Ärzte, Presse bei Assange-Kontakt bespitzelt - NDR erstattet Anzeige
Den öffentlich-rechtlichen Sendern NDR und WDR liegen Belege vor, dass unter anderem auch deutsche Journalisten bei ihren Besuchen und sonstigen Kontakten mit dem Wikileaks-Gründer Julian Assange überwacht wurden. Der NDR hat daher nun Strafanzeige erstattet.
Wie die Sender mitteilten, lägen ihnen Dokumente und Videoaufnahmen vor, die belegen, dass die Räume in der ecuadorianischen Botschaft in London, in der Assange sich über Jahre aufhielt, systematisch ausgespäht wurden. Praktisch mit der Überwachung war dabei das Unternehmen Undercover Global (UC Global) betraut. Dabei handelt es sich um eine Sicherheits-Firma mit Sitz in Spanien.
Die internen Unterlagen, in die man jetzt Einblick bekam, zeigen ein erschreckendes Bild ausufernder Überwachung. Mitarbeiter des Unternehmens sollen Seriennummern von Mobiltelefonen erfasst, Vermerke über Besucher angelegt, Pässe kopiert, elektronische Geräte zerlegt und versteckte Mikrofone im Botschaftsgebäude angebracht haben. Die erlangten Daten und Aufnahmen wurden dann an Auftraggeber aus den USA weitergegeben - wahrscheinlich an einen Geheimdienst.
In unternehmensinternen E-Mails, die NDR und WDR vorliegen, ist immer wieder die Rede davon, die Audioqualität der Tonmitschnitte zu verbessern. Wiederholt geht es auch um die Einrichtung eines sicheren Livestreams aus der Botschaft. Die ganze Sache ging dann wohl auch einigen Mitarbeitern zu weit. Einige ehemalige Beschäftigte haben daher gegenüber den Fernsehsendern ausgesagt.
Das spanische Sicherheitsunternehmen UC Global und dessen Anwälte weisen die Anschuldigungen, über die zuerst die spanische Tageszeitung El Pais berichtet hatte, zurück und betonen, das Unternehmen habe stets nur im Auftrag der Regierung von Ecuador gehandelt. Im Gespräch mit NDR und WDR räumte ein Anwalt von UC Global zwar ein, dass das Unternehmen mit US-amerikanischen Nachrichtendiensten zusammenarbeite. Allerdings sei dies nicht bei der Überwachung der ecuadorianischen Botschaft in London der Fall gewesen. In Spanien geht auch schon die Staatsanwaltschaft dem Fall nach.
Siehe auch: Schweden lässt neue Voruntersuchungen gegen Julian Assange fallen
Die internen Unterlagen, in die man jetzt Einblick bekam, zeigen ein erschreckendes Bild ausufernder Überwachung. Mitarbeiter des Unternehmens sollen Seriennummern von Mobiltelefonen erfasst, Vermerke über Besucher angelegt, Pässe kopiert, elektronische Geräte zerlegt und versteckte Mikrofone im Botschaftsgebäude angebracht haben. Die erlangten Daten und Aufnahmen wurden dann an Auftraggeber aus den USA weitergegeben - wahrscheinlich an einen Geheimdienst.
Ex-Mitarbeiter reden
Bespitzelt wurden dabei auch berufliche Geheimnisträger, zu denen eigentlich jedermann vertraulich Kontakt haben können soll. Das betrifft beispielsweise die persönlichen Anwälte und Ärzte Assanges und auch drei journalistische Mitarbeiter des NDR. UC Global war dabei im Grunde das ideale Spionage-Werkzeug, denn das Unternehmen ist vom ecuadorianischen Staat ohnehin mit Sicherheits-Dienstleistungen rund um die Botschaft betraut gewesen und hatte daher Zugang zu den Räumlichkeiten.In unternehmensinternen E-Mails, die NDR und WDR vorliegen, ist immer wieder die Rede davon, die Audioqualität der Tonmitschnitte zu verbessern. Wiederholt geht es auch um die Einrichtung eines sicheren Livestreams aus der Botschaft. Die ganze Sache ging dann wohl auch einigen Mitarbeitern zu weit. Einige ehemalige Beschäftigte haben daher gegenüber den Fernsehsendern ausgesagt.
Das spanische Sicherheitsunternehmen UC Global und dessen Anwälte weisen die Anschuldigungen, über die zuerst die spanische Tageszeitung El Pais berichtet hatte, zurück und betonen, das Unternehmen habe stets nur im Auftrag der Regierung von Ecuador gehandelt. Im Gespräch mit NDR und WDR räumte ein Anwalt von UC Global zwar ein, dass das Unternehmen mit US-amerikanischen Nachrichtendiensten zusammenarbeite. Allerdings sei dies nicht bei der Überwachung der ecuadorianischen Botschaft in London der Fall gewesen. In Spanien geht auch schon die Staatsanwaltschaft dem Fall nach.
Siehe auch: Schweden lässt neue Voruntersuchungen gegen Julian Assange fallen
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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