Unity: Nach Gebührenmodell-Debakel muss der Chef den Hut nehmen
Die Spiele-Engine Unity hat zuletzt viel Kritik geerntet, denn man wollte ein höchst umstrittenes neues Lizenzmodell einführen. Das löste bei Entwicklern einen regelrechten Shitstorm aus und Unity musste zurückrudern. Die Sache kostete nun CEO John Riccitiello den Posten.
Mit Erfolg, denn wenige Tage nach der Ankündigung zog Unity das Ganze zähneknirschend, aber eindeutig zurück. Man teilte via Twitter mit, dass man die Proteste "gehört" habe: "Wir entschuldigen uns für die Verwirrung und die Verärgerung, die die angekündigte Laufzeitgebühr-Politik verursacht hat. Wir hören zu, sprechen mit unseren Teammitgliedern, der Community, unseren Kunden und Partnern und werden die Richtlinie ändern. Wir werden in ein paar Tagen ein Update veröffentlichen. Wir danken euch für euer ehrliches und kritisches Feedback."
In der dazugehörigen Pressemitteilung sind die üblichen Floskeln zu lesen, natürlich soll nichts auf interne Turbulenzen hindeuten. Diese gibt es aber, und zwar massiv. Denn Unity hat wirtschaftliche Schieflage und dieses Jahr bereits drei Kündigungswellen durchgeführt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Umsätze sinken, im Gegenteil: Unity rechnet für das dritte Quartal mit einem Umsatz zwischen 540 und 550 Millionen Dollar, das sind 67 bis 70 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal.
Siehe auch:
Pro Installation zahlen? Unity-Entwickler sagen nein
Mitte September teilte Unity den zahlreichen Nutzern der Laufzeit- und Entwicklungsumgebung mit Sitz in San Francisco mit, dass diese künftig pro Installation des jeweiligen Spiels zahlen müssen. Zwar gab Unity hier eine gewisse Schwelle vor, die auch den Umsatz berücksichtigt - 200.000 Dollar sowie 200.000 Spielinstallationen auf die gesamte Lebensdauer des Games - doch das Modell bot so viele Fragezeichen und auch Schlupflöcher (für Unity), dass die Entwickler zu Recht heftig protestierten.Mit Erfolg, denn wenige Tage nach der Ankündigung zog Unity das Ganze zähneknirschend, aber eindeutig zurück. Man teilte via Twitter mit, dass man die Proteste "gehört" habe: "Wir entschuldigen uns für die Verwirrung und die Verärgerung, die die angekündigte Laufzeitgebühr-Politik verursacht hat. Wir hören zu, sprechen mit unseren Teammitgliedern, der Community, unseren Kunden und Partnern und werden die Richtlinie ändern. Wir werden in ein paar Tagen ein Update veröffentlichen. Wir danken euch für euer ehrliches und kritisches Feedback."
Köpferollen ganz oben
Das war zweifellos ein kleinlautes Eingeständnis der Niederlage, denn in der Regel versuchen Unternehmen, solche Schritte trotz Kritik durchzuziehen. Nicht in diesem Fall. Und mehr als das: Unity teilte nun mit, dass der bisherige CEO John Riccitiello sich nach neun Jahren mit sofortiger Wirkung als CEO und President zurückzieht.In der dazugehörigen Pressemitteilung sind die üblichen Floskeln zu lesen, natürlich soll nichts auf interne Turbulenzen hindeuten. Diese gibt es aber, und zwar massiv. Denn Unity hat wirtschaftliche Schieflage und dieses Jahr bereits drei Kündigungswellen durchgeführt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Umsätze sinken, im Gegenteil: Unity rechnet für das dritte Quartal mit einem Umsatz zwischen 540 und 550 Millionen Dollar, das sind 67 bis 70 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal.
Zusammenfassung
- Unity wollte neues Lizenzmodell einführen, löste Kritik aus
- Entwickler sollten pro Installation des Spiels zahlen
- Heftige Proteste führten zur Rücknahme der Änderung
- CEO John Riccitiello tritt nach neun Jahren zurück
- Unity hat trotz Umsatzsteigerung wirtschaftliche Probleme
- Drei Kündigungswellen bei Unity in diesem Jahr
- Q3 Umsatzprognose: 540-550 Millionen Dollar, 67-70% mehr als Vorjahr
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