Microsoft gibt Einblick in seine Cybercrime-Unit in Deutschland
Jedes Jahr erbeuten Kriminelle Millionen Dollar weltweit mit sogenannten Scam-Anrufen. Dabei gibt es zahlreiche Auswüchse. Konzerne wie Microsoft helfen dabei den Behörden, Betrugsmaschen aufzudecken und die Hintermänner ausfindig zu machen.
Zudem wird viel Arbeit in die Prävention gesteckt, damit Kunden nicht auf Scam-Anrufe hereinfallen. Ganz konkret geht es dabei zum Beispiel um Betrugsserien mit angeblichen Microsoft-Support-Mitarbeitern und mit Szenarien, wie dieses, das Microsoft jetzt selbst als Beispiel veröffentlicht hat:
"Das Telefon klingelt. Jens K., Lehramtsstudent, nimmt ab. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine vermeintliche Supportmitarbeiterin von Microsoft. Sie informiert Jens darüber, dass Microsoft den Support für Windows 7 am 14. Januar beendet hat und bietet ihm an, beim Umstieg auf Windows 10 zu helfen. Andernfalls könnte das Betriebssystem von Viren befallen werden und Schaden nehmen. Um die notwendigen Vorgänge einzuleiten, versucht sie Jens zu überreden, bestimmte Schritte an seinem Computer auszuführen. Was Jens nicht weiß: Die angebliche Supportmitarbeiterin ist Teil einer globalen, kriminellen Maschinerie. Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus, rufen mit gefälschter Nummer unter falschem Namen an - und versuchen, Menschen um ihr Geld zu betrügen. Das professionelle Vorgehen führt häufig dazu, dass die Betrüger erfolgreich sind."
Interessant ist, wie viele Fälle es derart gibt - definitiv sind es mehr, als man denkt. Laut Microsoft werden jedes Jahr Hundertausende solcher Anrufe weltweit gestartet. Bei Microsoft kommen pro Monat dabei aktuell etwa 6.000 Meldungen von Betroffenen zusammen - und das sind nur die Fälle, bei denen sich Betrogene und Ermittlungsbehörden direkt an Microsoft gewendet hatten. In den Jahren zuvor gab es mehr als doppelt so viele Meldungen bei Microsoft. Das zeigt, dass die Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren gefruchtet hat. Infografik: Tech Support Scam
Die Kriminellen versuchen dabei häufig, angeblich erforderliche Softwarereparaturen zu verkaufen, für Schäden, die es gar nicht gibt. Oder sie bieten angebliche Updates an und stellen dafür eine Rechnung. Die dritte Möglichkeit, bei der es häufig zu großen Folgeschäden für die Betroffenen kommt ist ein ganz perfider Trick. Dabei werden die Betroffenen aufgefordert, für den Supportvorgang eine Software zu laden - vorgeblich, um dem Support-Mitarbeiter Zugriff auf den PC zu bieten. Die Opfer laden sich dann aber in Wirklichkeit Schadsoftware, die sensible Daten wie Passwörter für das Onlinebanking ausspäht.
Rosenoegger und sein Team arbeiten im Hintergrund. Dabei besteht ihre Hauptaufgabe darin, die Geschädigten an die richtigen lokale Behörden zu vermitteln, Muster der Vorgehensweisen zu analysieren und zu recherchieren. Dann werden Beweismittel gesichert und an die Behörden weitergegeben. Ebenfalls ein wichtiger Arbeitsschritt der Digital Crimes Unit von Microsoft: Sie geben ihre technische Expertise an Ermittler weiter, bieten Fortbildungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in den Bereichen Cyberbetrug und Datensicherung am Tatort an. Dazu gibt es aber auch viel Aufklärung, mit der im Netz versucht wird, Scams zu vermeiden.
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"Das Telefon klingelt. Jens K., Lehramtsstudent, nimmt ab. Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine vermeintliche Supportmitarbeiterin von Microsoft. Sie informiert Jens darüber, dass Microsoft den Support für Windows 7 am 14. Januar beendet hat und bietet ihm an, beim Umstieg auf Windows 10 zu helfen. Andernfalls könnte das Betriebssystem von Viren befallen werden und Schaden nehmen. Um die notwendigen Vorgänge einzuleiten, versucht sie Jens zu überreden, bestimmte Schritte an seinem Computer auszuführen. Was Jens nicht weiß: Die angebliche Supportmitarbeiterin ist Teil einer globalen, kriminellen Maschinerie. Die Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus, rufen mit gefälschter Nummer unter falschem Namen an - und versuchen, Menschen um ihr Geld zu betrügen. Das professionelle Vorgehen führt häufig dazu, dass die Betrüger erfolgreich sind."
Interessant ist, wie viele Fälle es derart gibt - definitiv sind es mehr, als man denkt. Laut Microsoft werden jedes Jahr Hundertausende solcher Anrufe weltweit gestartet. Bei Microsoft kommen pro Monat dabei aktuell etwa 6.000 Meldungen von Betroffenen zusammen - und das sind nur die Fälle, bei denen sich Betrogene und Ermittlungsbehörden direkt an Microsoft gewendet hatten. In den Jahren zuvor gab es mehr als doppelt so viele Meldungen bei Microsoft. Das zeigt, dass die Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren gefruchtet hat. Infografik: Tech Support Scam
Die Kriminellen versuchen dabei häufig, angeblich erforderliche Softwarereparaturen zu verkaufen, für Schäden, die es gar nicht gibt. Oder sie bieten angebliche Updates an und stellen dafür eine Rechnung. Die dritte Möglichkeit, bei der es häufig zu großen Folgeschäden für die Betroffenen kommt ist ein ganz perfider Trick. Dabei werden die Betroffenen aufgefordert, für den Supportvorgang eine Software zu laden - vorgeblich, um dem Support-Mitarbeiter Zugriff auf den PC zu bieten. Die Opfer laden sich dann aber in Wirklichkeit Schadsoftware, die sensible Daten wie Passwörter für das Onlinebanking ausspäht.
Spezialeinheit gegen Cybercrime
Die Täter sitzen dabei häufig im Ausland und fühlen sich sicher. Diese Entfernungen sind aber für Microsoft gar kein Problem. Im letzten Dezember zum Beispiel hat Joachim Rosenoegger von der Digital Crimes Unit von Microsoft gemeinsam mit Ermittlern von Polizei und Staatsanwaltschaften in Deutschland und der lokalen Polizei vor Ort in Kalkutta, Indien, ein unscheinbares Callcenter zerschlagen, welches Telefon-Scam in großem Umfang durchführte.So hilft Microsoft
Rosenoegger ist dabei Ermittler bei der Digital Crimes Unit von Microsoft, einem internationalen und interdisziplinären Team, das vor über zehn Jahren gegründet wurde. Seit 2014 kämpft das Microsoft-Team vermehrt gegen Tech Scams. Dazu nutzt man ein Netzwerk in dem unter anderem Juristen und Netzwerkforensiker zusammenarbeiten.Rosenoegger und sein Team arbeiten im Hintergrund. Dabei besteht ihre Hauptaufgabe darin, die Geschädigten an die richtigen lokale Behörden zu vermitteln, Muster der Vorgehensweisen zu analysieren und zu recherchieren. Dann werden Beweismittel gesichert und an die Behörden weitergegeben. Ebenfalls ein wichtiger Arbeitsschritt der Digital Crimes Unit von Microsoft: Sie geben ihre technische Expertise an Ermittler weiter, bieten Fortbildungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in den Bereichen Cyberbetrug und Datensicherung am Tatort an. Dazu gibt es aber auch viel Aufklärung, mit der im Netz versucht wird, Scams zu vermeiden.
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