Onlinebetrüger verschleppten Leute auf anderen Kontinent

Um Betrugskampagnen im Internet zu professionalisieren, schrecken kriminelle Banden inzwischen auch nicht mehr vor der Entführung von Menschen auf andere Kontinente zurück. Gerade wurden rund 50 Personen von einem Anwesen in Peru befreit.
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Einmal um die Welt

Die Opfer stammten überwiegend aus Malaysia. Sie wurden in Peru mindestens einen Monat lang auf einem Grundstück mit vergitterten Fenstern und einem Elektrozaun festgehalten. Erst als es zweien von ihnen gelang zu entfliehen und Menschen aus der Nachbarschaft auf ihr Problem aufmerksam zu machen, erlangte die Polizei Erkenntnisse über die Sache und konnte die anderen Personen befreien.

Nach ersten Ermittlungen wurden die Opfer mit falschen Versprechungen über Jobangebote aus Asien über Europa nach Südamerika gelockt, berichtet die Zeitung El Comercio. Dort hielt man sie dann fest und zwang sie, in einem Call-Center zu arbeiten. Die Pässe wurden ihnen abgenommen und jede Möglichkeit, mit Angehörigen zu kommunizieren, unterbunden.


Im Rahmen ihrer Tätigkeit im Call-Center mussten die Opfer Anrufe in verschiedene asiatische Länder durchführen. Diese waren wohl Bestandteil weitergehender Erpressungskampagnen, die über Online-Kontakte eingefädelt wurden. Welchen Umfang dies hatte, lässt sich aktuell nicht genauer beziffern.

Komplettes Call-Center

Bei der Durchsuchung des Anwesens wurden acht Personen festgenommen - sechs taiwanische Staatsbürger und zwei Peruaner, die offenbar als lokales Wachpersonal angeheuert worden waren. Gegen diese wird nun unter anderem wegen Menschenhandels ermittelt. Bei den Taiwanern geht die Polizei außerdem davon aus, dass sie Mitglieder einer Gruppe namens Red Dragon und damit der organisierten Kriminalität sind.

Die Razzia förderte außerdem verschiedene Beweismittel zutage. Dazu gehörten Bargeld, Kreditkarten und Handys. In dem Haus gab es außerdem klimatisierte Kabinen mit Telekommunikations-Equipment, von denen aus die unfreiwilligen Mitarbeiter auch über längere Zeit ihrer Aufgabe nachkommen konnten.

Zusammenfassung
  • 50 Personen aus Malaysia in Peru entführt und festgehalten
  • Opfer wurden mit falschen Jobangeboten gelockt
  • Gezwungen, in einem Call-Center für Betrugskampagnen zu arbeiten
  • Acht Personen, darunter sechs Taiwaner, festgenommen
  • Verdacht auf Mitgliedschaft in krimineller Organisation "Red Dragon"
  • Razzia fördert Bargeld, Kreditkarten und Handys als Beweise zutage

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