Ransomware-Hack gegen wichtigsten Chipfertiger? TSMC dementiert

Es wäre ein Schreckensszenario für die Elektronikindustrie: ein möglicher Ransomware-Angriff auf den weltweit größten Chip-Fer­ti­ger TSMC. Der Hersteller hat Berichte über einen solchen Fall jetzt entschieden dementiert. Es gab zwar einen Angriff, aber nur auf einen Zulieferer, heißt es.
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Laut dem taiwanischen Branchendienst DigiTimes hat TSMC Berichte zurückgewiesen, laut denen das Unternehmen von einem Angriff der russischen Kriminellengruppe LockBit betroffen sein soll. Die Ransomware-Gruppe hatte zuvor auf ihrer Website einen Countdown gestartet, mit dem man TSMC zur Zahlung von 70 Millionen Dollar zwingen will, um die Veröffentlichung sensibler Informationen zu verhindern.

Mittlerweile zeichnet sich aber ab, dass die Bedrohung für TSMC offenbar minimal ist, auch weil der Chipfertiger selbst nicht betroffen sein soll. Stattdessen gelang es den LockBit-Angreifern offenbar, sich Zugang zu einem Testsystem des Zulieferers Kinmax Technology zu verschaffen und dabei nur im geringen Ausmaß überhaupt Informationen zu "stehlen".


Wohl nur Konfigurationsdateien von Zulieferer geklaut

So erklärte Kinmax, dass die Angreifer eine Testumgebung geknackt und dabei nur Konfigurationsdateien und andere Parameterinformationen zu Geräten entwenden konnten. Kinmax habe die betroffenen Computer umgehend abgeschaltet und seine Kunden über das Sicherheitsproblem informiert. Die Konfigurationsdateien würden nur grundlegende Einstellungen für die jeweiligen Rechner enthalten.

Dadurch sei für "den Kunden" bisher kein Schaden entstanden und auch ein Hack sei für das betroffene Unternehmen nicht zustande gekommen, so Kinmax in einer Stellungnahme weiter. Von TSMC war über einen Sprecher laut Ars Technica zu hören, dass das Unternehmen keine Auswirkungen auf seinen Geschäftsbetrieb verzeichnet und es keine unautorisierte Veröffentlichung von Daten seiner Kunden gegeben habe. Man habe den Datenaustausch umgehend gestoppt, so wie es in den Sicherheitsprotokollen von TSMC vorgesehen ist.

TSMC ist der weltweit größte Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte und produziert unter anderem die Chips von Apple, Qualcomm, Nvidia, AMD und diversen anderen Unternehmen, welche in einer Vielzahl von Elektronikgeräten aller Art verwendet werden.

Zusammenfassung
  • TSMC dementiert Ransomware-Angriff: "Keine Auswirkungen auf Geschäftsbetrieb".
  • LockBit versucht Zahlung von 70 Mio. Dollar zu erpressen.
  • Angriff stattgefunden, aber nur auf Zulieferer Kinmax.
  • Kinmax: "Kein Schaden entstanden, kein Hack".
  • TSMC produziert Chips für viele Elektronikgeräte.
  • TSMC stoppte Datenaustausch gemäß Sicherheitsprotokollen.
  • LockBit konnte nur Konfigurationsdateien & Parameter stehlen.

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