USA fordern Lieferstopp auf Zeiss-Linsen für Chinas Chipfertiger
Die US-Regierung erhöht den Druck auf ihre westlichen Partner, was Exportverbote auf Materialien und Bauteilen für die Chipfertigung angeht. Hierzulande hat man offenbar den Optik-Spezialisten Zeiss im Visier, der optische Komponenten für Chip-Produktionsanlagen liefert.
In den Niederlanden und Japan hat man dabei natürlich die dort ansässigen Hersteller von Wafer-Belichtungsanlagen im Auge, darunter Nikon und allen voran ASML. Hintergrund ist unter anderem, dass Huawei und der größte chinesische Chipfertiger SMIC jüngst weitere Fortschritte beim Bau von moderneren Chips unter Verwendung älterer Technologien gemacht haben.
Die Amerikaner wollen zum Beispiel verhindern, dass Firmen wie SMIC die Möglichkeit haben, Ersatzteile für ihre bereits vorhandenen Anlagen des niederländischen Herstellers ASML zu beschaffen. ASML rüstet viele seiner für die Belichtung von Siliziumwafern verwendeten Maschinen seit Langem mit Linsen und anderen optischen Komponenten aus der Fertigung der deutschen Zeiss AG aus.
Zeiss liefert seine Produkte teilweise aber auch direkt an chinesische Abnehmer, die diese dann in die bestehenden Anlagen einbauen, um sie weiter betreiben zu können. In der Bundesregierung wurden die Wünsche der US-Regierung bisher wohl nur wenig diskutiert, wobei Bundeskanzler Olaf Scholz sich noch keine Meinung zu dem Thema gebildet haben soll. Scholz reist im April nach China, wobei Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck noch in dieser Woche in den USA zu Gast sein wird.
Dort wird Habeck auch auf Gina Raimondo treffen, die das US Department of Commerce leitet und in dieser Position federführend für die massiven Sanktionen gegen Huawei und SMIC sowie die Bemühungen um neue Exportbeschränkungen auf Produkte für die Chipfertigung verantwortlich ist. Ziel der USA soll es sein, bis zum G7-Gipfeltreffen im Juni eine gemeinsame Linie zu finden.
Zeiss versorgt ASML mit Teilen für DUV- & EUV-Systeme
Laut einem Bericht des US-Wirtschaftsdiensts Bloomberg hat die Regierung unter US-Präsident Joe Biden jüngst begonnen, vermehrt dafür zu werben, dass Länder wie Deutschland, Japan und die Niederlande die Ausfuhr von Materialien und Bauteilen aus ihrer inländischen Produktion nach China begrenzen oder ganz unterbinden.In den Niederlanden und Japan hat man dabei natürlich die dort ansässigen Hersteller von Wafer-Belichtungsanlagen im Auge, darunter Nikon und allen voran ASML. Hintergrund ist unter anderem, dass Huawei und der größte chinesische Chipfertiger SMIC jüngst weitere Fortschritte beim Bau von moderneren Chips unter Verwendung älterer Technologien gemacht haben.
Habeck bald in den USA
In Deutschland steht die Carl Zeiss AG laut dem Bericht ganz oben auf der Liste der Kandidaten, die nach dem Willen der US-Behörden von der deutschen Bundesregierung dazu gebracht werden sollen, die Ausfuhr ihrer Produkte aus bestimmten Bereichen nach China möglichst rasch zu stoppen. Zeiss arbeitet seit vielen Jahren mit ASML zusammen und liefert optische Komponenten für die Deep bzw. Extreme Ultra Violet Lithografie-Anlagen (DUV/EUV) des niederländischen Partners.Die Amerikaner wollen zum Beispiel verhindern, dass Firmen wie SMIC die Möglichkeit haben, Ersatzteile für ihre bereits vorhandenen Anlagen des niederländischen Herstellers ASML zu beschaffen. ASML rüstet viele seiner für die Belichtung von Siliziumwafern verwendeten Maschinen seit Langem mit Linsen und anderen optischen Komponenten aus der Fertigung der deutschen Zeiss AG aus.
Zeiss liefert seine Produkte teilweise aber auch direkt an chinesische Abnehmer, die diese dann in die bestehenden Anlagen einbauen, um sie weiter betreiben zu können. In der Bundesregierung wurden die Wünsche der US-Regierung bisher wohl nur wenig diskutiert, wobei Bundeskanzler Olaf Scholz sich noch keine Meinung zu dem Thema gebildet haben soll. Scholz reist im April nach China, wobei Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck noch in dieser Woche in den USA zu Gast sein wird.
Dort wird Habeck auch auf Gina Raimondo treffen, die das US Department of Commerce leitet und in dieser Position federführend für die massiven Sanktionen gegen Huawei und SMIC sowie die Bemühungen um neue Exportbeschränkungen auf Produkte für die Chipfertigung verantwortlich ist. Ziel der USA soll es sein, bis zum G7-Gipfeltreffen im Juni eine gemeinsame Linie zu finden.
Zusammenfassung
- US-Regierung will Exportverbote für Chip-Bauteile forcieren
- Zeiss als deutscher Optik-Spezialist im Fokus der USA
- Druck auf Deutschland, Japan und Niederlande zur Exportbeschränkung
- US-Behörden zielen auf Stopp von Bauteillieferungen an China
- ASML und Nikon als Wafer-Belichtungsanlagenhersteller betroffen
- Bundesregierung diskutiert US-Wünsche bisher kaum
- Habeck trifft US-Wirtschaftsministerin Raimondo zu Gesprächen
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