"Schreckliche Sache":
NASA entsetzt über Indiens Anti-Satelliten-Waffe

Indien hat erfolgreich ein Anti-Satelliten-System getestet, bei dem eine Rakete einen Satelliten im Erdorbit abgeschossen hatte. Weil bei dem Test unzählige große Trümmerteile entstanden sind, spricht die NASA von einer "schrecklichen Sache". Im schlimmsten Fall muss die ISS Ausweichmanöver fliegen, um nicht vom neuen Weltraumschrott getroffen zu werden.
Raumfahrt, Esa, Iss
NASA

Indien wollte zeigen was man kann, die USA sind entsetzt

"Nicht akzeptabel" und "eine schreckliche, schreckliche Sache": Mit diesen klaren Worten hat der NASA-Chef Jim Bridenstine seinem Unmut über einen indischen Waffentest Luft gemacht, bei dem unter der Missionsbezeichnung "Shakti" - übersetzt so viel wie Kraft oder Energie - gezielt ein Satellit im Erdorbit gesprengt worden war. Die NASA schätzt, dass bei dieser Aktion mindestens 400 Bruchstücke zurückgeblieben sind, von denen nach aktuellem Kenntnisstand 24 Bruchstücke eine Gefahr für die ISS darstellen könnten.

Wie Bridenstine ausführt, habe der Test das Risiko für einen Zusammenstoß der ISS mit Weltraumschrott durch die entstandenen Teile um 44 Prozent gesteigert. Trotzdem weist der NASA-Chef darauf hin, dass die ISS natürlich stets in der Lage sei, bei akuten Gefahren Ausweichmanöver durchzuführen. Die NASA überwacht schon heute mit aufwendigen Mitteln über zehntausend Teile, die der ISS potenziell gefährlich werden könnten, nun wurde diese Liste um die neuen Trümmerteile ergänzt.

Ähnlich kritisch sieht laut heise auch der deutsche Astronaut Matthias Maurer den indischen Test: "Einen Satelliten abzuschießen, um zu beweisen, dass man eine Weltraummacht ist, zeigt, dass man es nicht ist. Keine verantwortungsvolle Weltraummacht trägt zur Vermehrung des Weltraumschrotts bei", so Maurer auf Twitter.

Test erfolgreich

Indien feiert den Test unterdessen als großen Erfolg: Nach den USA, Russland und China ist Indien erst die vierte Nation, die eine solche Anti-Satelliten-Waffe erfolgreich testen konnte. Wie Premierminister Narendra Modi auf Twitter mitgeteilt hatte, sei das ein großer Tag für sein Land. Man sei endlich im "Weltraum-Klub der großen Vier" angekommen. Allerdings richte man sich mit den Bemühungen nicht gegen andere Nationen, so Modi.
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