"Porno-Bombe" verhindert Zoom-Online-Event der US-Zentralbank

Video-Konferenzen sind seit der Pandemie alltäglich und die meisten von uns haben eine oder mehrere Anwendungen dieser Art auf dem Rechner installiert, darunter Teams und Zoom. Letzteres spielte nun auch eine kuriose Rolle bei einer Veranstaltung der US-Zentralbank.
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Gestern wollte Christopher Waller, Mitglied des Federal Reserve Board of Governors der US-amerikanischen Zentralbank (in der Regel nur kurz "Fed" genannt), ein virtuelles Event abhalten, bei dem die Erhöhung der Zinsen diskutiert werden sollte. Das ist an sich ein wichtiges Thema, jedenfalls dann, wenn man sich für volkswirtschaftliche Fragen interessiert.

Doch dazu kam es nicht: Denn die für gestern angesetzte Veranstaltung musste spontan abgesagt oder besser gesagt abgebrochen werden. Denn das Event wurde von Unbekannten "gekapert", wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Verantwortliche und Beteiligte berichtet. Der konkrete Grund war, dass ein Teilnehmer das Treffen mit pornografischen Inhalten störte.


"Wir wurden Opfer eines Telekonferenz- oder Zoom-Hijackings und wir versuchen zu verstehen, was wir in Zukunft machen müssen, um zu verhindern, dass so etwas jemals wieder passiert. Wir bedauern diesen Vorfall zutiefst", sagte Brent Tjarks, Executive Director der Mid-Size Bank Coalition of America (MBCA), die zu dieser Veranstaltung geladen hatte. "Wir hatten schon verschiedene Programme (Anm.: im Sinne von Online-Veranstaltungen), aber so etwas ist uns noch nie passiert."

Derzeit versucht man noch herauszufinden, wie es dazu kommen konnte, Tjarks vermutet, dass es sich hierbei um eine falsch gesetzte Einstellung gehandelt hat. Da man den Porno-übertragenden Nutzer mit dem Namen "Dan" nicht spontan loswerden konnte, wurde das Event abgebrochen und bis auf Weiteres abgesagt.

Zoom-Bombing ist kein neues Phänomen

Zuvor hat der Nutzer den anderen etwa 220 Teilnehmern des Konferenzanrufs pornografischen Videos und Bilder gezeigt. Das lag auch daran, dass Mikrofone und Kameras vom Veranstalter beim Betreten von Zoom nicht stummgeschaltet wurden. Das Phänomen des "Zoom-Bombings" ist nicht neu und wurde während der Pandemie immer wieder praktiziert, die Anbieter von Konferenzlösungen dieser Art haben aber seither umfangreiche Mittel integriert, wie man dagegen vorgehen kann - diese muss man aber auch tatsächlich nutzen (können).

Zusammenfassung
  • Fed-Veranstaltung wurde durch Porno-Inhalte "gekapert".
  • Unbekannter Nutzer zeigte pornografische Videos und Bilder.
  • Veranstalter hatte Mikrofone und Kameras nicht stummgeschaltet.
  • Es gibt durchaus Mittel, um gegen solche Angriffe vorzugehen.
  • Veranstalter bedauert Vorfall.
  • Veranstaltung wurde abgebrochen und bis auf Weiteres abgesagt.
  • Diskussion über Zinserhöhung musste verschoben werden.

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