Bericht deckt "bestehende massive Bundestags IT-Probleme" auf

Politik, Berlin, Bundestag, Bund, Reichstagsgebäude Bildquelle: NJD
Vor genau zwei Jahren war der Deutsche Bundestag einem massiven Hacker-Angriff ausgesetzt. Damals hatten unbekannte Angreifer die Arbeit der Parlamentarier behindert, da die zuständigen IT-Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die eingeschleuste Malware nicht in den Griff bekamen.

Infografik: Malware - Wie infiziert ist Deutschland?Malware: Wie infiziert ist Deutschland?

Schwachstellen

Wie weit der Angriff von 2015, der heute noch als einer der weitreichendsten bisher gilt, tat­säch­lich ging ist immer noch un­ge­klärt. Statt­des­sen gibt es nun einen Bericht, der aufdeckt, dass die Bundestags-IT auch zwei Jahre nach dem Sicherheits-Debakel noch immer zahlreiche gravierende Schwach­stel­len birgt. Das lassen zumindest die ersten In­for­ma­tio­nen vermuten, die der NDR und die Süddeutsche Zeitung aus einem internen Bericht zitieren. Die Bun­des­tags-Ver­wal­tung hatte demnach eine Un­ter­suchung durch die un­ab­häng­ige IT-Sicher­heits­firma Secunet in Auftrag gegeben, um den aktuellen Sicher­heits­stand bewerten zu lassen.

Wahlbeeinflussung?

Der geheime Bericht spricht nun von etlichen Sicher­heits­lücken in der IT-In­fra­struk­tur, einer ernsten Lage und vor allem von Prob­lemen, die auch noch während und nach der Bundes­tags­wahl und dem dazu­gehör­igen Wahl­kampf be­ste­hen bleiben werden. Der Bundes­tag wollte gerade im Hinblick auf die kommende Wahl eine Be­wer­tung. Man befürchtet, dass Cyber­angriffe auf die Parteien dann wahl­be­ein­flus­send sein könnten, falls Hacker interne Kommunikation abfangen und ver­öffent­lichen oder mani­pu­lie­ren.

Neue Firewall

Laut dem Bericht sind aber auch schon einige nennenswerte Fortschritte gemacht worden. Zudem hat der Ältestenrat des Bundestags als ver­ant­wort­liche Stelle eine neue Firewall bewilligt und beauftragt. Die Kosten dafür sollen sich auf knapp eine halbe Million Euro belaufen.

Im Sommer 2015 hatten offiziell noch immer unbekannte Hacker Zugriff auf verschiedene Systeme des Bundestags, wie der Verwaltung und der einzelnen Abgeordneten-Büros erlangt. Ein Ausschuss ist damals mit der Aufklärung beauftragt worden und ist bis heute noch dabei überhaupt zu klären, auf welche Daten es die Angreifer abgesehen hatten. Es hieß vor zwei Jahren, dass rund 16 GB an Daten kopiert wurden.

Siehe auch: Ernstzunehmender Vorfall: Verheimlichter Hackerangriff auf Bundestag Politik, Berlin, Bundestag, Bund, Reichstagsgebäude Politik, Berlin, Bundestag, Bund, Reichstagsgebäude NJD
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