Schwarzes Loch zerreißt Stern und Forscher schauen live zu
Kommen Objekte einem schwarzen Loch zu nahe, werden Teile durch die extreme Anziehungskraft unwiederbringlich verschlungen. Ein solches kosmisches Spektakel konnte jetzt von einem Team erstmals im Detail beobachtet werden. Ein Stern wurde zerrissen.
Künstlerische Darstellung des spaghettisierten Sterns
Der Blick war dabei auf das Zentrum einer Spiralgalaxie im Sternbild Eridanus gerichtet. In dem 215 Millionen Lichtjahre entfernten Gebiet war ein Stern dem zentralen schwarzen Loch so nahe gekommen, dass die eigene Bindungsenergie nicht mehr vollständig ausreichte, um den gewaltigen Gezeitenkräften des kosmischen Strudels etwas entgegenzusetzen. Die Folge: In einem lang gezogenen Strom wurde der Stern im wahrsten Sinne des Wortes auseinandergerissen - ein Vorgang, der in der Fachsprache als Spaghettisierung bezeichnet wird. Allerdings bedeutete das zerstörerische Rendezvous nicht das vollständige Ende des Sterns: "Die Beobachtungen zeigten, dass der Stern ungefähr die gleiche Masse wie unsere eigene Sonne hatte und er etwa die Hälfte davon an das schwarze Loch verlor, das über eine Million Mal massereicher ist", sagt Matt Nicholl, Dozent und Forschungsstipendiat an der Universität Birmingham.
Wichtiges Werkzeug der Forscher: das Very Large Telescope (VLT)
Dass dieser Vorgang beobachtet werden konnte, war dabei ein großer Glücksfall. Oft werden Aufnahmen solcher Vorgänge nämlich dadurch gestört, dass die Sicht durch dichte Wolken aus Materie versperrt wird: "Wir haben herausgefunden, dass ein schwarzes Loch, wenn es einen Stern verschlingt, in einem starken Ausbruch Material nach Außen schleudern kann, das uns die Sicht versperrt", erklärt die Forscherin Samantha Oates laut ESO. "Weil wir ihn früh erwischt haben, konnten wir tatsächlich beobachten, wie sich der Vorhang aus Staub und Trümmern aufbaute, als das schwarze Loch einen mächtigen Ausstoß von Material mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 000 km/s auslöste", so die Kollegin Kate Alexander.
Ein schwarzes Loch spaghettisiert so vor sich hin
"Ein unglücklicher Stern im Kern einer Galaxie kann sich auf einer Umlaufbahn befinden, die den Gezeitenradius des zentralen supermassiven Schwarzen Lochs schneidet": Mit diesem Satz leitet ein Team aus Wissenschaftlern von der Royal Astronomical Society an der Universität Birmingham ein kosmisches Ereignis ein, das jetzt erstmals im Detail beobachtet werden konnte. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" berichten, konnte man mit dem Very Large Telescope (VLT) und dem New Technology Telescope (NTT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) ein halbes Jahr lang beobachten, wie ein schwarzes Loch Teile eines Sterns verschlingt.
Künstlerische Darstellung des spaghettisierten Sterns
Der Blick war dabei auf das Zentrum einer Spiralgalaxie im Sternbild Eridanus gerichtet. In dem 215 Millionen Lichtjahre entfernten Gebiet war ein Stern dem zentralen schwarzen Loch so nahe gekommen, dass die eigene Bindungsenergie nicht mehr vollständig ausreichte, um den gewaltigen Gezeitenkräften des kosmischen Strudels etwas entgegenzusetzen. Die Folge: In einem lang gezogenen Strom wurde der Stern im wahrsten Sinne des Wortes auseinandergerissen - ein Vorgang, der in der Fachsprache als Spaghettisierung bezeichnet wird. Allerdings bedeutete das zerstörerische Rendezvous nicht das vollständige Ende des Sterns: "Die Beobachtungen zeigten, dass der Stern ungefähr die gleiche Masse wie unsere eigene Sonne hatte und er etwa die Hälfte davon an das schwarze Loch verlor, das über eine Million Mal massereicher ist", sagt Matt Nicholl, Dozent und Forschungsstipendiat an der Universität Birmingham.
Wichtiges Werkzeug der Forscher: das Very Large Telescope (VLT)
Dass dieser Vorgang beobachtet werden konnte, war dabei ein großer Glücksfall. Oft werden Aufnahmen solcher Vorgänge nämlich dadurch gestört, dass die Sicht durch dichte Wolken aus Materie versperrt wird: "Wir haben herausgefunden, dass ein schwarzes Loch, wenn es einen Stern verschlingt, in einem starken Ausbruch Material nach Außen schleudern kann, das uns die Sicht versperrt", erklärt die Forscherin Samantha Oates laut ESO. "Weil wir ihn früh erwischt haben, konnten wir tatsächlich beobachten, wie sich der Vorhang aus Staub und Trümmern aufbaute, als das schwarze Loch einen mächtigen Ausstoß von Material mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 000 km/s auslöste", so die Kollegin Kate Alexander.
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