Run 3: Large Hadron Collider am CERN nach drei Jahren neu gestartet

Die Wissenschaftler am CERN haben den größten Teilchenbeschleuniger der Erde an diesem Wochenende zum ersten Mal seit drei Jahren wieder eingeschaltet. Ab sofort sollen wieder einige der größten Rätsel der Physik gelöst werden. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Large Hadron Collider (LHC) ist der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt, der am CERN in der Nähe von Genf in der Schweiz betrieben wird. Nach einer dreijährigen Abschaltung für Wartungs- und Modernisierungsarbeiten ist der LHC jetzt wieder in Betrieb genommen worden. Die Reaktivierung war der Startschuss für den sogenannten "Run 3", den dritten wissenschaftlichen Lauf des LHC, der bis 2024 Experimente durchführen wird.


"Während der zweiten langen Abschaltung des CERN-Beschleunigerkomplexes wurden die Maschinen und Anlagen umfassend modernisiert", sagte Mike Lamont, CERN-Direktor für Beschleuniger und Technologie, am Freitag in einer Erklärung. "Der LHC selbst hat ein umfangreiches Konsolidierungsprogramm durchlaufen und wird nun mit einer noch höheren Energie arbeiten. Dank bedeutender Verbesserungen im Injektorkomplex wird er deutlich mehr Daten für die verbesserten LHC-Experimente liefern."

Diese Experimente werden auf den Entdeckungen aufbauen, die der LHC während seines ersten (2009-2013) und zweiten Durchlaufs (2015-2018) gemacht hat. Die dreijährige Abschaltung des LHC ermöglichte es den Wissenschaftlern, vier Schlüsselexperimente des Teilchenbeschleunigers erheblich zu verbessern.

ATLAS, CMS, ALICE und zwei Neue

Nach Angaben des CERN werden allein die Detektoren ATLAS und CMS mehr Teilchenkollisionen erhalten als in den letzten beiden Durchläufen zusammen. ATLAS (kurz für A Toroidal LHC Apparatus) spürt die winzigen subatomaren Fragmente von Teilchenkollisionen auf und wird für die Suche nach dem Higgs-Boson, dunkler Materie und zusätzlichen Dimensionen eingesetzt. CMS (kurz für Compact Muon Solenoid) ist ein Allzweckdetektor, der verschiedene Systeme für ähnliche Beobachtungen wie ATLAS verwendet.

Zusätzlich zu ATLAS und CMS wird das ALICE-Experiment für Schwerionenkollisionen dank seiner Aufrüstung 50 Mal mehr Kollisionen nachweisen können, während ein anderes Instrument, LHCb genannt, laut CERN seine Nachweiskapazität um den Faktor Drei steigern wird.

Zwei neue Experimente werden am LHC für Lauf 3 aktiviert. Sie heißen Forward Search Experiment (FASER) und Scattering and Neutrino Detector at the LHC (SND@LHC) und sollen neue physikalische Phänomene jenseits des Standardmodells erforschen, die Häufigkeit der Bildung von Antimaterie messen und die Physik der kosmischen Strahlung sowie einen seltsamen Materiezustand namens Quark-Gluon-Plasma untersuchen. Es wird mehrere Wochen dauern, bis der umgestaltete LHC für die eigentlichen wissenschaftlichen Messungen bereit ist. Es wird voraussichtlich im Sommer so weit sein.

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