Buchhalter-Kultur: Spannende Enthüllung zu Jony Ives Apple-Ausstieg
Vom iMac bis zum iPhone: Jony Ive ist einer der bekanntesten Industrie-Designer der letzten Jahrzehnte. Jetzt beschreibt ein Buch, wie es dazu kommen konnte, dass er bei Apple seinen Hut nahm. Es erzählt eine Geschichte von großer Frustration und veränderter Firmenkultur.
Jony Ive: Tim Cooks neues Apple war nichts mehr für ihn
Die Basis dieser Geschichte bildet die sehr enge Beziehung zwischen Ive und Steve Jobs, für den es selbstverständlich gewesen sein soll, das Designstudio des Unternehmens sehr regelmäßig aufzusuchen. Mit anderen Worten: Ive war es gewohnt, dass sich der Chef persönlich an dem Designprozess von wichtigen Produkten beteiligen wollte. Nach dem Tod von Jobs und der Übernahme durch Tim Cook sollte sich dieser Arbeitsprozess aber grundlegend wandeln.
Aus Sicht Ives hatte sich das Unternehmen unter der neuen Führung sehr schnell spürbar verändert, Cook zeigte nur wenig Interesse daran, selbst am Designprozess teilzuhaben. Für den Chefdesigner war damit aber offenbar eine wichtige Basis für seine Arbeitsweise weggebrochen. Die Folge: Ive erklärte gegenüber Cook er sei "müde" und beabsichtige, "sich aus dem Geschäft zurückzuziehen". Die Reaktion des CEO: um Ive noch zu halten, befreite Cook ihn von vielen seiner Verantwortlichkeiten.
Eines von Ives ikonischen Designs: Der iMac von 1998
Zu guter Letzt scheint aber klar, was Ive zum endgültigen Abschied bewogen hatte. Für Tim Cook lag die Zukunft Apples ganz klar in einem stärkeren Fokus auf Zahlen, nicht auf Design, die Finanzabteilung erhielt deutlich mehr Macht in dem Unternehmen. Eine Entscheidung, die diese Ausrichtung unterstrichen hatte: Cook ernannte den ehemaligen Boeing-Finanzchef James Bell zum Unternehmensdirektor. Ive soll dies gegenüber Kollegen mit den Worten kommentiert haben "noch einer dieser Buchhalter".
Tim Cook war nicht daran interessiert, am Designprozess mitzuwirken
Nach fast drei Jahrzehnten hatte Jony Ive Apple im Jahr 2019 verlassen - auch wenn er dem Unternehmen offiziell noch als externer Berater erhalten bleibt. Zum damaligen Zeitpunkt gab es nur wenige Hinweise darauf, was hinter den Kulissen wirklich zum Aufstieg des Mannes geführt hatte, der nach Steve Jobs als einer der einflussreichsten Mitarbeiter des Unternehmens angesehen werden kann. Die New York Times berichtet jetzt im Rahmen der Veröffentlichung des Buches "After Steve" über die Umstände, die zum Ausscheiden Ives geführt hatten.
Jony Ive: Tim Cooks neues Apple war nichts mehr für ihn
Die Basis dieser Geschichte bildet die sehr enge Beziehung zwischen Ive und Steve Jobs, für den es selbstverständlich gewesen sein soll, das Designstudio des Unternehmens sehr regelmäßig aufzusuchen. Mit anderen Worten: Ive war es gewohnt, dass sich der Chef persönlich an dem Designprozess von wichtigen Produkten beteiligen wollte. Nach dem Tod von Jobs und der Übernahme durch Tim Cook sollte sich dieser Arbeitsprozess aber grundlegend wandeln.
Aus Sicht Ives hatte sich das Unternehmen unter der neuen Führung sehr schnell spürbar verändert, Cook zeigte nur wenig Interesse daran, selbst am Designprozess teilzuhaben. Für den Chefdesigner war damit aber offenbar eine wichtige Basis für seine Arbeitsweise weggebrochen. Die Folge: Ive erklärte gegenüber Cook er sei "müde" und beabsichtige, "sich aus dem Geschäft zurückzuziehen". Die Reaktion des CEO: um Ive noch zu halten, befreite Cook ihn von vielen seiner Verantwortlichkeiten.
Nur noch mit halbem Herz dabei
Doch für Ive gab es auch unter der neuen Vereinbarung kein Zurück mehr zu alter Stärke. Statt wie bisher üblich täglich am Designprozess teilzuhaben, soll der Designer manchmal "einige Wochen lang" überhaupt kein Feedback mehr zu Produkten abgegeben haben. Das Buch beschreibt so einen Event, bei dem das Design des iPhone 10 finalisiert werden sollte. Ive kam 3 Stunden zu spät, gab zwar Feedback, wollte aber keine finale Entscheidung treffen.
Eines von Ives ikonischen Designs: Der iMac von 1998
Zu guter Letzt scheint aber klar, was Ive zum endgültigen Abschied bewogen hatte. Für Tim Cook lag die Zukunft Apples ganz klar in einem stärkeren Fokus auf Zahlen, nicht auf Design, die Finanzabteilung erhielt deutlich mehr Macht in dem Unternehmen. Eine Entscheidung, die diese Ausrichtung unterstrichen hatte: Cook ernannte den ehemaligen Boeing-Finanzchef James Bell zum Unternehmensdirektor. Ive soll dies gegenüber Kollegen mit den Worten kommentiert haben "noch einer dieser Buchhalter".
Einfach nicht mehr passend
Im Juni 2019 hatte Ive seine engsten Mitarbeiter dann zu einer privaten Filmvorführung geladen. Der gezeigte Film "Yesterday" handelt vom "ewigen Konflikt zwischen Kunst und Kommerz", so die Beschreibung der Times. Ives Kommentar nach der Vorführung: "Kunst braucht den richtigen Nährboden und Unterstützung, um zu wachsen. Wenn man wirklich groß ist, ist das besonders wichtig." Einen Tag später nahm Ive bei Apple offiziell seinen Hut.
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