Sicherheitsforscher kritisieren Apple für geplante Kinderporno-Scans

Der Schutz von Kindern ist natürlich wichtig und der Kampf gegen Kinderpornografie soll und muss mit aller Härte geführt werden. Apple will in den USA iPhones auf entsprechendes Material scannen, Sicherheitsforscher sehen dem Ganzen aber ziemlich skeptisch entgegen.
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Der kalifornische Konzern hat vor kurzem ein Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem man auf iPhone, iPad und dem Mac bzw. der iCloud so genanntes Child Sexual Abuse Material (CSAM), also Kinderpornografie, bekämpfen will. Hierbei wird Apple entsprechendes Material, das in der iCloud gespeichert ist, automatisch erkennen und konkrete Verdachtsfälle an das National Center for Missing and Exploited Children melden, darüber kann es letztlich bei den zuständigen Ermittlungs- und Strafbehörden landen.

Dabei betont Apple explizit, dass diese Art der Überwachung so entworfen wurde, dass die Privatsphäre normaler Nutzer gewahrt bleibt. Das System soll auch verhindern, dass irgendjemand wegen Urlaubsbildern vom Strand oder ähnlichem Ärger bekommt.

Privatsphäre soll gewahrt bleiben

Vereinfacht erklärt vergleicht Apple die Bilder aus der iCloud (bereits beim Upload) mit einer Datenbank des Kinderschutzzentrums, in der bekannte CSAM-Bilder gespeichert sind. Das soll sicherstellen, dass nur verifiziertes Material angezeigt wird. Das Ganze funktioniert mit einem "unlesbaren Satz von Hashes, der sicher auf den Geräten der Nutzer gespeichert ist".

Apple: "Der Abgleich erfolgt mit einer kryptografischen Technologie, der so genannten privaten Mengenüberschneidung (Private Set Intersection; PSI), die feststellt, ob es eine Übereinstimmung gibt, ohne das Ergebnis zu verraten." Dadurch soll die Privatsphäre gewahrt werden, allerdings soll per PSI auch verhindert werden, dass ein Kinderporno-Besitzer erfährt, dass es einen Treffer gibt. Weiterführende technische Details findet man in der Technical Summary (PDF; via Ars Technica).

Kritik von Experten

Sicherheitsforscher kritisieren die Lösung aber teilweise scharf. "Apple ersetzt sein branchenübliches Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Nachrichtensystem durch eine Überwachungs- und Zensurinfrastruktur, die nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt missbraucht und ausgehebelt werden kann", sagt etwa Greg Nojeim, Co-Director des Center for Democracy & Technology's Security & Surveillance Project. "Apple sollte auf diese Änderungen verzichten und das Vertrauen seiner Nutzer in die Sicherheit und Integrität ihrer Daten auf Apple-Geräten und -Diensten wiederherstellen."

Auch Matthew Green, Kryptografie-Professor an der Johns Hopkins University, meinte, dass Apple damit gefährlich nahe komme, Regierungen eine schon lange geforderte Hintertür zu gewähren. Das Client-seitige Scannen könnte einmal "ein Schlüsselelement für die zusätzliche Überwachung verschlüsselter Nachrichtensysteme sein".
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