Starlab: Airbus steigt ins Rennen um Bau eines ISS-Nachfolgers ein

Das Ende der Internationalen Raumstation ISS ist absehbar und so langsam kommt Bewegung in die Planung eines Nachfolgers. Um die Aufträge für dessen Bau will sich nun auch der europäische Luftfahrt­konzern Airbus bewerben - diesen hatte hier wohl bisher kaum jemand auf dem Zettel.
Raumstation, Airbus, Voyager, Starlab
Starlab Space

ISS fliegt nicht mehr ewig

Die ISS wird maximal noch bis in die 2030er-Jahre hinein als großes Labor mit internationaler Beteiligung existieren. Dann werden die ältesten Module weit über drei Jahrzehnte im Orbit sein und eindeutig das Ende ihrer Lebenszeit erreichen - denn der Aufwand, sie sicher und funktionierend zu halten, wird dann größer sein als der Nutzen.

Die NASA strebt nach derzeitigem Stand an, dass auch nach dem Ende der ISS eine Raumstation verfügbar ist. Denn für viele Forschungsbereiche ist ein Labor, in dem der Faktor Schwerkraft nahezu ausgeschaltet ist, unbedingt erforderlich. Allerdings verfolgt man nun auch hier die Strategie, dass eine neue Station privatwirtschaftlich betrieben und nur in Teilen öffentlich finanziert werden soll. Dafür wurden inzwischen vier potenzielle Kandidaten ausgewählt.


An einen von diesen, das US-Startup Voyager, hat sich nun Airbus angedockt. Wie die Partner mitteilten, werde man das Starlab-Projekt gemeinsam weiterentwickeln. Airbus soll im Zuge dessen das US-Rüstungs­unternehmen Lockheed Martin als bisher wichtigsten Industriepartner ablösen.

Hoffnung für Europa

Der Einstieg von Airbus ist dabei eine wichtige Entwicklung, da natürlich auch die Europäer ein Interesse daran haben, nach dem Aus der ISS Zugang zu einer Raumstation zu haben. Bisher sah es so aus, als müsste man zukünftig europäische Steuergelder einsetzen, um sich bei einem rein privaten, US-amerikanischen Projekt einzumieten. Diese Bedenken könnten zerstreut werden, wenn auch ein hiesiges Unternehmen maßgeblich beteiligt wäre.

Mike Schoellhorn, Chef von Airbus Defence and Space, stellte allerdings klar, dass das Projekt weiterhin unter US-Führung stehen werde. In welchem Umfang sich Airbus konkret einbringen wird, wurde noch nicht öffentlich erläutert.

Zusammenfassung
  • Airbus will sich um Aufträge für Nachfolger der ISS bewerben.
  • ISS wird maximal noch bis in die 2030er-Jahre existieren.
  • Nachfolger privatwirtschaftlich betrieben, teils öffentlich finanziert.
  • Airbus soll Lockheed Martin als Industriepartner ablösen.
  • Projekt bleibt unter US-Führung, Umfang der Beteiligung noch unklar.
  • Europäer haben Interesse an Zugang zu neuer Station.

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Seben 1000-114 im Preisvergleich
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!