Es ist jetzt offiziell: Streaming-Dienst Netflix bekommt Werbe-Abo

Der Streaming-Dienst Netflix kämpft seit einigen Monaten mit riesigen Problemen, denn man hat zum ersten Mal in der jün­ge­ren Geschichte des Unternehmens Abonnenten verloren. Nun sucht man Wege aus dieser Krise und das bedeutet u. a. ei­nes: ein wer­be­ba­sier­tes Abonnement.
Logo, Netflix, Videoplattform, Netflix Logo
Bisher waren die Pläne zum Abo mit Werbung zwar kein echtes Geheimnis mehr, offiziell hat sich der Streaming-Riese dazu bisher aber nicht geäußert. Doch nun hat Ted Sarandos das offiziell gemacht. Denn wie das Branchenmedium The Hollywood Reporter berichtet, hat der Co-CEO von Netflix das kommende Abo auf dem Werbefestival Cannes Lions bestätigt.

Für alle, denen Netflix zu teuer ist

"Wir haben ein großes Kundensegment außen vor gelassen, nämlich die Leute, die sagen: 'Hey, Netflix ist mir zu teuer und Werbung macht mir nichts aus'", sagte Sarandos im Rahmen eines Podiumsgesprächs mit New York Times-Journalistin und -Podcasterin Kara Swisher. "Wir fügen eine Werbeebene hinzu. Wir fügen Netflix, wie man es heute kennt, aber keine Werbung hinzu. Wir fügen eine Werbeebene für Leute hinzu, die sagen: 'Hey, ich will einen niedrigeren Preis und ich werde Werbung sehen'."


Eine große Überraschung war das aber auch deshalb nicht, weil schon das Auftauchen des Netflix-Managers auf dem weltgrößten Werbefestival - zum ersten Mal überhaupt wohlgemerkt - ein klarer Hinweis war, dass der Streaming-Dienst diese Industrie nun umgarnt.

Sarandos hat auch bestätigt, dass man gerade auch mit potenziellen Partnern aus dem Werbegeschäft über den Anzeigenverkauf spricht. Und die Werbeindustrie ist auch alles andere als abgeneigt, denn Sarandos wird in Cannes auch gleich als "Entertainment-Person des Jahres" ausgezeichnet.

Sarandos sprach auch über die wirtschaftlichen Turbulenzen des Unternehmens: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich der Markt von unserem Kerngeschäft abkoppelt, und man muss beweisen, dass die These immer noch funktioniert und auch langfristig funktionieren wird. Die Welt ist heute sehr unsicher, und wenn es etwas gibt, das das Fundament des Narrativs erschüttert, werden sie nervös." Dabei meinte der Co-CEO, dass das Wachstum von Netflix noch lange nicht abgeschlossen sei, da Streaming nach wie vor nur "etwa 10 Prozent dessen, was Menschen mit TVs tun" ausmacht.

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