Planloser Plan: Telekom versorgt Abbruchhaus mit Glasfaseranschluss
Eine gute Planung gehört wohl zu den wichtigsten Mitteln für einen zielgerichteten Ausbau von Glasfaseranschlüssen. Ein kurioser Fall aus dem Ruhrgebiet zeigt, wie es nicht geht: Die Telekom hat ein seit Jahrzehnten unbewohntes Haus mit schnellem Netzanschluss versorgt.
Wie kann es zu einer solchen Fehlplanung kommen? Wie Sven Ahrens erläutert, der als Projektleiter für den von Bund und Land mit 68 Millionen Euro geförderten Breitbandausbau in der Region verantwortlich ist, hat das System zur Ermittlung des Bedarfs von Glasfaseranschlüssen "Schwächen". Zunächst wurde zur Vergabe eine Grenze von 30 Mbit/s definiert, fallen Haushalte darunter, sollen sie mit den neuen Anschlüssen angebunden werden, so das erklärte Ziel.
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) kommentiert auf Twitter: "Irrsinn aber leider kein Einzelfall. Wir setzen uns schon seit langem dafür ein, dass die Adressdaten der Kommunen verbessert werden, da die Anbieter zwingend auf verlässliche und genaue Daten angewiesen sind."
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Abbruchhaus bekommt den schnellen Zugang von der Telekom
Bei der Priorisierung des Ausbaus von Glasfaseranschlüssen wird in Deutschland unter anderem auch berücksichtigt, welche Datenrate die vorhandenen Anschlüsse ermöglichen. Kurz gesagt: Ist das bestehende Netz schon schnell, wird der Ausbau zurückgestellt. Genau dieser Umstand hat jetzt in der Stadt Waltrop im nördlichen Ruhrgebiet zu einem kuriosen Fall geführt. Wie die Waltroper Zeitung schreibt, wurde ein seit Jahrzehnten unbewohntes und zugemauertes Haus entsprechend der offiziellen Planungsunterlagen mit Highspeed-Internet via Glasfaser versorgt, während nahegelegene Gewerbe vergeblich auf einen Anschluss warten.Fehlerhafte Grundlagen
Das Problem laut Ahrens: Die tatsächliche Geschwindigkeit wird dabei nicht im Vorfeld durch Messungen ermittelt, sondern im Rahmen eines Markterkundungsverfahrens berechnet. Die Ergebnisse werden dann genutzt, um eine Festlegung von förderfähigen Anschlüssen vorzunehmen. Dieses Verfahren führt aber auch dazu, dass realer Bedarf und errechnete Werte manchmal deutlich auseinanderdriften. In Kombination mit fehlerhaften Adressdaten der Kommunen kann es dann zu Fehlern wie im beschriebenen Fall kommen.Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) kommentiert auf Twitter: "Irrsinn aber leider kein Einzelfall. Wir setzen uns schon seit langem dafür ein, dass die Adressdaten der Kommunen verbessert werden, da die Anbieter zwingend auf verlässliche und genaue Daten angewiesen sind."
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