"Anatomie" des Huawei P30 Pro:
Sanktionen schaden auch den USA sehr

Das Thema US-Handelssanktionen gegen China dreht sich in erste Linie um einen Hersteller: Huawei. Die US-Regierung wirft dem Hersteller vor, insbesondere als 5G-Netzwerkausrüster Lücken für chinesische Spionage bereitzustellen. Kritiker werfen der Trump-Administration vor, mit dem scharfen Vorgehen auch US-Unternehmen zu schaden.
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Die Kritiker sind der Ansicht, dass Verbote und Strafzölle auch der US-Wirtschaft massiv schaden, da die Wirtschaft schon lange auf Hersteller und Zulieferer aus der ganzen Welt setzt. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei wollte es genauer wissen und hat eine höchst interessante Berechnung durchgeführt (via Deskmodder).

Woher kommen die Komponenten?

Nikkei wollte wissen, welches Land und welche Firma welche Komponenten zum aktuellen Huawei-Flaggschiff Huawei P30 Pro beisteuert. Bei diesem Teardown der ganz besonderen Art hat Nikkei das Huawei P30 Pro in 1631 Teile zerlegt und sich genau angesehen, woher diese kommen und auch geschätzt, wie viel sie wert sind. Anatomie des Huawei P30 ProDiese Länder sind am Huawei P30 Pro beteiligt Interessant ist natürlich der US-Anteil an den Gesamtherstellungskosten in Höhe von 363,83 Dollar. Zwar kommen aus den Vereinigten Staaten gerade einmal 15 der 1631 Teile her, diese sind aber verhältnismäßig teuer. Denn Komponenten wie DRAM, Display-Glas und Kommunikations-Halbleiter machen 59,36 Dollar aus (16,3 Prozent).

In der Anatomie des Huawei P30 Pro ist China der was die Kosten betrifft größte Zulieferer. Denn man trägt 38,1 Prozent bzw. 138,61 Dollar bei, auch hier sind es verhältnismäßig wenige Einzelteile, nämlich 80. Was die Stückzahl betrifft liegt Japan vorne, 869 Teile kommen aus dem Land der aufgehenden Sonne (Wert: 83,71 Dollar). 562 Teile kommen aus Südkorea (28 Dollar), Taiwan liefert 83 Einzelkomponenten mit einem Wert von 28,85 Dollar.

Das Huawei P30 Pro ist also mitnichten ein rein chinesisches Smartphone, mit den Handelssanktionen schaden die USA nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Partnern und Verbündete in Japan und Südkorea.
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