Halsbrecherisch: Europäische Sonde schießt heute am Merkur vorbei

Geht es um kosmische Maßstäbe, hat die europäische Sonde BepiColombo heute ein halsbrecherisches Manöver vor sich. In geringer Höhe schießt das Raumfahrzeug über die Oberfläche des Merkur. Der Vorbeiflug ist unabdingbar für die weitere Mission.
Weltraum, Esa, Sonde, Merkur, Bepicolombo
ESA
Der italienische Mathematiker und Ingenieur Giuseppe (Bepi) Colombo hatte die ungewöhnliche Rotation des Merkur als Erster erklärt, jetzt schickt sich in seinem Namen eine Weltraum-Mission an, die Geheimnisse des sonnennächsten Planeten endlich näher zu ergründen. Nach dem Start im Jahr 2018, muss BepiColombo jetzt eines seiner wichtigsten Manöver meistern. ESA BepiColomboHeute gegen 21:30: Das BepiColombo-Manöver Heute steht für die Sonde ein weiterer Vorbeiflug auf seiner Reise zum Merkur an, dieses Mal an dem Planeten selbst. Um 21:34 deutscher Zeit wird das Raumfahrzeug mit nur noch 236 Kilometern den bisher geringsten Abstand zur Oberfläche erreichen - so nah wird die Mission dem Planeten nie wieder kommen. Wissenschaftler erwarten, dass schon morgen, am 20. Juni, mit der Veröffentlichung erster Bilder zu rechnen ist.


Fly-by-Manöver zum Abbremsen

Das Ziel des sogenannten "Fly-by"-Manövers ist es aber vor allem, BepiColombo durch die Schwerkraft des Merkur abzubremsen. Die Flugbahn wird durch dieses Manöver so abgelenkt, dass das Raumfahrzeug zum Ende des Jahres 2025 dann endgültig in den vorausberechneten Orbit einschwenken kann.

"Unser Raumschiff startete mit viel zu viel Energie, weil es von der Erde aus gestartet ist und wie unser Planet die Sonne umkreist. Um von Merkur eingefangen zu werden, müssen wir langsamer werden, und wir nutzen die Schwerkraft von Erde, Venus und Merkur, um genau das zu tun", sagte ESA-Flugdynamikexperte Frank Budnik in einer Erklärung.

Zusammenfassung
  • BepiColombo fliegt heute mit geringer Höhe über Merkur
  • Vorbeiflug ist notwendig für weitere Mission
  • Giuseppe Colombo erklärte ungewöhnliche Rotation des Merkur
  • Abstand zur Oberfläche wird nie wieder so gering sein
  • Manöver dient zur Abbremsung, um 2025 endgültig in den Orbit einzuschwenken
  • Schwerkraft von Erde, Venus und Merkur wird genutzt, um langsamer zu werden
  • Erste Bilder morgen zu erwarten

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