Halle: Internet-Branche bekommt Täter-Video schnell unter Kontrolle
Als gestern erneut ein rechtsradikaler Terrorist in Halle zu seiner Tat ansetzte, konnte zwar nicht gänzlich verhindert werden, dass dieser eine eigene Öffentlichkeit erreichte. Doch hat die Internet-Branche offensichtlich von früheren Angriffen gelernt.
Terrorismus lebt davon, dass die Täter mit ihrer Botschaft eine möglichst große Öffentlichkeit erreichen. Die Opfer sind jeweils nur Mittel zum Zweck, ein möglichst großes Publikum für die Botschaft zu finden. Gesinnungsgenossen sollen bestärkt und Gegner möglichst eingeschüchtert werden. Nicht umsonst gingen früher Bekennerschreiben in der Regel bei Zeitungsredaktionen ein.
Das Netz macht es Terroristen inzwischen natürlich sehr viel leichter, aus eigener Kraft eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Als im neuseeländischen Christchurch zahlreiche Menschen in einer Moschee erschossen wurden, lief dies aus der Täter-Perspektive live auf Facebook. Zahlreiche Nutzer sahen zu und anschließend konnte die Aufzeichnung noch weite Kreise im Netz ziehen, bis es endlich gelang, die Verbreitung unter Kontrolle zu bekommen.
Im Fall des Neonazis, der gestern in Halle versuchte, Menschen zu treffen, die sich zur Feier des höchsten jüdischen Feiertags in der örtlichen Synagoge versammelt hatten, klappten die Gegenmaßnahmen der Plattform-Betreiber wesentlich besser. Hier versuchte der Angreifer über Twitch sein Publikum zu finden. Während der Live-Übertragung beschränkte sich dies allerdings auf fünf Personen, wie aus einer Stellungnahme des Betreibers hervorgeht. Anschließend griffen wohl noch rund 2200 andere Nutzer auf das Video zu.
Eine Verbreitung darüber hinaus - vor allem in öffentliche Plattformen - ist hingegen nicht bekannt. Das dürfte auch daran liegen, dass sich die großen Plattform-Betreiber inzwischen im so genannten "Global Internet Forum to Counter Terrorism" zusammengeschlossen haben und hier Informationen austauschen und das Vorgehen koordinieren. Das dürfte auch in Verbindung damit stehen, dass sie auch mit der EU-Kommission ein gemeinsames Protokoll für solche Fälle vereinbart haben. Hier kam es erst ab Montag zu einer konkreten Vereinbarung, die aber offenbar schon geholfen hat.
Siehe auch: YouTube leitet um: Suche nach Terrorinhalt führt zu Aufklärungsvideo
Das Netz macht es Terroristen inzwischen natürlich sehr viel leichter, aus eigener Kraft eine große Öffentlichkeit zu erreichen. Als im neuseeländischen Christchurch zahlreiche Menschen in einer Moschee erschossen wurden, lief dies aus der Täter-Perspektive live auf Facebook. Zahlreiche Nutzer sahen zu und anschließend konnte die Aufzeichnung noch weite Kreise im Netz ziehen, bis es endlich gelang, die Verbreitung unter Kontrolle zu bekommen.
Im Fall des Neonazis, der gestern in Halle versuchte, Menschen zu treffen, die sich zur Feier des höchsten jüdischen Feiertags in der örtlichen Synagoge versammelt hatten, klappten die Gegenmaßnahmen der Plattform-Betreiber wesentlich besser. Hier versuchte der Angreifer über Twitch sein Publikum zu finden. Während der Live-Übertragung beschränkte sich dies allerdings auf fünf Personen, wie aus einer Stellungnahme des Betreibers hervorgeht. Anschließend griffen wohl noch rund 2200 andere Nutzer auf das Video zu.
Koordination klappt
Damit war die Reichweite zumindest schon wesentlich geringer - und komplett verhindern lässt sich ein Stream letztlich ohnehin kaum, lediglich die Reaktionszeit ist hier im Grunde das Kriterium. Im Fall Halle hatte der Täter dafür gesorgt, dass mit dem Start der Übertragung auch Links an diverse Empfänger in der rechten Szene gingen. Diese verbreiteten das Video dann auch in zwei verschiedenen Versionen über das Messenger-Netzwerk Telegram.Eine Verbreitung darüber hinaus - vor allem in öffentliche Plattformen - ist hingegen nicht bekannt. Das dürfte auch daran liegen, dass sich die großen Plattform-Betreiber inzwischen im so genannten "Global Internet Forum to Counter Terrorism" zusammengeschlossen haben und hier Informationen austauschen und das Vorgehen koordinieren. Das dürfte auch in Verbindung damit stehen, dass sie auch mit der EU-Kommission ein gemeinsames Protokoll für solche Fälle vereinbart haben. Hier kam es erst ab Montag zu einer konkreten Vereinbarung, die aber offenbar schon geholfen hat.
Siehe auch: YouTube leitet um: Suche nach Terrorinhalt führt zu Aufklärungsvideo
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