Xiaomi: Benchmark-Entwickler wittert Leistungs-Drosselung bei Spielen

Nachdem Samsung vor kurzem massive Kritik einstecken musste, weil das Unternehmen die Performance von Spielen und anderen Apps wie etwa Benchmarks durch eine Art Whitelisting beschränkt, gerät jetzt Konkurrent Xiaomi wegen ähnlicher Vorgehensweisen ins Rampenlicht.
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Xiaomi
Wie John Poole, der Chef und wichtigste Entwickler von Primate Labs über Twitter verlauten ließ, hat er bei eigenen Tests festgestellt, dass auch bei Xiaomi eine Manipulation von Benchmarks erfolgt. Primate Labs steckt hinter dem plattformübergreifenden Benchmarking-Tool Geekbench, mit dem die Leistung von Android-Smartphones ebenso ermittelt werden kann wie von PCs aller Art und Apple-Geräten.

Poole zufolge erkennt Xiaomis Software offenbar ebenfalls, wenn der Nutzer ein Benchmark startet und lässt dann die Performance der CPU seines jeweiligen Geräts steigern, um bessere Testergebnisse zu erzielen. Im Umkehrschluss werden diverse Spiele aber in ihrer Performance gedrosselt, da Xiaomi diese Programme offenbar anhand ihres Namens identifziert und die Leistung senkt.

Der Geekbench-Macher stellte fest, dass die Testergebnisse seines Benchmark-Tools bei einem Xiaomi Mi 11 bis zu 30 Prozent niedriger ausfallen, wenn das Programm mit dem Namen eines bekannten Spiels versehen und so "getarnt" wird. Poole experimentierte nach eigenen Angaben unter anderem damit, dem Betriebssystem vorzugaukeln, Geekbench sei eigentlich das Spiel Genshin Impact oder Fortnite.

Benchmark-Ergebnisse nicht mit Alltags-Leistung vergleichbar

Offensichtlich versucht Xiaomi also ebenfalls die Performance bestimmter Smartphones bei der Verwendung von Spielen und anderen Apps zu begrenzen. Andererseits wäre es aber auch denkbar, dass Xiaomi Geekbench schlichtweg mehr Performance zur Verfügung stellt, um bessere Benchmarkergebnisse zu liefern. Beide Szenarien bedeuten aber, dass die Ergebnisse, die die Benchmark-Tools liefern, nicht mit der dem Nutzer im Alltag zur Verfügung stehenden Leistung verglichen werden können.

Welches Ziel man dabei verfolgt, ist unklar. Ssamsung hatte eingestanden, dass man mit dem sogenannten Game Optimizing Service (GOS) dafür sorgen will, dass es bei einer länger andauernden Nutzung von Spielen nicht zu einer Überhitzung des jeweiligen Smartphones kommt. Um den Nutzern künftig die Wahlmöglichkeit einzuräumen, was die Drosselung der Performance bei Spielen angeht, hatte Samsung jüngst ein Update für die Top-Smartphones der letzten Jahre bereitgestellt, bei dem der GOS auf Wunsch abgeschaltet und somit mehr Performance in Spielen freigeschaltet werden kann.
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