Perseus A: Event Horizon entdeckt Jet-Phänomen am schwarzen Loch

Astronomen haben ein supermassereiches Schwarzes Loch im kos­mi­schen Hinterhof der Erde dabei beobachtet, wie es einen sogenannten Jet-Strahl mit nahezu Lichtgeschwindigkeit ausstößt. Die Bilder wurden mit dem Event Horizon Teleskop aufgezeichnet.
Weltraum, Weltall, Schwarzes Loch, M87
Event Horizon Telescope

Magnetismus vs. Schwerkraft

In einem neuen Artikel der Zeitschrift Astronomy and Astrophysics wurden die ersten Erkenntnisse dieser fantastischen Entdeckung veröffentlicht. Die Ausströmungen des Schwarzen Lochs erzählen dabei die Geschichte eines Kampfes zwischen Magnetismus und Schwerkraft.

Die Entdeckung könnte den Wissenschaftlern helfen, besser zu verstehen, wie Schwarze Löcher sich von Materie ernähren und mächtige Strahlen ausstoßen, die weit über ihre Wirtsgalaxien hinausreichen. Die Beobachtung geschah mit dem Event Horizon Telescope (EHT), das aktuell das Herz der Radiogalaxie 3C 84, auch bekannt als Perseus A untersucht.


Perseus A ist dabei eine starke Quelle von Radiowellen. Sie entspricht dem Zentrum der aktiven Galaxie NGC 1275, die ihrerseits die zentrale Galaxie im Perseus-Superhaufen ist, der 230 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist.

Das klingt nach einer enormen Ent­fernung, macht das neu beobachtete Objekt jedoch zu einem der super­massereichen Schwarzen Löcher, die unserem Planeten am nächsten sind. Die neuen Beobachtungen von Perseus A sind nicht das erste Mal, dass das EHT den starken Magnetismus oder die Schwerkraft eines super­massereichen Schwarzen Lochs untersucht, zwei der vier Grundkräfte des Universums.

"Der EHT liefert nicht nur erste Bilder von Schwarzen Löchern, sondern ist auch hervorragend geeignet, um astrophysikalische Plasmastrahlen und ihr Zusammenspiel mit starken Magnetfeldern zu beobachten", sagt der Leiter des Teams, Georgios Filippos Paraschos vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Deutschland. "Unsere neuen Ergebnisse liefern neue Beweise dafür, dass sich ein geordnetes Magnetfeld durch das erhitzte Gas, das das Schwarze Loch umgibt, erstreckt." Perseus A Jet

Schnell rotierendes Schwarzes Loch

Die EHT-Beobachtungen des schnell rotierenden supermassereichen Schwarzen Lochs Perseus A und der es umgebenden "magnetisch festgehaltenen Scheibe" deuten darauf hin, dass die Geschwindigkeit, mit der ein Schwarzes Loch rotiert, mit seiner Fähigkeit zusammenhängen könnte, Jets auszustoßen.

Das bedeutet, dass diese Jets ein Zeichen dafür sind, dass der Magnetismus über die Schwerkraft siegt, dass sie aber auch Unterstützung in Form von "äußeren Störungen" durch den Drehimpuls erhalten könnten. Eine eingehendere Untersuchung und die Anwendung von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie aus dem Jahr 1915 könnten dazu beitragen, diesen Fall zu klären.

Zusammenfassung
  • Schwarzes Loch stößt Jet-Strahl fast mit Lichtgeschwindigkeit aus
  • NASA nutzt Event Horizon Teleskop für die Aufzeichnung
  • Artikel in Astronomy and Astrophysics zeigt erste Erkenntnisse
  • Schwarzes Loch im Zentrum von Galaxie NGC 1275 beobachtet
  • Perseus A ist 230 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt
  • EHT erforscht Wechselwirkung von Magnetismus und Schwerkraft
  • Geordnetes Magnetfeld um das Schwarze Loch nachgewiesen

Siehe auch:


Tipp einsenden