USA: Kaspersky Antivirus eine Gefahr für die nationale Sicherheit?

Logo, Kaspersky, Sicherheitsexperten Bildquelle: Kaspersky
Man mag von kommerziellen Antivirus-Lösungen halten, was man will, doch in den USA zeichnet sich offenbar eine gewisse Angst vor ausländischen Software-Produkten dieser Art ab, vor allem wenn sie aus Russland stammen. Angeblich fürchten die US-Geheimdienste, russische Spione könnten mit Hilfe von Kaspersky Labs die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden.
Wie der US-Nachrichtensender ABC News berichtet, hat der Geheimdienstausschuss der USA im April in einem Brief an den Leiter des Zusammenschlusses der US-Geheimdienste und den Chef des Justizministeriums davor gewarnt, dass Produkte von Kasperky Labs die nationale Sicherheit in Gefahr bringen könnten. Das Schreiben wurden von Mitgliedern der demokratischen und der republikanischen Partei gleichermaßen unterzeichnet.

Schon im Februar soll der US-Heimatschutz außerdem einen geheimen Bericht an andere Behörden verschickt haben. Zudem untersucht angeblich das FBI bereits seit einiger Zeit mögliche Verbindungen zwischen der Firma Kaspersky Labs und der russischen Regierung, so zumindest die Angaben von Quellen gegenüber ABC News.

Angriffe auf kritische Infrastruktur befürchtet

Nach Angaben verschiedener ehemaliger Regierungsbeamter fürchten die Behörden vor allem, dass Kaspersky Labs und seine Produkte dazu genutzt werden könnten, um Angriffe auf das Stromnetz und andere wichtige Infrastruktur durchzuführen. Deshalb sollen bereits seit einiger Zeit Gespräche zwischen Vertretern der US-Regierung und den Betreibern bestimmter Firmen und deren Verbänden laufen, heißt es. Es werde befürchtet, dass die Kaspersky-Produkte mit oder ohne Wissen des Unternehmens so modifiziert werden, dass sie für Angriffe verwendet werden können.

Kaspersky Labs hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass das Unternehmen keinerlei "unpassende" Kontakte zur russischen Regierung pflegt. Außerdem betonte das Unternehmen ebenfalls schon mehrfach, dass man unter keinen Umständen irgendeiner Regierung dieser Welt bei der Entwicklung offensiver Technologien helfen werde - also keine Angriffstechnologien schaffen will. Gründer Eugene Kaspersky dementierte entsprechende Gerüchte ebenfalls.

Siehe auch: Russland: Kaspersky Labs-Manager wegen Landesverrats verhaftet

Spekulationen über eine mögliche Überwachung von US-Computern mit Hilfe von Kasperskys Produkten wies der Gründer ebenfalls zurück - schließlich könne jeder Kunde bei Bedarf eine lokal gehostete Variante der Sicherheitswerkzeuge des Unternehmens installieren und die anonymisierte Übertragung von Nutzungsdaten abschalten. Stattdessen nimmt Kaspersky an, dass US-Beamte vor allem wegen der aktuellen geopolitischen Lage und dem wachsenden Erfolg der Firma gerade jetzt Sorgen über sein Unternehmen äußern.

Kaspersky soll schon vor Jahren den US-Behörden eine Überprüfung des Codes seiner Produkte angeboten haben. Außerdem versuchten angeblich FBI-Mitarbeiter vor einiger Zeit, Kaspersky als Informanten für die US-Geheimdienste zu gewinnen, was aber nicht gelungen sein soll. Er selbst bestand in seinem jüngsten Interview mit dem Fernsehsender darauf, dass es nie einen Anwerbungsversuch gegeben hat.

Hintergrund der Bedenken der US-Sicherheitsorgane ist der Umstand, dass Antivirus-Software üblicherweise weitreichenden Zugriff auf die Dateien eines durch sie zu schützenden Systems hat. Zahlreiche US-Bundesbehörden und andere örtliche Behörden nutzen Lösungen von Kaspersky. Kurioserweise hatte der russische Geheimdienst FSB erst vor einigen Wochen einen Mitarbeiter von Kasperky Lab verhaftet, weil man ihm die Unterstützung einer ausländischen Regierung vorwirft. Bisher sind zu dem Fall kaum Details bekannt. Download Kaspersky Anti-Virus Download Kaspersky Internet Security Download Kaspersky Total Security Download Kaspersky Lab Products Remover Logo, Kaspersky, Sicherheitsexperten Logo, Kaspersky, Sicherheitsexperten Kaspersky
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