Massenhaft wachsende schwarze Löcher in Zwerggalaxien gefunden

Die Forschung rund um schwarze Löcher nimmt in der letzten Zeit massiv Fahrt auf. Einmal mehr machte ein Forscher-Team dabei die Erfahrung, dass man die Objekte in ungeahnt großer Zahl findet, wenn man erst einmal genauer hinschaut. Konkret geht es im aktuellen Fall um die Fragestellung, inwiefern massereiche schwarze Löcher, wie sie in den großen Spiralgalaxien inzwischen fest zum Mittelpunkt gezählt werden, auch in Zwerggalaxien vorhanden sind. Denn man nimmt an, dass unsere Milchstraße und ähnliche Objekte durch die Verschmelzung vieler kleiner Galaxien entstanden sind. So werden die Magellanschen Wolken in unserer Nachbarschaft beispielsweise irgendwann in der Zukunft in der Milchstraße aufgehen. Event Horizon Telescope: Schwarzes LochBild eines Schwarzen Lochs in seiner hellen Umgebung Das könnte auch bedeuten, dass neue Zwerggalaxien massereiche schwarze Löcher mitbringen, die jeweils zehntausende bis hunderttausende Sonnenmassen haben. Deren Verschmelzung könnte dann die sehr schweren Objekte erklären, wie man sie eben im Zentrum der großen Galaxien gefunden hat. Und wie genauere Untersuchungen nun zeigten, lassen sich solche schwarzen Löcher in kleinen Galaxien viel häufiger finden, als man bisher annahm.

"Dieses Ergebnis hat mich wirklich umgehauen, denn diese schwarzen Löcher waren bisher vor uns verborgen", sagte Mugdha Polimera von der University of North Carolina. Bisher gab es zwar durchaus schon viele heiße Kandidaten solcher Objekte - allerdings war die genaue Zuordnung schwer. Denn schwarze Löcher lassen sich naturgemäß nicht direkt beobachten, immerhin liegt um sie herum der Ereignishorizont, aus dem sie mit ihrer hohen Gravitation keinerlei Informationen entkommen lassen. Daher muss eine indirekte Beobachtung anhand der stark beschleunigten Materie in ihrem Umfeld erfolgen. Ausgerechnet bei der angenommenen Größe der von starkem Wachstum geprägten schwarzen Löcher in den Zwerggalaxien ähnelt die Strahlung aber jener von neu geborenen Sternen, weshalb man sie bisher meist aus den Arbeiten ausklammerte.

Kaum zu glauben

Polimera erarbeitete sich daher einen Weg, diese Objekte mit hoher Sicherheit bestimmen zu können. Dafür griff sie dann auf Daten zu, die ihre Professorin Sheila Kannappan bei einer Durchmusterung des Himmels auf Grundlage von Ultraviolett- und Radiodaten gesammelt hatte. Während die meisten astronomischen Durchmusterungen Stichproben auswählen, die große und helle Galaxien bevorzugen, sind die Projekte RESOLVE und ECO vollständige Bestandsaufnahmen von riesigen Volumina des heutigen Universums mit vielen Zwerggalaxien.

Und bei einer Analyse der Daten zeigte sich, dass die fraglichen wachsenden schwarzen Löcher vor allem in Zwerggalaxien zu finden sind und dort auch in großer Zahl auftauchen. "Wir wurden alle nervös", sagte Polimera. "Die erste Frage, die mir in den Sinn kam, war: Haben wir eine Möglichkeit übersehen, dass externe Sternenentstehung allein diese Beobachtungen erklären könnten?" Sie leitete eine umfassende Suche nach alternativen Erklärungen für die Sternentstehung, Modellierungsunsicherheiten oder exotische Astrophysik. Am Ende musste das Team aber zu dem Schluss kommen, dass die neu entdeckten schwarzen Löcher real sind.

Siehe auch:
Weltall, Stern, Schwarzes Loch, Spaghettisierung Weltall, Stern, Schwarzes Loch, Spaghettisierung ESO
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