Läufts auf ARM? Diese Windows-Apps sind kompatibel mit Copilot+ PCs

Microsoft hat die erste Generation seiner sogenannten Copilot+ PCs mit Windows 11 24H2 vorgestellt - mit neuen ARM-Prozessoren. Durch die Abkehr von x86-CPUs herrscht bei vielen Nutzern Un­si­cher­heit. Welche Programme laufen auf den Geräten? Wir liefern die Antwort.
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ARM / Microsoft / WinFuture
In diesem Überblick erklären wir in aller Kürze den Unterschied zwischen den ver­schie­de­nen Prozessor-Architekturen und listen grob auf, welche Software be­reits in ei­ner Ver­sion für ARM-Computer bereitsteht. Außerdem zeigen wir, was nicht funk­tio­niert und an welchen Stellen sich Nutzer wahrscheinlich auf Kom­pa­ti­bi­li­täts­pro­ble­me einstellen müssen.

Inhaltsverzeichnis:

Der Vergleich: x86 vs. x64 vs. ARM

Die Kürzel x86, x64 und ARM sind den meisten wahrscheinlich schon das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen. Wer sich etwa die Verzeichnisse unter Windows schon einmal angesehen hat, in denen Programme standardmäßig installiert werden, wird festgestellt haben, dass es dort einen Ordner namens "Programme" und einen Ordner namens "Programme (x86)" gibt. Doch was hat es mit diesen verschiedenen Bezeichnungen genau auf sich?

X86, x64 und ARM stehen für verschiedene Arten von Prozessoren. Die beiden ersten ähneln sich dabei im Vergleich zu ARM eher. Doch wo genau liegen die Unterschiede und was sind die Vor- und Nachteile der Architekturen? Intel 386 486Links im Bild ein Intel 80486 DX von 1989 und ein 80386 von 1985 x86-Prozessoren
Diese Architektur wurde von Intel entwickelt und mit der Einführung des 8086-Prozessors im Jahr 1978 das erste Mal genutzt. Ihre Bezeichnung erhielt die Architektur, weil die Namen aller von Intel gefertigten Prozessoren dieser Art mit der Zahl 86 endeten. Einer der Wohl berühmtesten Vertreter ist das Modell 80486, das den PC-Markt von etwa 1992 bis 1995 dominierte und auch gerne nur als "Viersechsundachtziger" bezeichnet wird.

Während frühe Prozessoren der x86-Architektur nur 16 Bit unterstützten, gab es bereits ab 1985 auch 32-Bit-Varianten.

x64-Prozessoren
Diese Prozessoren sind eine Weiterentwicklung der x86-Architektur. Ihr Name ergibt sich aus der Tatsache, dass sie 64 Bit unterstützen. Dadurch sind sie um einiges leistungsfähiger als ihre Vorfahren. Trotzdem sind sie komplett rückwärts-kompatibel. Das bedeutet, dass sie auch 32 Bit und die ursprünglichen 16 Bit der x86-Prozessoren unterstützen. Somit kann in der Regel auch ältere Software, die nicht auf 64 Bit basiert, problemlos installiert und ausgeführt werden.

Erstmals 2003 von AMD unter dem Namen Opteron auf den Markt gebracht, sind x64-Prozessoren heutzutage am weitesten verbreitet. Oftmals fasst man x86- und x64-Prozessoren zur Vereinfachung unter der Bezeichnung x86 zusammen oder spricht von "x86-64".

Was ist ein Copilot+ PC: Die neuen Windows-Geräte mit ARM

ARM
Im Gegensatz zu den untereinander verwandten x86- und x64-Prozessoren sind ARM-Prozessoren grundlegend anders konstruiert. Sie wurden von der britischen Firma Acorn Computers (heute Arm Ltd.) Anfang der 80er Jahre entworfen und verwenden sogenannte RISC-Befehlssätze.

Diese bestehen im Vergleich zu den in x86-CPUs verwendeten CISC-Befehlssätzen aus deutlich weniger und einfacheren Einzelbefehlen. Das erfordert weniger Schaltkreise, wodurch ARM-Pro­zes­so­ren kleiner ausfallen.

Interessant: CISC ist die Abkürzung für "Complex Instruction Set Computer". Dabei handelt es sich um ein Retronym, das erst mit Einführung der RISC-Prozessoren geprägt wurde. RISC steht für "Reduced Instruction Set Computer".

Aufgrund ihrer einfacheren Struktur und Befehlssätze verbrauchen ARM-Pro­zes­so­ren zudem deutlich weniger Energie als ihre x86-Gegenstücke. Aus diesen Gründen kamen sie bisher überwiegend im Bereich mobiler Geräte wie Handys und Tablets zum Einsatz. Qualcomm Snapdragon X80ARM-Chips wie der Snapdragon X80 kommen schon lange in Smartphones zum Einsatz Allerdings sorgt der Aufbau bei ARM für eine deutlich geringere Flexibilität. Denn in der Regel handelt es sich um ein sogenanntes System on Chip (SoC) bzw. Ein-Chip-System. Alle Komponenten wie etwa die CPU, Speicher, Grafik oder Audio sind hier direkt integriert. Daher sind solche Chips höchst spezifisch und können nicht wie x86-CPUs beliebig ausgetauscht werden. Auch die Leistungsfähigkeit von ARM ist im Vergleich in vielen Szenarien geringer.

Das größte Problem in der Praxis besteht allerdings darin, dass aufgrund der unterschiedlichen Befehlssätze keine Software auf einem ARM-System verwendet werden kann, die für x86-Systeme geschrieben wurde. Entweder müssen Programme speziell für ARM entwickelt sein oder sie müssen emuliert werden. Nur wenige Entwickler stellten in der Vergangenheit ARM-Varianten ihrer Software bereit. Das machte ARM-Systeme für viele Anwender eher unbrauchbar.

Interessant: Im Gegensatz zur Konkurrenz wie Intel oder AMD entwickelt Arm Ltd. seine Technologie nur und vergibt dann Lizenzen für die Nutzung an andere Firmen, anstatt seine eigenen physischen CPUs, GPUs oder SoCs zu produzieren und zu verkaufen.

Die Entstehung von Windows on ARM

Für seine neuen Copilot+ PCs setzt Microsoft jetzt dennoch auf die ARM-basierten Snapdragon X-Prozessoren von Qualcomm. Doch die Geschichte von Windows auf ARM-Systemen beginnt schon deutlich früher.

Das erste Windows, das für ein auf dem Konsumentenmarkt verfügbares ARM-System entwickelt wurde, war Windows RT. Es wurde im Januar 2011 vorgestellt und lief als Betriebssystem auf dem ersten von Microsofts selbst entworfenen PC bzw. Tablet, dem original Microsoft Surface (später in Surface RT umbenannt).


Schon damals machte man sich die Effizienz und geringe Größe von ARM-Chips zunutze. Dennoch war das Surface kein Erfolg, da die Software-Auswahl extrem eingeschränkt war. Nur wenige Programme waren für ARM entwickelt worden und im Microsoft Store erhältlich. Zudem erlaubte Windows RT keine Emulation.

Das änderte sich erst sechs Jahre später unter Windows 10. Die ARM-basierte Version des Betriebssystems emuliert seit 2017 32-Bit x86-Apps. Somit können in der Theorie so gut wie alle entsprechenden Programme unter Windows auf einem ARM-System installiert und verwendet werden, die auch für x86-Systeme zur Verfügung stehen. Windows 10 auf ARMARM-Version von Windows 10 auf einem Gerät mit Snapdragon 820 von 2016 In der Praxis sah es zu Beginn jedoch oft anders aus. Denn die Emulation war teilweise behäbig und führte zu erheblichen Leistungseinbußen. Besonders rechenintensive Anwendungen waren somit nur eingeschränkt nutzbar.

Im Jahr 2021 veröffentlichte Microsoft dann Windows 11. Auch hier gibt es wieder eine Version für ARM-Systeme. Die Emulation von 32-Bit-Software wurde jedoch wieder aufgegeben. In der neuesten Version des Betriebssystems werden jetzt allerdings 64-Bit x86-Programme emuliert.

Der Unterschied: Emulation vs. Nativ

Native ARM-Software - also Software, die speziell für ARM-Systeme entwickelt wurde - ist emulierten Anwendungen gegenüber im Vorteil. Sie läuft nicht nur schneller, sondern auch effizienter. Denn eine Emulation verbraucht immer zusätzliche Ressourcen und Rechenleistung. Das führt nicht nur zu einer geringeren Performance, sondern auch zu einem gesteigerten Stromverbrauch.

Verwendet man x86-Programme auf ARM-Systemen sind diese also langsamer und der Akku des Geräts ist schneller leer. Da es aber nicht von jedem Programm eine ARM-Version gibt, kommt Microsoft auf seinen Copilot+ Geräten nicht um eine Emulation herum.
Copilot Plus Surface Laptop und Surface ProDer neue Microsoft Surface Laptop ... Copilot Plus Surface Laptop und Surface Pro... und das Microsoft Surface Pro
Um deren Leistung zu verbessern und die neuen Geräte zu einem Erfolg zu machen, hat Microsoft seinen Emulator namens Prism daher komplett überarbeitet. Wie man in Redmond verspricht, soll der eine bis zu 20 Prozent höhere Leistung mitbringen als zuvor. Störende Leistungseinbußen sollen damit der Vergangenheit angehören.

Alle für x86-Systeme entwickelte Programme sollen in Zukunft also problemlos und relativ effizient auf ARM-basierten Windows-PCs laufen.

Und so können die meisten emulierten Programme mittlerweile tatsächlich ohne allzu große Einschränkungen auf den Windows-Geräten mit ARM-Chip verwendet werden. Zudem bieten in letzter Zeit immer mehr Softwareentwickler ihre Apps auch als native ARM-Versionen an. Windows on ARM scheint also endlich angekommen zu sein.



Windows 11: Liste nativer ARM-Programme

In der folgenden Liste haben wir unter Windows gängige Anwendungen zu­sam­men­ge­fasst, für die es bereits native ARM-Versionen gibt. Es handelt sich keineswegs um eine vollständige Liste aller Programme für Windows on ARM. Dieser Aufgabe haben sich Freiwillige unter WindowsOnARM.org verschrieben.

Dort findet sich eine aktuelle Liste mit hunderten von Einträgen, die Auskunft über die Kompatibilität von unter­schied­lichs­ten An­wen­dun­gen geben. Wir liefern im Folgenden jedoch einen praktischen Überblick über die verbreitetsten Apps.

ACHTUNG: Die Macher von WindowsOnArm.org garantieren nicht für die Richtigkeit ihrer Angaben. Auch wenn ein Programm dort als "für ARM-Systeme geeignet" gelistet wird, sind Nutzer angehalten, die Kompatibilität selbst noch einmal zu überprüfen.

Browser: Chrome, Firefox, Edge & Co.
Der Browser ist das wahrscheinlich am meisten verwendete Programm auf heu­ti­gen Computern. Umso wichtiger ist es, dass die App für das System op­ti­miert ist, schnell läuft und energieeffizient arbeitet. Glücklicherweise haben die Anbieter der beliebtesten Browser bereits ARM-Versionen ihrer Software im Angebot.

  • Google Chrome
  • Mozilla Firefox
  • Microsoft Edge
  • Opera Browser
  • Brave Browser
  • Vivaldi Browser
ChromeAls Marktführer ist Google Chrome natürlich auch für ARM-Systeme verfügbar Büro: Microsoft Office, Notepad++ & Co.
Wer an einem Copilot+ PC interessiert ist, wird das Gerät mit hoher Wahr­schein­lich­keit vor allem für die Arbeit nutzen. Daher ist auch das Vor­han­den­sein von Pro­duk­ti­vi­täts- bzw. Büro-Software als ARM-Variante von großer Bedeutung. Microsoft selbst stellt Office schon lange in einer entsprechenden Version bereit. Doch auch andere Entwickler ziehen mittlerweile nach.

  • Microsoft 365 (Office)
  • Microsoft Journal
  • LibreOffice
  • Notepad++
LibreOfficeLibreOffice liefert Werkzeuge für Texte, Tabellen und Präsentationen Kreativbereich: Von Photoshop bis GIMP
Die ohnehin oft anspruchsvollen Programme zur Foto-, Video- und Audio­be­ar­bei­tung machen das System noch einmal langsamer, wenn sie emuliert werden müssen. Das kann im Zweifelsfall zu einer unbefriedigenden Performance führen, die das Arbeiten erschwert. Besonders im kreativen Bereich kann ein stotterndes und langsames Programm die Arbeit behindern.

Daher profitiert vor allem rechenintensive Kreativ-Software von einer nativen ARM-Variante. Mit Adobe hat einer der führenden Anbieter bereits einen Teil seiner Software für ARM-Systeme bereitgestellt. Doch auch andere Firmen haben entsprechende Versionen ihrer Programme entwickelt.

  • Adobe Photoshop
  • Adobe Lightroom
  • GIMP
  • Luminar Neo
  • Microsoft Clipchamp
  • Paint.NET
  • Blender
The GimpNeben Photoshop gibt es auch die Alternative GIMP für ARM System-Tools: Cloud, Windows-Optimierungen & Co.
Es gibt etliche Anwendungen, die das Arbeiten am PC unterstützen. Dazu zählen auch Cloud-Speicher. Mit anderen Tools kann etwa Windows installiert, angepasst oder optimiert werden.

  • Microsoft PowerToys
  • Rufus
  • Start11
  • OneDrive
  • Dropbox
  • Visual Studio Code
  • Visual Studio
PowerToys für Windows 10Mit PowerToys lässt sich Windows auf beinahe unendlich vielen Wegen individuell anpassen Medien & Unterhaltung: Vorbildliche ARM-Streamer
Nicht nur im Arbeitsbereich gibt es schon etliche native ARM-Anwendungen. Auch bei der Medienwiedergabe oder dem Streaming sind die Entwickler hinterher. So haben mittlerweile alle großen Plattformen wie Netflix oder Disney+ ent­spre­chen­de Launcher. Doch auch bei Wiedergabesoftware für Audio und Video müssen viele Programme nicht mehr emuliert werden und sind dadurch schneller.

  • Netflix
  • Amazon Prime Video
  • Disney+
  • Paramount+
  • Spotify
  • Kodi
  • VLC-Mediaplayer
  • Windows Media Player
VLCAuch den beliebten und vielseitigen VLC-Mediaplayer gibt es als native ARM-App Social Media & Kommunikation
In vielen Bereichen geht ohne Social Media heutzutage nichts mehr. Damit Nutzer von ARM-Geräten wie den Copilot+ PCs bestmöglich mit ihren Netzwerken verbunden bleiben, haben auch die führenden Plattformen wie X und Facebook bereits entsprechende Apps veröffentlicht. Etliche Programme zur Kom­mu­ni­ka­tion sind ebenfalls in einer ARM-Version erhältlich.

  • Facebook
  • Instagram
  • Threads
  • X
  • TikTok
  • Reddit
  • GroupMe
  • Slack
  • Signal
  • WhatsApp
  • Zoom
  • Cisco Webex
SlackAuch in der ARM-Version ist Slack speziell für Arbeitsgruppen optimiert

Windows on ARM: Problematische Bereiche

Die nativen Programme nutzen die volle Leistungsstärke der ARM-Geräte aus. Auch emulierte Apps laufen im Normalbetrieb zumeist ohne merkbare Einschränkungen. Es gibt allerdings Bereiche und Szenarien, in denen es mit großer Wahrscheinlichkeit zu Kompatibilitätsproblemen kommen wird, die auch in Zukunft nicht mehr gelöst werden dürften. Das betrifft vor allem (ältere) Peripheriegeräte und Software.

Treiber und Peripheriegeräte
Vor allem, wer ältere Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner, externe Soundkarten oder Hardware-Controller jeglicher Art verwendet, wird höchstwahrscheinlich auf Kompatibilitätsprobleme stoßen. Denn jede Hardware funktioniert unter Windows on ARM nur mit Treibern, die speziell für entsprechende Systeme entwickelt wurden.

Im Gegensatz zu Programmen können Treiber nicht emuliert werden. Windows liefert daher auch auf ARM-Computern integrierte Treiber mit. Peripheriegeräte, die jedoch mit keinem davon funktionieren und bei denen auch der Hersteller keine extra ARM-Variante zur Verfügung stellt, können nicht mehr verwendet werden.

Wer also dringend auf ein Stück externe Hardware angewiesen ist, sollte sich vorher unbedingt beim Hersteller erkundigen, ob es bereits ARM-Treiber für das Gerät gibt, oder ob ein solcher zumindest in Planung ist. Das gilt übrigens auch für neuere Hardware.

Je spezialisiertere Funktionen die Geräte besitzen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie von einem in Windows mitgelieferten Treiber unterstützt werden. Ein Beispiel für solche Hardware wären etwa die Zeichentablets von Wacom. Wacom Paper ProSpezialgeräte wie das Wacom Intuos Pro werden momentan nicht unterstützt Anspruchsvolle oder alte Software
Wie bereits mehrfach erwähnt, liefern native ARM-Apps die beste Leistung. Nor­ma­ler­weise ist die Emulation über Prism bei den meisten Programmen mitt­ler­wei­le mehr als ausreichend, um ohne merkliche Einschränkungen damit zu arbeiten. Je anspruchsvoller die Programme werden, desto größer werden aber die Leistungseinbußen. Besonders bei emulierter Grafik- oder Video­be­ar­bei­tungs­soft­ware kann das problematisch werden.

Ein Beispiel dafür ist Adobes Premiere Pro, für das es keine ARM-Version gibt. Die Software ist emuliert in vollem Umfang nutzbar. Will man allerdings 4K-Videos bearbeiten oder hat man mehrere Effekt-Ebenen, kann es etwa zu Frame-Drops in der Timeline-Vorschau kommen. Zudem dauert das Rendern dann länger als auf einem x86-System. Adobe Photoshop ARMAnders als bei Premiere Pro gibt es Photoshop schon seit Jahren als native ARM-App Auch von älterer Software wird es vermutlich oft keine ARM-Variante geben. Hier gilt das gleiche wie bei den Peripheriegeräten. Wer auf ein anspruchsvolles Programm angewiesen ist, das vom Entwickler keine Updates mehr erhält, schaut in die Röhre und muss, wie bei Adobe Premiere Pro, als Folge der Emulation eventuell mit Rucklern, längeren Ladezeiten und einer insgesamt schlechteren Performanz rechnen.

VPN-Software: Die meisten ziehen mit
Ein Bereich, in dem wie bei Treibern ebenfalls keine Emulation von x86-Programmen möglich ist, sind VPNs (Virtual Private Network). Auf ARM-Computern mit Windows können ausschließlich speziell für die Architektur entwickelte Clients installiert werden. Große Anbieter wie NordVPN arbeiten zwar an entsprechenden Versionen ihrer Software, noch stehen diese in vielen Fällen aber nicht bereit.

Andere Anbieter wie Surfshark und ExpressVPN sind schon einen Schritt weiter und haben bereits ARM-Programme veröffentlicht. Diese Liste ist jedoch relativ kurz. Wer eine bestimmte VPN-Software auf seinem Copilot+ PC nutzen will, weil z.B. ein Abo besteht, sollte sich daher unbedingt vorher informieren, ob eine funktionierende ARM-Version der Software existiert. Surfshark VPN & Co.Surfshark bietet bereits eine ARM-Variante seines VPN-Dienstes an Spiele: Noch kein Eldorado für Gamer
Zwar hat Microsoft angekündigt, auch Videospiele würden zum großen Teil ohne Probleme auf ARM-Geräten laufen, allerdings wird dabei ebenfalls auf den Prism-Emulator zurückgegriffen. ARM-native Spiele wird es zunächst nicht geben. Wie bereits beschrieben ist Prism deutlich schneller als sein Vorgänger.

Zudem soll eine KI-Upscaling-Technologie namens Automatic Super Resolution (Auto SR) die Games grafisch besser aussehen lassen und performanter machen. Auf der of­fi­zi­el­len Microsoft-Seite zu Auto-SR sind momentan aber nur eine Handvoll Spie­le auf­ge­lis­tet, bei denen das Funktionieren des Upscalers offiziell verifiziert ist. Windows on ARM: AutoSR manuell aktivierenFür nicht offiziell unterstützte Spiele lässt sich Auto-SR auch manuell einschalten Obwohl sich etliche Titel auf ARM-PCs spielen lassen, gibt es bei vielen davon Schwierigkeiten. So laufen neuere Spiele wie Diablo 4, Baldur's Gate 3 oder Cyberpunk 2077 nur mit teilweise stark eingeschränkten FPS. Spiele wie Ghost of Tsushima, Hogwarts Legacy, Horizon Forbidden West oder The First Descendant laufen überhaupt nicht.

Zu dieser Gruppe zählen auch Titel mit integrierter Anti-Cheat-Software. Denn deren Engines sind nicht mit ARM-Systemen kompatibel. Das bedeutet, dass viele große Multiplayer-Games überhaupt nicht auf ARM-PCs laufen. Daran wollen Microsoft und Qualcomm allerdings arbeiten und in der Zukunft eine Lösung bereitstellen.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass ein Copilot+ PC momentan vermutlich besser nicht als Gaming-Laptop angeschafft werden sollte. Dazu ist die Ungewissheit über die Kompatibilität einfach zu groß. Wer aber gelegentlich eine kleine Spiele-Pause einlegen will und nicht unbedingt einen ganz bestimmten Titel spielen muss, kann etliche Games ohne große Einschränkungen genießen.

Wer es genau wissen will, findet unter WorksOnWoA.com eine wachsende Liste an Spielen, die auf Copilot+ PC bzw. unter Windows on ARM laufen.

Ausblick: Microsoft, Windows und ARM

Schon seit 13 Jahren gibt es Windows on ARM. Lange wurde Microsofts Vorstoß von Entwicklern und Konsumenten aber eher stiefmütterlich behandelt. Es gab nur wenig native Software und die Emulation war lange Zeit nicht auf einem ausreichenden Niveau.

In den letzten Jahren haben nun aber auch andere Firmen wie Apple den Wechsel von x86 auf ARM vollzogen. Zudem ziehen jetzt die Software-Schmieden nach. Vor allem seit der Vorstellung der ersten Copilot+ PCs mit Qualcomms Snap­dra­gon-X-Pro­zes­so­ren veröffentlichen immer mehr Anbieter ihre Software auch in einer ARM-Version. Zu guter Letzt hat Microsoft mit Prism mittlerweile einen leistungsfähigen Emulator. Copilot Plus Surface Laptop und Surface ProBei den neuen Microsoft Surface-Geräten ist alles perfekt aufeinander abgestimmt Gleichzeitig wird die Leistung der ARM-Chips immer besser. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie nur für einfache Aufgaben oder ausschließlich in Mobiltelefonen zum Einsatz kamen. Besonders im Hinblick auf die Integration künstlicher Intelligenz (KI) über dedizierte NPUs scheinen ARM-Systeme nicht zuletzt aufgrund ihrer Energieeffizienz eine große Zukunft zu haben.

Daher wird es auf absehbare Zeit erst einmal sowohl x86- als auch ARM-Systeme geben. Denn beide haben, wie zu Beginn angesprochen, ihre eigenen Vor- und Nachteile. Wer momentan darüber nachdenkt, sich einen der neuen Copilot+ PCs zu kaufen, sollte aber vorher recherchieren, damit es kein böses Erwachen bei fehlender Soft- oder Hardwarekompatibilität gibt. Bis sich an diesem Umstand etwas ändert, könnte es noch einige Zeit dauern.
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