Ikea Symfonisk Bilderrahmen im Test: Sollte Tech unsichtbar werden?

Ikea und Sonos verstecken einen WLAN-Lautsprecher in einem Bilderrahmen. Im Test des Symfonisk stellen wir die Frage, ob Technik wirklich unsichtbar werden sollte. Ist es an der Zeit, dass Technik wieder in den Hintergrund rückt?

Unsichtbare Technik vs. Ambient Computing

In diesem Test werde ich Euch natürlich von der Qualität des Ikea Symfonisk Bilderrahmen berichten. Wie ist der Klang, wie gefällt mir das Design und wie einfach ist die Einrichtung? Darüber hinaus möchte ich aber auch über die Idee nachdenken, die hinter dem WLAN-Speaker-Bilderrahmen steckt.

Denn Ikea und Sonos versuchen dabei nicht nur, herkömmliche Produkte mit technischen Zusatzfunktionen auszustatten. Sie versuchen vor allem, Technik in unserem Alltag aus dem Sichtfeld zu räumen.

Aber ist Technik schon bereit, den Schritt in den Hintergrund zu wagen? IKEA Symfonisk SonosDieses Bild spielt Musik - und das sogar ziemlich gut!

Was "Ambient Intelligence" leisten muss

Die Richtung, die Sonos und Ikea latent und Carl Pei mit seinem Startup "Nothing" ganz bewusst einschlagen, nennt sich "Ambient Computing". Dahinter steckt das Vorhaben, Devices so miteinander zu vernetzen, dass sie unseren Alltag selbstständig und kaum sichtbar verbessern. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern findet schon auf jedem Smartphone statt.

Umgebungslichtsensoren dunkeln beispielsweise das Display Eures Handys ganz automatisch ab. Und wenn Ihr wollt, kann Euer Handy sich stummschalten, wenn Ihr ins heimische WLAN-Netzwerk eintretet. Euer Smartphone macht das so autonom und dezent, dass Ihr es in diesen Situationen als Gegenstand gar nicht wahrnehmt.

Das Handy vollbringt dabei eine Übertragungsleistung, die an Eure Bedürfnisse und Eure Wünsche geknüpft ist. Ist es draußen hell, sollte das Display auch heller werden, damit unsere minderwertigen menschlichen Augen Bildschirminhalte wahrnehmen. Die Vision des Ambient Computing sieht solche Übertragungsleistungen in immer mehr Szenarien.

Natürlich muss all das durch Designs gestützt werden, die unauffällig sind. Die Nothing Ear beispielsweise sind durchsichtig und könnten so in den Ohren des Trägers oder der Trägerin verschwinden. Aber wie sinnvoll ist es, dieses Design ohne die Übertragungsleistung der Technik anzubieten?

Wie praktisch ist es also, wenn Technik schon jetzt in den Hintergrund rückt? Jetzt, wo wir sie bei der Nutzung selbst wieder aktiv in den Vordergrund rücken müssen. Um dieser Frage auf die Spur zu gehen, möchte ich Euch den Ikea Symfonisk Bilderrahmen erst einmal genauer vorstellen.

Design: So passt Musik in einen Bilderrahmen

Falls es bisher noch nicht klar wurde: Der Ikea Symfonisk Bilderrahmen verbindet das Design eines Bilderrahmens mit der Funktionalität eines WLAN-Speakers. Hierfür bespannen Ikea und Sonos ein Plastikgestell mit den Maßen 58 x 40 x 6 Zentimeter mit einem Stoff, auf den insgesamt 12 Designs aufgedruckt werden können. Dank WLAN geht an der Wand nur ein Stromkabel vom Speaker aus. Ethernet ist alternativ auch mit dabei.

Hat mir gefallen:
  • Spagat zwischen Bilderrahmen und WLAN-Speaker gelingt
  • Schöne Kabelführung
  • Hochwertiges Stromkabel mit Stoffummantelung

Hat mir nicht gefallen:
  • Kein Akkubetrieb - Kabel hängt immer mit an der Wand
  • Keine eigenen Motive konfigurierbar
  • Position der Knöpfe nicht indiziert

Die Idee, Technik in einen Bilderrahmen unterzubringen, erinnert natürlich direkt an Samsung. Eventuell kennt Ihr die "The Frame"-Fernseher des Herstellers, die Ihr ebenfalls fast unsichtbar an die Wand bringen könnt. Da Ihr Fernseher aber bei der Nutzung anschauen müsst, ergibt sich hier ein Problem: Entweder Ihr schaut ständig nach oben oder Ihr hängt ein Bild auf "Sofablick-Höhe". Das ist beim Ikea Symfonisk Bilderrahmen kein Problem. IKEA Symfonisk SonosStoffgleiter schonen Eure Wände ein wenig, auch wenn der Bilderrahmen beim Musizieren vibriert. Da ich für meinen Test keine Schrauben in die ehemalige DDR-Wand bohren wollte - bohren ist ratsam, da der Bilderrahmen sechs Kilogramm wiegt - habe ich den WLAN-Bilderrahmen auf ein Regal über meinem Sofa gestellt. Die Gewichtsverteilung erlaubt ein Aufstellen ohne feste Anbringung, unterstützt wird diese Eigenschaft von ein paar Möbelgleitern, die Ikea an der Rückseite anbringt. Alternativ liefert Ikea auch die nötigen Dübel und Schrauben zur Anbringung an der Wand mit.

Clever gelöst ist die Kabelführung des wunderschönen, stoffummantelten Stromkabels. Mit 3,5 Metern Länge bringt dieses viel Flexibilität beim Aufhängen mit. Ihr führt es an der Hinterseite erst durch einen Klettverschluss und dann durch dezente Kabelkanäle. So schließt die Rückseite des Ikea Symfonisk Bilderrahmens bündig mit der Wand ab.

Kauft Ihr gleich zwei der Ikea Symfonisk Bilderrahmen, könnt Ihr sie als Daisy-Chain miteinander verbinden. Das dazugehörige Kabel bietet Ikea natürlich auch an. IKEA Symfonisk SonosDie Kabelführung ist beim Ikea Symfonisk Bilderrahmen gut gelöst. Gefällt Euch das Design auf meinen Bildern nicht, könnt Ihr aufatmen. Die klischeehaften Tech-YouTuber-Formen könnt Ihr gegen 11 weitere Motive austauschen und auch die Farbe des Gestells könnt Ihr auf Wunsch in Weiß bekommen. IKEA Symfonisk SonosDiese Bilder könnt Ihr beim Kauf wählen oder für ein paar Euro nachkaufen. Als Nachteile beim Design fiel mir dann aber doch das Kabel auf. Gerade an der Wand entlarvt dieses das musikalische Bild ziemlich. Ein integrierter Akku, den man nur alle paar Tage aufladen muss, wäre hier noch genial gewesen. Darüber hinaus gibt es keine Indikation dafür, wo genau sich die drei Bedienknöpfe am Rahmen befinden. So müsst Ihr mit der Hand ertasten, wenn Ihr am Rahmen lauter und leiser stellen wollt.

tl;dr: Designtechnisch gefällt mir der Ikea Symfonisk Bilderrahmen. Mit ein bisschen Geschick versinkt er förmlich in Eurer Wohnung und genau dafür ist er ja gedacht. Schade ist jedoch, dass Ihr das Stromkabel schwer verstecken könnt und keine eigenen Motive drucken lassen könnt.



Klang und Setup: Sonos regelt

Ikea hat sich für all seine Symfonisk-Speaker einen starken Partner ins Boot geholt: Sonos! Die Sound-Spezialisten aus den USA packen einen 102-Millimeter-Tieftöner und einen 25,5-Millimeter-Hochtöner in das Gerät. Musik geht dann per WLAN an die Wand. Erfreulicherweise unterstützt der Symfonisk Bilderrahmen Apples Standard "AirPlay 2".

Hat mir gefallen:
  • Viel Wumms für einen ... Bilderrahmen
  • Kinderleichte Einrichtung
  • Immer an und erreichbar

Hat mir nicht gefallen:
  • Ziemlich basslastig
  • Nur mit 2-Band-Equalizer
  • Kein Bluetooth ...
  • ... wodurch nicht alle Medieninhalte übertragbar sind

Nach dem Auspacken und Aufhängen müsst Ihr den Ikea Symfonisk Bilderrahmen in Euer WLAN-Netzwerk bringen. Dafür nimmt Euch die Sonos-S2-App, die's kostenlos für Android und iOS gibt, mit Bildern an die Hand. Hier profitiert Ihr natürlich davon, wenn Ihr bereits andere Sonos-Lautsprecher habt. Denn so könnt Ihr den Bilderrahmen in eine Gruppe eingliedern und Stereoklang genießen. IKEA Symfonisk SonosOhne Frontplatte gewähren Ikea und Sonos Blick auf die Speaker. Bei mir habe ich einen neuen Raum erstellt und den Lautsprecher ins Wohnzimmer eingebunden. Über Spotify ließ sich Musik dann direkt per WLAN an das konfigurierte Zimmer schicken und voilá, schon ertönte Musik. Sonos ist mit vielen gängigen Musikstreamingdiensten kompatibel und sogar AirPlay 2 ist mit an Bord.

Wie für einen WLAN-Speaker üblich, streamt Ihr Musik aber immer gezielt von einer Quelle an das Gerät. Ein Nachteil gegenüber Bluetooth-Speakern, die sich als externe Audioquelle auf Eurem Handy einstellen lassen. Ist ein Dienst wie YouTube nicht mit Sonos kompatibel, könnt Ihr Videos oder Musik nicht über den Bilderrahmen hören. Hier wäre Bluetooth als Zusatz-Funktion noch echt praktisch gewesen. IKEA Symfonisk SonosAuch ein Ethernet-Anschluss ist mit an Bord. Generell stellte sich die Klangcharakteristik des Ikea Symfonisk Bilderrahmen im Test aber als basslastig heraus. Musik klingt schon fast ein wenig zu dumpf und bei Podcasts habt Ihr einen ziemlichen "Autoradio-Effekt" bei Stimmen, da sie dröhnend tief wummern. Seid Ihr wie mir und gefällt Euch das nicht, könnt Ihr den Equalizer in der Sonos-App anpassen. Genauer gesagt ein 2-Band-Equalizer mit zusätzlichem Button für "Loudness".

Die voreingestellte Klangcharakteristik wird vielen Käufer:innen gefallen, da bin ich mir sicher. Aber gerade da der Bilderrahmen an der Wand hängt und in Wohnungen so direkt mit den neugierigen Ohren Eurer Nachbarn verbunden ist, missfällt mir diese Grundeinstellung. Und so 100%ig weg bekommt man den dröhnenden Bass mit den Equalizern auch nicht.

tl;dr: Der Symfonisk Bilderrahmen bringt erstaunlich viel Power mit, der sich hauptsächlich auf den Bassbereich konzentriert. Das kann bei der richtigen Musik echt Spaß machen! Die Einrichtung ist kinderleicht und die Möglichkeit, den Symfonisk Bilderrahmen in ein bestehendes Sonos-Setup zu integrieren, ist auch genial!



Nutzung im Alltag: Warum ich den Symfonisk ständig vergessen habe

Wie Ihr zwischen den Zeilen schon lesen konntet, bin ich durchaus begeistert von Ikeas neuestem Speaker. Der Klang ist gut, das Format stimmt und dass man für nur 179 Euro einen Sonos-Speaker kaufen kann, ist an und für sich schon klasse. Dennoch hatte ich mit dem Symfonisk Bilderrahmen im Alltag ein interessantes Problem: Ich habe ständig vergessen, dass ich ihn habe.

Und jetzt versteht Ihr vielleicht auch, warum ich mit einem kleinen Exkurs über "Ambient Tech" eingestiegen bin. Denn der Ikea Symfonisk Bilderrahmen zeigt sehr gut, warum wir unbedingt smarte Technologien brauchen, wenn Technik weniger wahrnehmbar und trotzdem nützlich sein soll. IKEA Symfonisk SonosMit drei Knöpfen könnt Ihr die Musik auch direkt am Gerät steuern. Wenn etwas unsichtbar wird, das wir als Menschen aktiv mit einer Handlung verknüpfen wollen, ist das ein Problem. Mein Papa hat beispielsweise ein rudimentäres Smart-Home und die meisten Lichtschalter in seiner Wohnung sind ihrer Funktion beraubt. Verfolge ich dort die Handlung "Ich möchte das Licht anschalten", muss ich erst an einen nicht-wahrnehmbaren Smart-Speaker denken, den ich aktivieren muss.

Das ist umständlich und steht dem Ziel von Ambient Computing diametral entgegen. Das "smarte" Setup in der Wohnung meines Vaters rückt Technik nicht in den Hintergrund und sie erleichtert meinen Alltag nicht. Sie setzt ein Umdenken voraus und ersetzt das Betätigen eines Schalters mit einem viel komplexeren Denkprozess.

Zurück in meiner Wohnung muss ich mich beim Wunsch, Musik zu hören nun immer daran erinnern, dass mein Bilderrahmen das ja auch ganz gut kann. Eine Übertragungsleistung, die meinen Alltag nicht erleichtert, sondern erschwert. Zumal ich als Tech-Journalist und Musikfan eh einen Überschuss an Audioprodukten habe. IKEA Symfonisk SonosMit sechs Zentimetern ist der Bilderrahmen angenehm schmal In einem bestehenden Sonos-Setup wäre das eine andere Sache. Hier würde mein Wunsch, Musik zu hören, durch einen Gegenstand aufgegriffen, der diese Handlung klar und deutlich befriedigt. Der Symfonisk Bilderrahmen würde dann "smarterweise" mitmachen und ich müsste mich nicht aktiv mit ihm auseinandersetzen.

Diese Hürde, die es bei "Ambient Intelligence" zu überwinden gibt, ist unfassbar spannend. Wie findet ein smarter Assistent mein Bedürfnis heraus, während oder bevor ich es habe? Wie bewahren mich zukünftige Bilderrahmen-Lautsprecher davor, umdenken zu müssen und werde ich es vermissen, Knöpfe und Schalter zur Steuerung von Musik umzulegen? Es gibt ja nicht umsonst einen Trend hin zu Analogfotografie und Vinyl, da dort noch alles "so schön manuell" funktioniert.

Technik muss in unserem Leben also noch einen Moment sichtbar bleiben, damit sie unser Leben bereichert. Was nicht bedeutet, dass Produkte wie der Symfonisk Bilderrahmen schlecht sind. Denn warum sollen wir uns auf diese Umgewöhnung nicht noch eine Zeit lang einlassen, wenn wir ein neues Produkt mögen?


Fazit: Ist der Bilderrahmen jetzt eine Empfehlung, du Laberkopf?

Dieser subjektiven Einschätzung zur Frage, ob Technik aus unserem Alltag verschwinden soll, möchte ich ein objektives Fazit folgen lassen. Denn wie Ihr an meiner Sternebewertung lesen könnt, ist der Ikea Symfonisk Bilderrahmen trotz aller alltagsphilosophischen Einwände ein empfehlenswertes Produkt.

Klanglich ist es erstaunlich, was Sonos und Ikea aus einem nur 6 Zentimeter hohen Rahmen holen. Die Integrationsmöglichkeit in bestehende Sonos- oder Symfonisk-Setups macht den Audio-Bilderrahmen zudem zu einer dezenten Geheimwaffe für Euer Wohnzimmer. Und die Verarbeitung sowie die Einrichtung verleihen dem Produkt eine Wertigkeit, die bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 179 Euro überrascht.

Mir fehlt wie bei vielen WLAN-Lautsprechern aber Bluetooth, da man hier am Ende deutlich mehr Audioquellen nutzen kann. Darüber hinaus ließe sich das störende Stromkabel durch ein optionales Akkupack oder durch eine integrierte Batterie umgehen, doch beides ist nicht vorhanden. Dass man keine eigenen Motive verwenden kann, wird viele Nutzer:innen auch stören.

Interessiert Ihr Euch für den WLAN-Lautsprecher x Bilderrahmen, könnt Ihr aber auf jeden Fall zuschlagen. Und anschließend beobachtet Ihr Euren Umgang mit dem Gerät und lasst mir Eure Einschätzung zur Hauptfrage dieses Artikels in den Kommentaren dar. Vielleicht seid Ihr ja schon bereit dafür, während ich noch an Schaltern und Knöpfen spiele.

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Dieser Inhalt kommt von unserem Partner Nextpit und ist am 21. Juli 2021 unter dem Titel "Ikea Symfonisk Bilderrahmen im Test: Sollte Tech unsichtbar werden?" erschienen. Hat er euch gefallen? Dann schaut doch bei unseren lieben Kollegen von Nextpit vorbei und findet weitere großartige Inhalte wie diesen! Lautsprecher, Sonos, Ikea, Symfonisk Lautsprecher, Sonos, Ikea, Symfonisk Nextpit
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