Amazon soll mit Preismaximierung 1 Mrd. $ zu viel kassiert haben
Amazon soll durch ein möglicherweise unrechtmäßiges Verfahren zur Optimierung von Preiserhöhungen allein in den USA über eine Milliarde Dollar zusätzlich von den Verbrauchern einkassiert haben. Dagegen geht die Handelsbehörde FTC jetzt gerichtlich vor.
"Amazon hat Project Nessie benutzt, um mehr als eine Milliarde Dollar direkt aus den Taschen der Amerikaner zu ziehen", so die FTC laut eines Berichtes der Nachrichtenagentur Reuters in der Klageschrift.
Amazon-Sprecher Tim Doyle erwiderte hingegen, dass die FTC das Preisfindungs-Tool "grob falsch charakterisiert" und das Unternehmen es schon vor einigen Jahren eingestellt hat. "Nessie wurde eingesetzt, um zu verhindern, dass unsere Preisanpassung zu ungewöhnlichen Ergebnissen führt, bei denen die Preise so niedrig werden, dass sie nicht mehr tragbar sind", so Doyle.
"Nachdem sich der Fokus der Öffentlichkeit auf etwas anderes gerichtet hatte, schaltete Amazon Project Nessie wieder ein und ließ es in größerem Umfang laufen, um die Pause zu kompensieren", heißt es in der Klage. Amazon nutzte Nessie demnach im April 2018, um die Preise für mehr als 8 Millionen von Kunden gekaufte Artikel zu maximieren, die zusammen fast 194 Millionen US-Dollar kosteten. 2019 stoppte der Einsatz dann.
Die FTC-Beschwerde beschuldigt Amazon außerdem, Informationen über die Geschäftstätigkeit vor den Kartellbehörden zu verbergen, indem ein Teil der internen Kommunikation über die Messaging-App Signal durchgeführt wurde. Dort sorgte ein interner Mechanismus dafür, dass die Inhalte nach einiger Zeit verschwinden. Amazon soll so Kommunikation von Juni 2019 bis Anfang 2022 vernichtet haben, die nach gesetzlichen Vorgaben eigentlich hätte archiviert werden müssen.
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Wie viel geht noch?
Die entsprechende Klage wurde bereits im September eingereicht, viele Details blieben bisher aber unter Verschluss. Das ändert sich nun aber. Die Auseinandersetzung dreht sich hauptsächlich um das sogenannte "Project Nessie", mit dem herausgefunden werden sollte, bei welchen Produkten man höhere Preise verlangen kann, ohne von der Konkurrenz unterboten zu werden."Amazon hat Project Nessie benutzt, um mehr als eine Milliarde Dollar direkt aus den Taschen der Amerikaner zu ziehen", so die FTC laut eines Berichtes der Nachrichtenagentur Reuters in der Klageschrift.
Amazon-Sprecher Tim Doyle erwiderte hingegen, dass die FTC das Preisfindungs-Tool "grob falsch charakterisiert" und das Unternehmen es schon vor einigen Jahren eingestellt hat. "Nessie wurde eingesetzt, um zu verhindern, dass unsere Preisanpassung zu ungewöhnlichen Ergebnissen führt, bei denen die Preise so niedrig werden, dass sie nicht mehr tragbar sind", so Doyle.
Indizien zusammentragen
Als ein Indiz, dass Amazon aber durchaus wusste, dass man sich mit dem Tool nicht gerade im wettbewerbsrechtlich legalen Bereich bewegt, sieht die FTC die Tatsache an, dass der Algorithmus während der Prime-Day-Verkaufsevents und der Weihnachtssaison abgeschaltet blieb. Denn zu diesen Zeitpunkten stand die Plattform jeweils besonders in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit."Nachdem sich der Fokus der Öffentlichkeit auf etwas anderes gerichtet hatte, schaltete Amazon Project Nessie wieder ein und ließ es in größerem Umfang laufen, um die Pause zu kompensieren", heißt es in der Klage. Amazon nutzte Nessie demnach im April 2018, um die Preise für mehr als 8 Millionen von Kunden gekaufte Artikel zu maximieren, die zusammen fast 194 Millionen US-Dollar kosteten. 2019 stoppte der Einsatz dann.
Die FTC-Beschwerde beschuldigt Amazon außerdem, Informationen über die Geschäftstätigkeit vor den Kartellbehörden zu verbergen, indem ein Teil der internen Kommunikation über die Messaging-App Signal durchgeführt wurde. Dort sorgte ein interner Mechanismus dafür, dass die Inhalte nach einiger Zeit verschwinden. Amazon soll so Kommunikation von Juni 2019 bis Anfang 2022 vernichtet haben, die nach gesetzlichen Vorgaben eigentlich hätte archiviert werden müssen.
Zusammenfassung
- FTC klagt gegen Amazon wegen möglicher unrechtmäßiger Preiserhöhungen
- Project Nessie soll über 1 Mrd. Dollar zusätzlich eingebracht haben
- Amazon-Sprecher weist Vorwürfe zurück
- FTC sieht Indiz in Abschaltung von Nessie während Verkaufsevents
- Nessie 2018 genutzt, um Preise für über 8 Mio. Artikel zu maximieren
- Einsatz von Nessie wurde 2019 gestoppt
- Vorwurf, Geschäftsinformationen vor Kartellbehörden zu verbergen
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