • Kryptowährungen oft für Spekulation und Kriminalität genutzt
  • Mixing-Dienste für Anonymisierung von Transaktionen nötig
  • Bitcoin Fog soll 400 Mio. USD gewaschen haben
  • Mehrheit der Gelder aus Darknet-Marktplätzen
  • Angeklagter plant Berufung gegen Urteil

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