Amazon verrät unabsichtlich, wie viel der deutsche Marktplatz umsetzt
Der von Partnern des Versandhausriesen Amazon generierte Umsatz auf dem Marktplatz des Online-Händlers war bisher ein gut gehütetes Geheimnis. Doch dem Konzern rutschte diese Zahl nun unabsichtlich durch. Diese Zahl nannte man zwar nicht direkt, sie ließ sich aber aus einer seitens Amazon unglücklichen Formulierung einfach ausrechnen.
Infografik: Rekordgewinn für Amazon
Vor kurzem haben wohl zahlreiche Marktplatz-Händler eine E-Mail bekommen, in der Amazon dafür wirbt, dass deutsche Unternehmen auch in der Heimat des Konzerns auf dem Marktplatz verkaufen. Man zählt diverse Gründe auf, die für eine Expansion in Richtung USA sprächen, das sind vor allem Zahlen, die man in Übersee auch von Deutschland aus erwirtschaften kann.
So rechnet Steier in seinem Blog vor, dass das weltweite E-Commerce-Handelsvolumen von Amazon 2018 277 Milliarden Dollar beträgt. Von Dritthändlern, also Marketplace-Teilnehmern, kommen 160 Milliarden Dollar. In der Mail an deutsche Händler erwähnt der Konzern, dass die Hälfte auf Amazon.com entfällt, das sind also 80 Milliarden Dollar.
Das ist zweifellos eine stolze Zahl und es gibt auch gute Gründe, warum Amazon sie bisher nicht verraten hat. Denn man möchte nicht, dass die Konkurrenten wissen, wie wichtig das Marktplatzgeschäft für den Konzern ist. Um diese Zahl einzuordnen, muss man nun nur Vergleiche heranziehen und das Handelsblatt hat einen ganz guten gefunden. Der größte deutsche Online-Händler Zalando hat im Vorjahr ein Bruttohandelsvolumen von 6,6 Milliarden Euro erwirtschaftet - und das ist der Gesamtwert, also Zalando selbst und dessen Händler zusammen.
Update 18.50 Uhr: Amazon hat dazu ein Statement veröffentlicht, darin dementiert man die Korrektheit der Zahlen bzw. der Berechnung: "Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt. Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen."
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Vor kurzem haben wohl zahlreiche Marktplatz-Händler eine E-Mail bekommen, in der Amazon dafür wirbt, dass deutsche Unternehmen auch in der Heimat des Konzerns auf dem Marktplatz verkaufen. Man zählt diverse Gründe auf, die für eine Expansion in Richtung USA sprächen, das sind vor allem Zahlen, die man in Übersee auch von Deutschland aus erwirtschaften kann.
Einfache Rechnung
Dabei fällt auch folgender Satz: "Auf amazon.com wird 7-mal so viel Umsatz generiert wie auf amazon.de, mit nur halb so vielen Händlern." Das ist auf den ersten Blick nichtssagend, doch für den Marktplatz-Experten Mark Steier reichte er für eine genaue Berechnung (via t3n).So rechnet Steier in seinem Blog vor, dass das weltweite E-Commerce-Handelsvolumen von Amazon 2018 277 Milliarden Dollar beträgt. Von Dritthändlern, also Marketplace-Teilnehmern, kommen 160 Milliarden Dollar. In der Mail an deutsche Händler erwähnt der Konzern, dass die Hälfte auf Amazon.com entfällt, das sind also 80 Milliarden Dollar.
10,2 Milliarden Euro
Da Amazon schreibt, dass der Umsatz in den USA sieben Mal höher ist als in Deutschland, muss man 80 Milliarden nur durch sieben teilen, um die Zahl für hierzulande zu bekommen. Und das sind 11,42 Milliarden Dollar oder umgerechnet 10,2 Milliarden Euro.Das ist zweifellos eine stolze Zahl und es gibt auch gute Gründe, warum Amazon sie bisher nicht verraten hat. Denn man möchte nicht, dass die Konkurrenten wissen, wie wichtig das Marktplatzgeschäft für den Konzern ist. Um diese Zahl einzuordnen, muss man nun nur Vergleiche heranziehen und das Handelsblatt hat einen ganz guten gefunden. Der größte deutsche Online-Händler Zalando hat im Vorjahr ein Bruttohandelsvolumen von 6,6 Milliarden Euro erwirtschaftet - und das ist der Gesamtwert, also Zalando selbst und dessen Händler zusammen.
Update 18.50 Uhr: Amazon hat dazu ein Statement veröffentlicht, darin dementiert man die Korrektheit der Zahlen bzw. der Berechnung: "Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt. Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen."
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