Mycroft: Open Source-Sprachassistent muss eingestampft werden

Der Versuch, einen offenen Sprachassistenten zu entwickeln, muss derzeit als gescheitert angesehen werden. Das Tool namens "Mycroft" wird vom gleichnamigen Startup nun schrittweise eingestellt, weil die weitere Finanzierung nicht funktioniert.
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iStock / Getty Images
Die großen Sprachassistenten sind im Grunde eine Blackbox: Sie funktionieren zwar, für den Nutzer ist aber kaum nachvollziehbar, wie es zu den jeweiligen Reaktionen der Tools kommt. Man muss sich also mehr oder weniger blind darauf verlassen, dass Alexa oder der Google Assistant korrekte Ergebnisse zurückliefern und die erlangten Informationen über die Nutzer vernünftig verarbeiten.

Wie Open-Source-Tools in vielen anderen Bereichen sollte Mycroft hier für mehr Offenheit und Transparenz sorgen. Entwickelt wurde das System mithilfe der Finanzierung einer Kickstarter-Kampagne. Nun musste die dahinterstehende Firma aber mitteilen, dass man die Arbeit bis zum Monatsende einstellen wird. "Wir werden weiterhin alle Bestellungen, die über die Mycroft-Website eingehen, versenden, da diese Verkäufe direkt die Kosten für die Herstellung und den Versand der Produkte decken. Wir haben jedoch nicht die Mittel, um die Belohnungen aus dieser Crowdfunding-Kampagne weiterhin zu erfüllen oder gar einen sinnvollen Betrieb aufrechtzuerhalten", erklärte Michael Lewis, der Chef des Projektes.


Scheitern am Patenttroll

An den technischen Herausforderungen scheiterte das Produkt nicht, es hätte vielleicht sogar wirklich funktionieren können. "Wir ließen Kunststoffspritzgussformen gießen", berichtete Lewis. "Wir engagierten Tontechniker, um die Qualität und Lautstärke der Tonausgabe zu optimieren. Wir erhielten die FCC- und CE-Zulassung für das Gerät. Viele dieser Schritte erforderten mehrere Wiederholungen, bis alles passte, und es gab noch viele weitere Dinge, die ich hier nicht erwähne. All das kostet viel Geld." Trotzdem lief der Entwicklungsprozess recht gut.

Allerdings kamen eben verschiedene Posten hinzu, die man vorher kaum einkalkulieren konnte. Das betraf zuletzt unter anderem Preissteigerungen beim Material, in der Produktion und der Logistik. Das mit Abstand teuerste Problem war dann aber ein Rechtsstreit mit einem Patenttroll. Dieser beanspruchte - wie man es aus vielen anderen Bereichen kennt - Rechte an irgendeinem Prozess und will ordentlich an einer Patentschrift profitieren, ohne selbst irgendetwas zu produzieren. Die damit verbundenen Gerichtskosten konnte das Startup nicht stemmen und sieht sich nun gezwungen, aufzugeben.

Zusammenfassung
  • Mycroft, ein Open-Source-Sprachassistent, wird eingestellt.
  • Finanzierung für Mycroft über Kickstarter-Kampagne.
  • Technische Herausforderungen wurden gemeistert.
  • Patentschrift-Rechtsstreit und Kosten als Grund für Einstellung.
  • Mycroft war eine Chance für mehr Offenheit und Transparenz.

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