Spannende Beobachtung von "ammoniakhaltigen Brei-Bällen" auf Saturn

Alle 20 bis 30 Jahre bricht auf dem Saturn ein gigantischer Sturm aus, der riesige Wolkenwirbel erzeugt. Einige der Stürme sind so groß, dass sie noch Jahrzehnte später in der Atmosphäre zu registrieren sind. Wissenschaftler haben jetzt spannende Beobachtungen gemacht.
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    Ammoniak-Brei: Der Schlüssel zu Saturns gigantischen Stürmen

    Es ist ein faszinierendes Wetterspektakel, dass sich alle 2 bis 3 Jahrzehnte in der normalerweise ruhigen äußeren Atmosphäre des Saturns abspielt. Die regelmäßig wiederkehrenden großen Stürme waren jetzt der Gegenstand von Untersuchungen eines internationalen Teams unter der Leitung des Professors Cheng Li von der University of Michigan.

    Wie Bilder des Very Large Array des National Radio Astronomy Observatory zeigen, gibt es in Saturns nördlicher Hemisphäre deutliche Anzeichen für erhöhte Temperaturen. Das Team um Cheng Li bringt dieses Phänomen mit einem interessanten Wetterprozess in Zusammenhang. Demnach bilden sich die warmen Bänder, die den Planeten umspannen, weil die großen Saturnstürme Ammoniakdampf in der Atmosphäre des Planeten zu einer Art "ammoniakreichem Brei" kondensieren.


    Diese "ammoniakhaltigen Brei-Bälle", so die Formulierung des Teams, regnen dann in tiefere Schichten des Planeten ab. Einmal in diese Tiefen abgestiegen, dauert es Jahre, bis das Ammoniak durch Konvektionsströme wieder in höhere Schichten getragen wird. "Genau das haben wir auch mithilfe von Radiobeobachtungen bei längeren Wellenlängen gesehen", schreiben die Wissenschaftler in ihrem Bericht laut The Register.

    Dem Team waren auf den Aufnahmen drei verschiedene Flecken mit Ammoniakanomalien in der Saturn-Atmosphäre aufgefallen. Ein Abgleich mit Bildern aller sechs Stürme, die seit 1876 auf dem Saturn beobachtet wurden, zeigte, dass diese exakt auf den Breitengraden der Ablagerungen lagen. Die Daten lieferten dabei sogar Hinweise auf einen siebten Sturm, der wohl vor Beginn der Archivbilder ab dem Jahr 1876 auf dem Planeten tobte.

    Zusammenfassung
    • Alle 20-30 Jahre bricht ein gigantischer Sturm auf Saturn aus.
    • Wissenschaftler untersuchen diese Stürme, um Planetenbildung zu verstehen.
    • Erhöhte Temperaturen in Saturns nördlicher Hemisphäre entdeckt.
    • Große Stürme kondensieren Ammoniakdampf zu "ammoniakreichem Brei".
    • Der "Brei" regnet in tiefere Schichten und steigt durch Konvektion wieder auf.
    • Daten liefern Hinweise auf einen siebten Sturm vor 1876.

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