NGINX: Razzia beim Hersteller des beliebtesten Web-Servers der Welt

Server, Datenzentrum, AT&T Bildquelle: David Jones / Flickr
Der Betreiber der größten russischen Suchmaschine ist der Meinung, dass ihm der Code des weltweit meist genutzten Web-Servers NGINX gehört. Jetzt gab es deshalb eine Durchsuchung der Moskauer Büros des ursprünglichen Entwicklers - und er wurde festgenommen. Wie unter anderem ZDNet berichtet, durchsuchte gestern die russische Polizei die Büros der Firma NGINX und beschlagnahmte dabei nicht nur verschiedene Hardware, sondern nahm sogar Mitarbeiter zur Befragung fest. Hintergrund ist eine Urheberrechtsklage der Firma Rambler Group, die der Betreiber der erfolgreichsten Suchmaschine Russlands ist.

Suchmaschinenbetreiber beansprucht alle Rechte am Open-Source-Code

Rambler behauptet, dass NGINX-Erfinder Igor Sysoev die Web-Server-Software vor mehr als zehn Jahren in einer Zeit entwickelte, als er für die Rambler Group tätig war. Der damals als System-Administrator tätige Entwickler soll deshalb nicht das Urheberrecht an dem Code besitzen, weshalb Rambler nun ein derart hartes Vorgehen der russischen Behörden erreicht hat. Stattdessen beansprucht die Rambler Group sämtliche Rechte an NGINX und reichte in der letzten Woche eine entsprechende Beschwerde ein.

NGINX ist inzwischen ein Open-Source-Projekt, wurde aber von Sysoev ursprünglich Anfang der 2000er-Jahre entwickelt und erst im Jahr 2004 unter eine quelloffene Lizenz gestellt. Heute wird NGINX von einer Vielzahl unabhängiger Entwickler betreut und weiterentwickelt. Erst 2009 gründete Sysoev die Firma NGINX Inc. in den USA, die Support und Werkzeuge für den Umgang mit NGINX-basierten Servern bereitstellt.

Sysoev selbst hat stets behauptet, dass er NGINX zwar während seiner Zeit bei Rambler entwickelte, dies aber eben in seiner Freizeit tat. Das Unternehmen wusste zunächst nicht einmal von dem Projekt, so dass die neue Software zunächst zum Betrieb von zwei unabhängigen Websites verwendet wurde. Erst als andere Mitarbeiter der Rambler Group sich nach NGINX erkundigten, habe das Unternehmen auch mit dessen Verwendung begonnen.

NGINX hat mittlerweile einen Marktanteil von fast 40 Prozent, nachdem die Software Anfang 2019 dem zuvor meistgenutzten Web-Server Apache HTTPD den Rang abgelaufen hat. Heute gehört die von Sysoev gegründete Firma NGINX Inc. zu F5 Networks, nachdem das letztgenannte Unternehmen rund 670 Millionen Dollar für eine Übernahme zahlte.

Laut Angaben von Personen aus dem direkten Umfeld der NGINX Inc. wurden bei der gestrigen Razzia der Erfinder der Software Igor Sysoev und der Mitgründer des Unternehmens Maxim Konovalov verhaftet, um befragt zu werden. F5 Networks wollte sich zu dem Thema bisher nicht äußern, da man weiterhin Informationen zu dem Fall sammelt. Die Rambler Group bestätigte, dass man Urheberrechtsbeschwerde eingereicht hat, wollte sich aber nicht weiter äußern. Server, Datenzentrum, AT&T Server, Datenzentrum, AT&T David Jones / Flickr
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